Lokalsport

Alte Stärken – neu entdeckt

Der VfL zieht sich beim 2:0 in Kehl am eigenen Schopf aus der Krise

Vier Tage nach dem ebenso mühsamen wie glanzlosen 1:0 gegen den FC Denzlingen haben Kirchheims Oberligakicker gezeigt, dass sie doch noch attraktiven Fußball spielen können. Beim gestrigen 2:0-Erfolg in Kehl krönten Kuhn und Gürol mit einem Doppelschlag innerhalb von nur drei Minuten eine engagierte Leistung des VfL.

BErnd Köble/REimund Elbe

Kehl. Von der Sonne verwöhnt war gestern wahrlich keiner im Badner Land. Dauerregen und Tristesse am grauen Himmel überm Kehler Rheinstadion waren alles andere als die passenden Zutaten für einen mitreißenden Fußballnachmittag. Dass für die mitgereisten Kirchheimer Fans am Ende doch noch eitel Sonnenschein herrschte, lag am selbstbewussten Auftreten der Gäste von der Teck. Ein Auftritt, den nach dem Angsthasenfußball vom vergangenen Wochenende niemand so erwartet hatte. Auch nicht VfL-Interimstrainer Thomas Stumpp, der eine Mannschaft auf dem Platz sah, die ganz offensichtlich wieder an sich glaubt.

Vom zurückgewonnenen Kirchheimer Selbstbewusstsein überrascht schienen auch die Badener an diesem Tag zu sein. Bis zur 50. Spielminute mussten sich die fröstelnden Fans gedulden, bis sie von ihrer Mannschaft das zu sehen bekamen, was man ein echte Torchance nennt. Doch vom strammen Schuss aus gut zwölf Metern ließ sich Michael Stowers, der ein sicherer Schlussmann war an diesem Nachmittag, nicht überraschen. Zu diesem Zeitpunkt führte der VfL, der mit nur drei Feldspielern auf der Bank auskommen musste, längst mit 2:0 und hätte mit etwas mehr Glück und Konsequenz im Abschluss auch das dritte oder vierte Tor erzielen können.

Der erste Durchgang war zur Hälfte gespielt, da sorgte ein Doppelschlag innerhalb von drei Minuten im Rheinstadion für die frühe Entscheidung zugunsten der Gäste. Das Ganze eingeleitet von dem Mann, der schon am Sonntag gegen Denzlingen auffälligster Kirchheimer und Schütze des einzigen Treffers war: Sabri Gürol schickte mit einem Steilpass Kuhn auf die Reise und der lupfte den Ball geschickt über den herausstürmenden Kornmayer hinweg ins leere Tor. Nur drei Zeigerumdrehungen später wurde Gürol vom Vorbereiter zum Vollstrecker: Auf dem nassen Rasen schlug dessen strammer Flachschuss aus halblinker Position ins kurze Eck ein, und Kornmayer war zum zweiten Mal an diesem trüben Nachmittag geschlagen.

Kehl mühte sich redlich, konnte seine individuelle Klasse gegen eine kompakte Kirchheimer Mannschaft mit Er und Kauffmann in einer sicheren Innenverteidigung jedoch nicht ausspielen. So engagiert und entschlossen in den Zweikämpfen hatte man die Blauen lange nicht mehr gesehen. Eine Mannschaft, die ständig in Bewegung war und dem Gegner erfolgreich die Räume zustellte.

„Wir haben heute gegen einen mental wie läuferisch starken Gegner verdient verloren“, musste auch FV-Coach Bora Markovic den Gästen nach dem Spiel ehrlich Respekt zollen. Interimscoach Thomas Stumpp hatte für zwei seiner Spieler ein Sonderlob parat: Für Sabri Gürol, der im Angriffszentrum erneut mehr als eine Notlösung war. „Er gibt alles, egal wo man ihn hinstellt“, meinte Stumpp. Zum anderen für den jungen Abdulsamed Akin, der sich bei seiner Oberliga-Premiere nahtlos in die Mannschaft einfügte.

Kehler FV: Kornmayer – Zimmer, Kaiser, Berger, Laiser – Zanger (46. Dussot), Sax (46. Zulum), Maisonneuve – Ben-Aissa (67. Kaltenbach), Imbs

VfL Kirchheim: Stowers – Eisenhardt, Er, Kauffmann, Hertel – Ziegler (66. Hentschel), Helber (90. Huttenlocher), Polat, Kuhn – Horeth (84. Akin), Gürol

Tore: 0:1 Kuhn (24.), 0:2 Gürol (27.)

Gelbe Karte: Eisenhardt

Gelb-Rot: Kaiser (74.)

Schiedsrichter: Justus Zorn (Freiburg)

Zuschauer: 400

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