Lokalsport

"Am oberen Limit"

Eine enttäuschende Vorstellung bot der Bissinger Stefan Sahm in der Staffel-Konkurrenz bei der Mountainbike-WM in Livigno. Die deutsche Staffel belegte am Ende Rang acht mit 2:11 Minuten Rückstand auf den Sieger Spanien.

EDGAR VELOCI

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LIVIGNO Sahm war im Staffelrennen kurzfristig für seinen verletzten Kollegen Jochen Käß (Oberstenfeld) eingesprungen. Das deutsche Team kam mit 2:11 Minuten Rückstand auf Spanien (1:26:02 Stunden) auf Platz acht ins Ziel. "Das war schlecht, das muss man nicht schön reden", gab Stefan Sahm ohne Umschweife zu Protokoll. Dass er bereits beim Start am Italiener Marco Bui hängen geblieben war, weil dieser aus dem Pedal gerutscht war, wollte er als Ausrede nicht gelten lassen. Bereits am ersten, langen und steilen Anstieg, spürte er, dass die Kraft an diesem Tag fehlte. "Das war am oberen Limit", meinte er völlig erschöpft im Ziel. Die Pulsuhr wies nur 174 Schläge als Maximalwert aus. Mindesten zehn Schläge zu wenig, wie Sahm meinte. Vielleicht, so spekulierte er, sei das Training am Dienstag einen Tick zu intensiv gewesen.

1:14 Minuten verlor Sahm auf den Italiener Marco Bui, der auch die beste Rundenzeit aller Starter hinlegte. Sahm wechselte auf Platz neun mit Junior Heiko Gutmann. Aber auch der Münstertaler und U23- Fahrer Benjamin Rudiger (Freiburg) konnten nicht überzeugen. Nur Sabine Spitz (Murg-Niederhof), die auf der Schlussrunde die beste Zeit aller Frauen fuhr, durfte am Ende mit sich zufrieden sein. Bei ihr scheint der Kreuzbandriss von der EM kein Handicap mehr zu sein. Sie verlor den Zielsprint um Rang sieben nur hauchdünn gegen die Amerikanerin Mary McConneloug.

Auf der letzten Runde spielte sich an der Spitze ein kleines Drama ab: Der Spanier Jose Hermida stürmte gegen eine Junioren- und Damenkonkurrenz von Rang elf zur Goldmedaille, profitierte dabei jedoch von einem Reifendefekt des Franzosen Cedric Ravanel. Der fuhr lange ohne Luft, fiel von Platz eins auf vier zurück, konnte das Laufrad wechseln und holte hinter Italien noch die Bronzemedaille. Die vor der Schlussrunde führenden Schweizer fielen auf Rang fünf zurück.

Ergebnisse Staffel:

1. Spanien (Ruzafa/Aviles/Gamonal/Hermida), 1:26:02 Stunden; 2. Italien (Bui/Longo/Lechner/Schweiggl), 1:26:21; 3. Frankreich (Vuillermoz/Tempier/Hansen/Ravanel), 1:26:32; 4. Schweden (Lindgren/Wengelin/Ostergren/Kessiakoff), 1:26:43; 5. Schweiz (Vogel/Schurter/Henzi/Fanger), 1:27:24; 6. Polen (Galinski/ Batek/ Wloszczowska/Dzialakiewicz), 1:28:02; 7. USA (Craig/Schultz/Hammaker/McConneloug), 1:28:13; 8. Deutschland (Sahm/Gutmann/Rudiger/Spitz), 1:28:13.