Lokalsport

Am Samstag kehrte das Pech zurück

Es bleibt dabei: Manuel Fumic ist der Pechvogel der diesjährigen Weltcupsaison. Nach einem Defekt fiel der Kirchheimer beim Weltcup-Finale am Samstag in Fort William aus aussichtsreicher Position auf Platz zehn zurück. Immerhin: Lado Fumic erkämpfte sich auf seiner Lieblingsstrecke in den schottischen Highlands einen versöhnlichen achten Platz.

EDGAR VELOCI

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FORT WILLIAM Eigentlich hätte er am liebsten gar nicht mehr darüber geredet. Zu oft schon musste er in dieser Saison erklären, was hätte sein können, wäre da nicht. . . Mit Ausnahme der WM, wo er einen respektablen sechsten Platz belegte, musste Manuel Fumic in nahezu allen internationalen Rennen dieser Saison mit einem wie auch immer gearteten technischen Handicap leben. In Fort William war dies nicht anders. Bis zur Hälfte des Rennens waren beide Brüder ein Rennen gefahren, wie man es die ganze Saison so nicht gesehen hatte. Beide mischten in einer Verfolgergruppe mit, die Ausreißer Fredrik Kessiakoff (Schweden) auf den Fersen war. Von Olympiasieger Julien Absalon bis Weltcup-Gesamtsieger Christoph Sauser waren alle Topfahrer darin vertreten. Die Fumic-Brüder machten bis dahin einen guten Eindruck.

Lado freilich hatte seine Probleme immer wieder in den technischen Passagen. "Ich bin da etwas zu vorsichtig gewesen, dadurch habe ich immer wieder Zeit verloren", bekannte er später. In der ersten Runde war er es gewesen, der durch einen harmlosen Sturz die Lücke zu Kessiakoff gerissen hatte. Der deutsche Meister lag in einem Singletrail an zweiter Position, als er den Rest des Feldes kurz blockierte und Kessiakoff sein Solo begann, das erst in der letzten Runde von den beiden Schweizern Ralph Näf und Christoph Sauser beendet wurde.

Beide Fumic-Brüder hielten sich aussichtsreich in der Verfolgergruppe, die maximal eine Minute hinter Kessiakoff kreuzte. Manuel Fumic wirkte in den Anstiegen sehr locker. Als Ralph Näf von hinten in die Gruppe kam, scherzte er: "Ralph, heute machen wir sie rund." Kaum, dass der Eidgenosse genickt hatte, war die Luft auch schon raus aus Fumics Hinterrad. Bis zur Technical Zone war es zum Glück nicht weit. Der Wechsel dauerte etwa eine Minute. Aber nicht nur die Zeit und die Konkurrenten waren weg, sondern auch der Rhythmus. "Es hat eine ganze Runde gedauert, bis ich wieder ins Rennen gefunden habe", berichtete Manuel Fumic.

Derweil musste Lado gerade in den Abfahrten immer wieder locker lassen. Als Sauser, Näf, Absalon und Hermida zur Schlussoffensive bliesen, konnte der Kirchheimer nicht folgen. In der letzten Runde stürzte er noch einmal Kopf voraus und musste Rang sechs noch abgeben. Am Ende standen 2.51 Minuten Rückstand auf Überraschungssieger Näf (2.02,36 Stunden) zu Buche. Ein Ergebnis, das Lado Fumic dennoch nicht unglücklich machte. Manuel hingegen kam nicht umhin, erneut zu lamentieren: "Heute wäre einiges gegangen. Ich konnte so locker da vorne mitfahren", trauerte er einem entgangenen Top-Resultat nach. Rang zehn mit 3.55 Minuten Differenz konnten ihn nicht zufrieden stellen.

Stefan Sahm opferte eine mögliche Top-20-Platzierung zu Gunsten seines Teamkameraden Roel Paulissen. Der Belgier hatte in der Gesamtwertung den dritten Platz zu verteidigen. Das Unternehmen war jedoch zum Scheitern verurteilt, weil Paulissen bereits verletzt angetreten war. So wurde in der dritten von fünf Runden für Sahm nur der 47. Platz verbucht, während er die Schlussrunde als Zwölftbester bewältigte.

Der Endstand im Gesamtweltcup: Lado Fumic beendet die Saison auf Rang elf, einen Platz hinter Doping-Sünder Erwin Bakker (Niederlande), der wohl noch weiter zurückfallen wird. Manuel Fumic schob sich noch auf Platz 22 vor, Stefan Sahm wird als 46. notiert. Der Schweizer Christoph Sauser stand bereits vor dem Finale in Schottland als Sieger fest. Bei den Damen waren die Deutschen erfolgreicher: Platz zwei für die deutsche Meisterin Sabine Spitz (Murg-Niederhof), hinter der Norwegerin Gunn-Rita Dahle. Die Freiburgerin Nina Göhl landete auf Platz fünf, Ivonne Kraft aus Gaggenau wurde Achte. Für das deutsche Damen-Team eine Bilanz, die sich sehen lassen kann.

Ergebnisse Herren (46,7 Kilometer):

1. Ralph Näf (Schweiz/Multivan-Merida) 2:02:36 Stunden; 2. Christoph Sauser (Schweiz/ Siemens-Cannondale) 2:02:37; 3. Fredrik Kessiakoff (Schweden/Siemens-Cannondale) 2:03:19; 4. Jose Hermida (Spanien/Multivan-Merida) 2:03:48; 5. Julien Absalon (Frankreich/ Bianchi-Agos) 2:04:26; 6. Bart Brentjens (Niederlande/ Giant Racing) 2:05:11; 7. Adam Craig (USA/ Giant) 2:05:11; 8. Lado Fumic (Kichheim/T./ FBI) 2:05:27; 9. Cedric Ravanel (Frankreich/ 2:05:47; 10. Manuel Fumic (Kirchheim/T./FBI) 2:06:31...18. Moritz Milatz (Freiburg/ Multivan-Merida) 2:08:28...24. Stefan Sahm (Bissingen/T. / Giant Racing) 2:09:45...41. Wolfram Kurschat (Deidesheim/ Fuji) 2:13:19...45. Frank Lehmann (Olbersdorf/Rothaus-Cube) 2:14:41...60. Jochen Käß (Oberstenfeld/Giant Racing) 2:19:5162. Friedemann Schmude (Wiesbaden/ Giant) 2:20:57...65. Robert Mennen (Nörvenich/ 2:21:57...69. Andi Weinhold (Marienberg/ SRM Powerteam) 2:22:58.Ergebnisse Damen (37,3 Kilometer):

1. Gunn-Rita Dahle (Norwegen/ Mulitvan-Merida) 1:53:17 Stunden; 2. Sabine Spitz (Murg-Niederhof/Specialized) 1:58:23; 3. Irina Kalentieva (Russland/Multivan-Merida) 1:59:02; 4. Petra Henzi (Schweiz/Fischer BMC) 1:59:03; 5. Nina Göhl (Freiburg/Multivan-Merida) 1:59:06; 6. Kiara Bisaro (Kanada/Gears Racing) 1:59:17; 7. Mary McConneloug (USA/K2) 2:01:05; 8. Ivonne Kraft (Gaggenau/Fuji) 2:02:04; 9. Maria Ostergren (Schweden/Scott) 2:02:52; 10. Franziska Roethlin (Schweiz/Univega) 2:03:27...18. Sandra Klose (Rosenheim/Fuji) 2:08:37...22. Adelheid Morath (Freiburg/ Rothaus-Cube) 2:11:12.