Lokalsport

Angriffsfeuerwerk stockt nur elf Minuten

Die Anhängerschar der SG Lenningen ist wieder versöhnt: Mit einem ungefährdeten 37:28 (14:12)-Sieg über den HC Lustenau meldete sich das Rieke-Team in der Handball-Verbandsliga eindrucksvoll zurück.

LENNINGEN In den ersten zwanzig Minuten brannte Lenningen ein wahres Angriffsfeuerwerk ab. Bruno Riekes Brandrede nach dem Freitagstraining hatten offenbar Wirkung gezeigt. Gegenüber dem Esslingen-Spiel "explodierten" die SG-Angreifer geradezu. Rieke strahlte nach dem Schlusspfiff: "Wir haben das Spiel ohne Ball sehr gut umgesetzt. Fast lehrbuchhaft war das Gegenstoßverhalten."

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Nach Christoph Wiesingers 1:0- Kracher (1.) drehte Lenningen den Tempomat hoch. In der 11. und 12. Minute sah die HCL-Abwehr nur noch Wiesingers Hacken und es stand 7:2. Die Gäste mussten einem rasanten Angriffswirbel ausgeliefert auch noch das 9:2 (14.) durch Steffen Kazmaier hinnehmen. Bis zur 20. Minute hielt das Lenninger Trommelfeuer, dessen Ausgang in einem sehr guten, engen Abwehrverhalten zu suchen war. Ein glänzend disponierter Sven Lamparter und hautnahe Deckung stoppten die Vorarlberger schon frühzeitig.

Nach den ersten Wechseln geriet das Abwehrkonzept etwas durcheinander. Der SGL-Spielfluss verflachte. Jetzt wurde nur noch der Raum gedeckt und die Gäste stießen in die Lücken. Da war Christian Heilinger nicht zu bremsen. Er und Spielertrainer Daniel Nezezon verkürzten auf 11:12 (28.). Die verdeckten Würfe von Hagen Braunwarth und Marc Segeritz sah HCL-Goalie Andreas Örtle zu spät: 14:11 (29.), doch Ex-Nationalspieler Manfred Messner verkürzte Sekunden vor dem Pausengong auf 12:14.

Ein hellwacher Wiesinger versenkte nach dem Seitenwechsel einen Konter zum 15:12 (31.) Doch absetzen konnte sich die SG in dieser Phase nicht mehr. Der letzte Pass fand nicht mehr seinen Adressaten. Die Unparteiischen zogen zudem mit einigen Entscheidungen den Zorn der SG-Fans auf sich. Die Stimmung war gereizt und dies ging auch an den SG-Spielern nicht vorbei. Jens Kirschmann und Jochen Renz mussten in der 34. und 38. Minute auf die Bank. In dieser Phase wurde es eng. HCL-Techniker Heilinger war nicht zu halten und warf zum 16:16 (36.) ein. Doch Marc Segeritz riss sein Team in der Folgezeit nach vorne. Und "Hexer" Jörg Tombrägel, für einen Strafwurf eingewechselt, parierte.

Jetzt ging das Täles-Team auf die Überholspur. Segeritz' "Dreier" brachte das 22:17 (42.). Das Tor hatte Jens Kirschmann mit einem Anspiel von der Ecke durch den Kreis initiiert. Wie eng Spitzenklasse und Kreisliga-Niveau bei ihm zusammen kommt, bewies er acht Minuten später, als er bei einem Gegenstoß völlig unbedrängt am Kreis den Ball verlor. Da war die SG aber schon 30:23 (50.) in Führung. Jan Lamparter und Marc Segeritz hatten vorher den "Hammer" ausgepackt. Gegen ihre Distanzwürfe war Stefan Walkner machtlos.

Überhaupt keine Freunde wurden am Sonntagabend das Schwarzwälder Schirigespann und die SG-Spieler. Das Ungleichverhältnis drückte sich im Zeitstrafen- und Strafwurfregister zu Ungunsten der SG aus. So musste auch Mannschaftskapitän Kazmaier, nachdem er wegen einem harten Foul an Segeritz vorsprach, auf die Bank. Das schönste Tor des Abends gelang Wiesinger, der seinen raffinierten Dreher zum 35:26 (58.) ins Netz trudeln sah. Da konnte Vater Detlev nach der Schlusssirene zu Recht strahlen: "Mir hat imponiert, wie sich die Mannschaft nach dem 16:16 nicht hängen ließ und sich durchgebissen hat."HCL-Spielertrainer Nezezons Fazit fiel dagegen anders aus: "Ich bin mit unserer Mannschaftsleistung nicht zufrieden. Wir haben zu viele technische Fehler gemacht. Die Aufholjagd hat uns Kraft gekostet."

döl

SG Lenningen: S. Lamparter, Tombrägel Segeritz (11), C. Wiesinger (8), Kazmaier (5/2), J. Lamparter (5), Braunwarth (4), Renz (3), Kirschmann (1), Stief (1), Schwohl, Austen, Baumann, J. Wiesinger.Zuschauer: 300.Schiedsrichter: Schaible und Strobel (Pfalzgrafenweiler).