Lokalsport

Antonio Portale: Jähes Ende einer Erfolgsgeschichte

Von wegen Ruhepause. In Oberlenningen jedenfalls ist Feuer unterm Dach: Spielertrainer Antonio Portale, der Garant für den sportlichen Erfolg, hat beim Tabellenzweiten der Fußball-Kreisliga A, Staffel 2, aus freien Stücken seine Arbeit beendet.

WOLFGANG FRITZ

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LENNINGEN Vom Landesligisten FC Frickenhausen war er gekommen, um dem Kreisliga-A-Verein TSV Oberlenningen als Spielertrainer den Aufschwung zu bringen. Im Täle hat Antonio Portale ein sizilianisches Feuer entfacht, das nicht nur heiße Luft, sondern Erfolge in Serie produzierte. Am Ende der Vorrunde steht die Mannschaft auf Platz zwei, relativ gesehen liegt sie sogar weitaus besser im Rennen als Spitzenreiter TV Neidlingen.Und nun das: Just vor Jahresfrist hat sich der 33 Jahre alte Antonio Portale entschlossen, seine Arbeit in Oberlenningen zu beenden.

Portale war angetreten, um mit der Mannschaft in die Bezirksliga aufzusteigen. Und dieses Ziel, erzählt der dreifache Familienvater, habe auch die Abteilungsleitung gehabt. Seiner Forderung, in der Winterpause neue Spieler zu verpflichten, sei man beim TSV aber nicht nachgekommen. Das hatte auch die Mannschaft mitgekriegt und offenbar weidlich ausgenutzt. "Die kamen nicht mehr zum Training, weil sie wussten, dass sie am Sonntag sowieso spielen würden", ärgert sich Portale über das Verhalten seiner ehemaligen Kicker. "In den letzten drei Dezemberwochen habe ich gemerkt, dass die Mannschaft nicht mehr richtig mitzieht. Ich habe drei Kinder und arbeite nachts, da fahre ich nicht nach Oberlenningen, um dann mit ein paar Spielern ins Sportheim zu sitzen."

Antonio Portale hat in Oberlenningen den Absprung gemacht, bevor es zu spät ist. Sein bitterer Kommentar: "Ich wollte unbedingt aufsteigen und nicht mit angezogener Handbremse spielen müssen. So kann ich nicht arbeiten, ich sehe keine Basis mehr. Natürlich bin ich enttäuscht, sechs Monate Arbeit waren umsonst, aber das wird mir eine Lehre sein."

Oberlenningens Spielleiter Heinz Klingler bestätigt im Großen und Ganzen Portales Darstellung. "Wir haben das Thema am Montag durchdiskutiert und uns gütlich getrennt. Antonio hat gesagt, dass er keine Perspektive mehr sieht." Mit zwei Spielern von Ohmden und einem von der TG Kirchheim habe man verhandelt, doch ohne Ergebnis. Klingler: "Der Verein ist nicht in der Lage, Spieler zu kaufen. Wir stecken in den Handball kein Geld, dann können wir es auch nicht im Fußball tun." Fragt sich nur, ob man dies dem Trainer auch rechtzeitig gesagt hat.

"Ich habe schon das Gefühl, dass ich getäuscht worden bin", gibt Portale zu. Freilich, Klingler ist ebenfalls ganz schön sauer auf seine Fußballer. "Da spielen viele Faktoren eine Rolle", erklärt der Spielleiter. "Es gab auf keiner Position einen Machtkampf. Das wussten die Spieler genau und kamen nicht zum Training. Aber ich kann doch nicht dienstags und donnerstags durch den Flecken fahren und die Spieler einsammeln."

Was so hoffnungsvoll begann, ist nun wider Erwarten schnell in die Brüche gegangen. Für die laufende Saison, das stellt Klingler klar, wird kein neuer Trainer verpflichtet. Mit Yusuf Cetinkaya und Nikolaos Filios hat er zwei Spieler im Auge, die es interimsmäßig machen könnten. Klingler: "Das wäre meine Vorstellung."

Antonio Portale und der TSV Oberlenningen haben sich auf anständige Weise getrennt. "Das Verhältnis ist in Ordnung", sagt der Ex-Trainer, "der Verein war fair zu mir, was die Freigabe angeht." Heißt: Antonio Portale ist sofort spielberechtigt. Wetten, dass für den feurigen Italiener die fußballlose Zeit bald vorbei ist?