Lokalsport

"Arbeit mit jungen Spielern macht mir Spaß"

Er ist sozusagen ein Urgestein des TSV Neuhausen: Nahezu 28 Jahre lang hatte sich Thomas Neukamm in mehreren Funktionen in den Dienst des Vereins gestellt. Nun bricht er auf zu neuen Ufern: Der B-Lizenz-Inhaber wird neuer VfL-Handballtrainer.

THOMAS PFEIFFER

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KIRCHHEIM Thomas Neukamm heißt der neue Mann am Regiepult der VfL-Handballer ab der Saison 2005/06 ein 42-jähriger B-Lizenz-Inhaber, der als Cotrainer beim Baden-Württemberg-Oberligisten TSV Neuhausen im letzten TSV-Heimspiel am 23. April seine Abschiedsvorstellung gibt. Ein Abschied voller Wehmut wird's werden, bevor der Wendlinger den Tapetenwechsel vom Ermstal in die Teckregion vollzieht: Nahezu 28 Jahre lang war der TSV fast ununterbrochen seine sportliche Heimat. Erst einfaches Mitglied (ab 1977), dann Aktiver und Jugendcoach, später nacheinander Trainer der Neuhausener "Dritten", "Zweiten" und der "Ersten" (ab 2001 als "Co") Neukamm hat etliche Club-Stationen durchlaufen. Und Erfolg(e) gehabt: Insgesamt drei TSVN-Meisterschaften machte er mit. Zwei davon (97/98 in der Kreisliga, 1999/2000 in der Bezirksliga) als hauptverantwortlicher Trainer.

Wenn einer so verwurzelt ist, weshalb wechselt er dann? Neukamm sagt: "Nach der Saison 2004/05 wollte ich ursprünglich pausieren, mir eine schöpferische Pause gönnen." Doch irgendwann im Dezember, als sich die VfL-Handballabteilung schon längst von Trainer Jörg Weber getrennt hatte, kam nach einer entsprechenden Empfehlung von Ex-VfL-Spieler Bruno Rieke die Kirchheimer Anfrage und Neukamm ins Grübeln. "Dann ging alles sehr schnell. Zwei, drei Verhandlungsrunden, danach war alles klar", rekapituliert VfL-Abteilungsleiter Klaus "Hoss" Reehten die rasche Einigung.

Neukamm war einer von ursprünglich 15 VfL-Kandidaten, wobei ein Gros aber sofort wieder absprang. "Die waren unbezahlbar für uns", so Reehten.

Dagegen passte Thomas Neukamm gut ins VfL-Anforderungsprofil: erfahren, vereinsloyal, nicht überteuert und geübt im Umgang mit jungen Spielern. "Dass es innerhalb der VfL-Mannschaft viele junge Spieler gibt, war der Hauptgrund für meine Zusage", sagt Neukamm, "mit diesen zu arbeiten, macht mir einfach Spaß." Auch sein künftiger Abteilungsboss sieht für Neukamm eine hoffnungsvolle Arbeitsgrundlage. Hoss Reehten: "Unsere Jugendabteilung mit rund 260 Nachwuchsspielern verteilt auf 20 Mannschaften ist schließlich die größte im Handballbezirk Esslingen-Teck."

Wenn Neukamm ab dem 28. April ins VfL-Training einsteigen und Interimstrainer Marc Eisenmann ablösen wird, was hat die Kirchheimer Mannschaft dann zu erwarten? Eines auf alle Fälle: Trainerparolen, die das "körperbetonte Spiel" beschwören. Neukamm: "Handballer müssen, wenn sie Erfolg haben wollen, vor allem hart spielen hart, aber fair. Die Abwehrarbeit wird ein Schwerpunkt meiner Arbeit werden." Neukamm, der sich eher als "Praxisarbeiter" denn als Theorie-Schuler versteht ("aber mit Magnettafeln arbeite ich gerne"), lässt Fragen nach dem optimalen Verteidigungssystem offen. "Ob der VfL eher im 6-0-0-System oder der offensiveren 3-2-1-Variante spielen wird, hängt vom Potenzial der Spieler ab." Noch habe er die VfL-Mannschaft auf dem Spielfeld aus Termingründen nicht live erleben können.

Was er nun aber nachholt: Im VfL-Gastspiel beim Tabellenfünften TSV Grabenstetten II morgen Nachmittag (ab 17 Uhr) wird Neukamm Zaungast sein. Auch Glücksbringer? "Eigentlich rechnen wir uns in der Falkensteinhalle nicht viel aus", sagt Abteilungsboss Hoss Reehten. Abwarten.

GeduldsspielGeduld haben muss auch Neukamm: Noch hat er keine Ahnung davon, ob er demnächst als Bezirksliga- oder Bezirksklasse-Coach bei den Teckstädtern einsteigen kann. Doch egal, als was der Mann kommt so oder so, denn sein (Handschlag-)Vertrag mit dem VfL Laufzeit ist zunächst ein Jahr gilt für beide Möglichkeiten.