Lokalsport

Aschermittwochsstimmung bei der SG

Während landauf landab die "fünfte Jahreszeit" gefeiert wird, herrscht bei der SG Lenningen bereits Aschermittwochsstimmung. Gegen die HSG Ebersbach/Bünzwangen verlor die Kiedaisch-Sieben 33:28 und driftet damit immer stärker in die Abstiegszone.

LENNINGEN Grund für die bittere Heimpleite war eine aus Lenninger Sicht desaströse Abwehrleistung in der zweiten Spielhälfte dabei konnten die Gastgeber in der ersten Halbzeit noch durchaus überzeugen. Im Angriff war Bewegung und eine aufmerksame Abwehr kam zu Ballgewinnen. Selbst ein fünfmaliges Unterzahlspiel steckte die SG problemlos weg. Und selbst ein eishockeymäßiges Auswechseln (vier raus, vier rein) brachte die Lenninger nicht aus der Balance.

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Das alles schmeckte HSG-Trainer Thomas Burger überhaupt nicht. Es wurde richtig laut auf der Gästebank. Auf SG-Seite wirbelten Jochen Leitner und Ricki Austen die Gäste durcheinander. Selbst als Lenningen nur vier Feldspieler auf dem Parkett hatte, passte Jens Kirschmann quer durch den Kreis und Ricki Austen traf zum 9:8

(19.). Da die HSG kaum Vorteile aus ihrem Rückraumspiel schöpfen konnte, verlagerte sie ihre Aktivitäten mehr an den Kreis und war da erfolgreich. Wenn auch nicht alles gelang es war ein Vorgeschmack auf das Angriffsszenario in der zweiten Hälfte. Doch Lenningen hatte bis zu diesem Zeitpunkt die bessere Angriffsqualität und nahm eine 14:11-Führung in die Pause.

Nach dem Wechsel verblasste bei den Gastgebern der (Angriffs-) Schwung. Die HSG-Abwehr, zurückgezogen in der 6:0-Formation, arbeitete jetzt viel besser. Der Innenblock mit Marco Mauz war nicht mehr zu knacken. Und Lenningens wenige Chancen bei Tempogegenstößen endeten bei Torwart Philipp Dannenmann. Noch hielt die Lenninger Führung. Kritisch wurde es, als Marc Wald einmal die HSG-Mitte narrte und dann im Abschluss an Dannenmann hängen blieb. In der 45. Minute war es so weit: Florian Kurz zog am Kreis durch und erzielt den 21:21-Ausgleich. Zudem bekam Hagen Braunwarth zwei Minuten aufgebrummt. Statt geduldigem Spielaufbau suchte die SG jetzt den schnellen Abschluss und wurde bestraft. Daniel Mohr, klug am Kreis angespielt, ließ die HSG-Fans jubeln. Die Gäste zogen auf 23:21 (47.) weg.

Auch der Torhüterwechsel bei der SG (für Matthias Attinger kam Sven Lamparter) setzte keine Impulse. Im Gegenteil, die SG saß jetzt in ihrer eigenen Taktikfalle. Mit der offensiven 4:2-Abwehr, die auf Ballgewinne angelegt ist, liefen die Gastgeber den Filstälern ins Messer. Die waren nun wesentlich präsenter und setzten sich auf fast allen Positionen durch. Krischan Köhler, Daniel Mohr und Thorsten Findeis wüteten in der offensiven SG-Abwehr wie der Fuchs im Hühnerstall zehn Gegentore im letzten Spieldrittel fielen über den Kreis.

Da bis zu diesem Zeitpunkt die HSG wenig Tore aus dem Rückraum erzielen konnte, wäre es ein Versuch wert gewesen, einmal eine defensivere Deckungsvariante zu wählen. Zu Recht sprach ein SG-Fan von einer "Scheunentor-Deckung". Nachdem Mohr & Co. ihre Schuldigkeit getan hatten, durften sich in den letzten Minuten Marco Mauz und Daniel Janietz noch in die Torschützenliste einreihen, um sich am Schluss mit den HSG-Fans feiern zu lassen.

döl

SG Lenningen:

Attinger, S. Lamparter Leitner (8), Austen (7), Kirschmann (4), Wiesinger (4), Brugger (3), Kazmaier (2/2), Braunwarth, Haid, J. Lamparter, Renz, Schwohl, Wald.HSG Ebersbach/Bünzwangen:

Dannenmann, Lischka Köhler (6), Mohr (6), Findeis (5), Janietz (4), Kurz (3), Müller (3/1), Effenberger (2), Mauz (2), Danner, Stängle, Wachter, Zobel.Zuschauer:

250.Schiedsrichter:

Schmid/Walter (Oberstenfeld).