Lokalsport

Atemberaubende Erfolgsserie: Notzinger machen's wie der VfL

Es riecht förmlich nach einem Herzschlagfinale in der Bezirksliga: Zwischem dem neuen Spitzenreiter TSV Notzingen und dem entthronten TSV Jesingen als jetzigen Viertem beträgt die Differenz nur einen Zähler.

REIMUND ELBE

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NOTZINGEN Spielertrainer Stefan Haußmann (31) verfolgte den 3:1-Triumph des TSV Notzingen über den TSV Boll von der Bank aus. "In zehn Tagen kommt die Schiene weg, ich bin optimistisch, dass der Kniescheibenbruch gut verheilt", so Haußmann, der mit dem Auftritt seines Teams sehr zufrieden war. "Auch wenn es so eng an der Spitze zugeht wir haben den Vorteil eines guten Torverhältnisses, zudem steht noch die Nachholpartie gegen den TKSV Geislingen am 4. Mai aus." Acht der vergangenen neun Partien gewann der TSVN, einmal gab es ein Remis eine exakte Parallele zur aktuellen Serie des VfL Kirchheim in der Verbandsliga. Der ehemalige Kirchheimer Oberligakicker schmunzelnd: "Ich hätte nichts dagegen, wenn der VfL und weiter im Gleichschritt marschieren."

Eine Negativserie führte vergangene Woche zu einem weiteren Trainerrücktritt in der Bezirksliga. Nachdem Spielertrainer Marc Kaisner beim TSV Grafenberg vor kurzem sein Amt niedergelegt hatte, zog auch Wolfschlugens kickender Übungsleiter Steffen Fischer die Konsequenzen aus einer sportlichen Talfahrt fünf der sechs Bezirksliga-Partien im Jahr 2006 hatte der TSVW verloren. Fischer verzichtete gestern auf einen Besuch der Partie der Wolfschlugener gegen den FV 09 Nürtingen (2:2). Fischer: "Vielleicht mache ich in Wolfschlugen ab der kommenden Saison als Spieler weiter." Neuer Trainer ist der bisherige Assistent Fischers, Stefan Reichen-bach.

Lange Gesichter gab es bei der SGEH nach einer 1:2-Niederlage beim TSV Grötzingen. Dabei waren Funktionäre und Kicker des Tabellenvorletzten nach dem donnerstäglichen Heimerfolg über den SV 1845 Esslingen noch guter Dinge gewesen. "Wir hätten in Grötzingen nachlegen können, doch wir haben die Partie wirklich blöd verloren", haderte SGEH-Pressewart Benjamin Möll nach der Pleite im Aichtal. Zwar gelang Torjäger Antonio Portale in der 47. Minute per Kopf der Führungstreffer, doch nur acht Minuten später egalisierten die Grötzinger durch Federico Porro. In der 68. Minute sorgte dann Martin Gärtner nach einer Ecke für die Entscheidung.

Pikante Geschichte aus der Kreisliga A. Ausgerechnet der lange Jahre bei den SF Dettingen spielende Marc Mayer sorgte in der Partie des TSV Altdorf gegen die SFD durch seinen 1:2-Anschlusstreffer mit dafür, dass es den Altdorfern am Ende zu einem Remis reichte. Für Mayer war es der letzte Auftritt in einem Verbands-Fußballspiel bis Heiligabend, denn erst mit dem heutigen Montag tritt die Sperre des Oweners in Kraft, die das Sportgericht des Bezirks Neckar/Fils nach der "Schiri-Affäre" ausgesprochen hatte.

Turbulent ging es gestern vor der Partie des AC Catania Kirchheim gegen den Kreisliga-A-Spitzenreiter TSV Raidwangen zu. Zunächst wurde die Begegnung vom Stadion an der Jesinger Allee auf den Kunstrasenplatz verlegt. "Langsam kommen wir uns von der Stadt veräppelt vor", ärgerte sich Catania-Spielleiter Pasquale Martinelli, "da spielen samstags D- und B-Jugendmannschaften im Stadion und wir müssen dann sonntags auf den Kunstrasen ausweichen. Einige Spieler haben durch diese ständigen Spiele auf Kunstrasen schon gesundheitliche Probleme." Zu allem Überfluss erschien zunächst kein Schiedsrichter zu diesem vor allen Dingen für Tabellenführer TSV Raidwangen eminent wichtigen Spiel. Die Suche nach einem Ersatz war jedoch erfolgreich auch durch die Mithilfe des Schiedsrichter-Obmanns des VfL, Daniel Geywitz. Der fragte per Telefon beim Kohlberger Steffen Müller an jener sagte spontan zu, obwohl er gerade erst von der Leitung eines Spieles der A-Junioren-Oberliga heimgekehrt war. Müller der Marathonmann des Spieltages. Martinelli: "Großes Lob für ihn, er nicht nur aus der Patsche geholfen, sondern auch tadellos gepfiffen."

Gut gelaunt präsentierte nach dem 7:2 gegen den TV Unterlenningen in der Kreisliga B VfL-Trainer Rainer Ziegelin. Mittlerweile kann er sich sogar eine weitere Tätigkeit bei der VfL-Reserve vorstellen. "Es folgen intensive Gespräche mit der neuen Abteilungsleitung, danach fällt meine Entscheidung."