Lokalsport

Auf dem Gnadenweg?

TTC will sich mit einem Abstieg nicht abfinden

Im Täle geht die Furcht um – die Furcht vorm Abstieg nach 15 Jahren ununterbrochener Bundesliga-Präsenz. Ist der TTC Frickenhausen, der zweifache deutsche Meister, DTTB-Pokalsieger und Europacupsieger von 2006 bald nur noch zweitklassig? Denkbar ist‘s, nicht nur für Präsident Rolf Wohlhaupter-Hermann („ich bin sehr skeptisch“), doch viele offene Fragen bleiben. Auch über den Saisonschluss am 11. April hinaus.

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Thomas PFEIFFER

Frickenhausen. Nix Genaues weiß man nicht. Der schwäbische Kalauer feiert in der Frickenhausener Tischtennisszene derzeit fröhliche Urständ‘. Weil sich nach dem Jülicher Rückzug elf Vereine bei der Deutschen Tischtennis-Liga (DTTL) um die zehn Bundesliga-Startplätze 2010/11 beworben haben, wird einer durch‘s Sieb fallen. Wer?

Es ist zwar eine Rechnung mit sieben Bekannten: Als Streichopfer kommen neben dem TTC Frickenhausen nur noch Plüderhausen, Bremen, Hanau, Grenzau und die aufstiegswilligen Zweitliga-Clubs TTC Herne (Nord) und TSV Gräfelfing (Süd) in Frage. Doch wen der DTTL-Bannstrahl im Lizenzierungsverfahren bis zum 24. Mai treffen könnte, weiß auch gerüchteweise keiner: Das Verfahren ist ein schwebendes – und der Verband und sein Frankfurter Pressebeauftragter Dr. Stephan Roscher („wir spekulieren nicht“) schweigen.

Einige Indizien sprechen dafür, dass der TTC dank eines neu gefundenen Sponsors zwar die DTTL-Wirtschaftlichkeitsprüfung überstehen wird, in den sauren Abstiegsapfel aber trotzdem wird beißen müssen. Diese Konstellation gäbe es, wenn zum einen beide Zweitliga-Clubs nach der sportlichen Qualifikation auch das wirtschaftliche Ersttauglichkeits-Attest bekämen und zum anderen der TTC am Saisonende Tabellenletzter oder Vorletzter wäre.

Ein Abstieg wäre Frickenhausens Super-GAU und für Rolf Wohlhaupter-Hermann „die Zerstörung meines Lebenswerkes“. Der TTC-Macher bebte nach der empfindlichen 0:3-Abfuhr gegen die TTF Ochsenhausen am Dienstagabend. „Gegen wen wollen wir eigentlich noch Punkte holen in dieser Saison?“, polterte er nach der sechsten Niederlage hintereinander. Hauptziel seiner Kritik war der Japaner Kentu Matsudaira, der viel zu oft ein Totalausfall sei. Doch kein Wunder, sagt der Boss, Matsudaira „saß ja das halbe Jahr im Flugzeug“, ein Tischtennis-Termin jagte den anderen. „Und jetzt ist er völlig leer im Kopf und muss psychologisch aufgebaut werden.“ Doch die Seelenkur für den jungen Mann aus Fernost muss rasch erfolgen: Schon nächsten Sonntag geht‘s gegen Grenz­au – im Direktduell der zwei größten Krisenclubs geht‘s fast schon um alles oder nichts.

Danach muss der TTC noch in Bremen (5. April) und Fulda (11. April) ran. Was, sollte der TTC den rettenden drittletzten Platz letztlich verfehlen? „In diesem Falle werden wir schauen, ob ein Gnadengesuch bei der DTTL Sinn macht. Wir wollen in der Bundesliga bleiben, und vielleicht kann die Liga ja eine Saison lang mit elf Clubs spielen.“ Solch eine Lösung wäre nur gerecht, sagt Wohlhaupter-Hermann. Schließlich seien für die sportliche Talfahrt weniger der TTC als vielmehr die Undiszipliniertheiten von Ex-Spitzenspieler Tan Rui Wu verantwortlich. Der TTC-Chef: „Wir mussten Rui Wu im Dezember fristlos kündigen, um Sanktionen durch den Verband zu entgehen. Allerdings konnten wir da personell nicht mehr nachzurüsten.“