Lokalsport

Auf der Lauer

Na bitte, es geht doch. Auch wenn der Anlass vergleichsweise nichtig erscheint. Wenn Bedenkenträger in

BERND KÖBLE

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den Keller geschickt werden und kommunale Entscheidungsträger sozusagen a priori Mut zu unbestätigten Erfolgsideen zeigen, muss das in reformschwachen Zeiten wie diesen erfrischend wirken. Weil Eigenverantwortung nicht nur beim Trainingsbetrieb, sondern im gesamtgesellschaftlichen Gefüge mehr denn je als das Gebot der Stunde gilt, ist die Entscheidung von Verwaltung und Gemeinderat, den Kirchheimer Vereinen die Schlüsselgewalt in allen städtischen Sporthallen zu übertragen, ein Schritt in die richtige Richtung.

Ein Vertrauensvorschuss freilich, der in den kommenden Monaten verdient sein will. Die Regeln sind einfach: Ob die Chance genutzt oder auf lange Sicht verspielt wird, hat nun jeder selbst in der Hand, der in einer der Kirchheimer Sporthallen seinem Freizeitvergnügen frönt. Der Einsatz lohnt dabei doppelt. Als schlagendes Argument gegen die weit verbreitete Meinung, Egoismus und Gleichgültigkeit seien unveränderliche Kennzeichen einer ganzen Generation. Aber auch als vorzeigbares Muster für alle Gleichgesinnten, die in den Umlandgemeinden auf eine Initialzündung hoffen.

Das Modell hat zweifellos Pilotcharakter und von Erfolg oder Misserfolg wird abhängen, ob auch in anderen Rathäusern die Zügel künftig gelockert werden. Sicher ist: Diejenigen, die es schon immer wussten, liegen bereits auf der Lauer.