Lokalsport

Auf die Centergarde wartet viel Arbeit

Der Zweite gegen den Dritten, Karlsruhe gegen Kirchheim am Sonntag fällt in der Basketball-Regionalliga schon eine Vorentscheidung im Kampf um die Plätze der Aufstiegsrunde zur Zweiten Liga.

KIRCHHEIM Es ist erst der 15. von 22 Spieltagen in der Regionalliga Südwest, Gruppe Süd. Doch schon jetzt geht es für die Kirchheimer Basketballer um viel, die Konstellation an der Tabellenspitze lässt nicht mehr viel Spielraum. Auf Rang eins thronen die KGJ Schwenningen und der SSC Karlsruhe (beide 18:6) vor dem VfL (18:8). Gewinnen die Kirchheimer, ist fast alles wieder offen, dann haben sogar die Mannschaften mit fünf Niederlagen (Rastatt-Rheinau, Stuttgart, Ludwigsburg) wieder eine reelle Chance.

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Geht das Spiel in Karlsruhe aber verloren, wären zwei Siege Rückstand eine zu schwere Hypothek für alle vier Verfolger. Denn beide Spitzenteams haben unlängst personell aufgerüstet. Schwenningen holte aus Göppingen den Flügelspieler Larry Johnson. Der war in der vergangenen Saison beim MTV Stuttgart und kurz bei der BSG Ludwigsburg aktiv, wechselte dann in die erste rumänische Liga, verletzte sich und kam zurück baute seine Form beim Oberligisten TS Göppingen auf, machte dort 22 Punkte im Schnitt. Doch Schwenningen braucht eigentlich keinen Punktesammler, sondern jemand, der das unzureichende Aufbauspiel stabilisiert. In dieser Hinsicht genügen Makris und Kazakidis nicht den Richtung Zweite Liga gerichteten Ansprüchen der Schwarzwälder. Es braucht also keinen Experten, der einem vorhersagt, dass Schwenningen einen der beiden ersten Plätze belegen wird zumal sie gegen alle anderen Spitzenteams zu Hause antreten können und gegen Karlsruhe bereits zwei Siege verbuchen konnten.

Herbstmeister SSC Karlsruhe hat ebenfalls reagiert und den Verlust von Topscorer Arnold Tchiegne (25 Punkte im Schnitt, beruflich nach München) ausgeglichen. Im Spiel gegen den VfL am Sonntag um 15.30 Uhr in der Halle des Otto-Hahn-Gymnasiums Im Eichbäumle wird Modibo Diarra (24) bereits zum zweiten Mal antreten. Der 2,07-Meter-Mann aus Mali hat vier Jahre US-College hinter sich und eine halbe Saison beim Bundesligisten Trier. Er wiegt 110 Kilo und ist genau der Spieler, von dem alle Liga-Coaches träumen: Der große, schwere Mann, der sich nicht zu schade ist, in der Verteidigung und unter den Körben Schwerstarbeit zu verrichten. Gleich beim ersten Auftritt am vergangenen Sonntag gegen die SG Heidelberg-Kirchheim sammelte Diarra 20 Punkte, 14 Rebounds und vier geblockte Würfe.

Viel Arbeit also für die etwas kurz geratene Centergarde des VfL, die eigentlich komplett aus Power-Forwards und Flügelspielern besteht. Gut für den VfL, dass Thorsten Raquet (10 Punkte im Schnitt) mit einer Schulterverletzung ausfällt. So können sich David Bouwmeester, Bill Goehrke, Wilu Lenger, Nenad Lukic, Marco Stifel und Franjo Kikic voll auf den neuen großen Mann konzentrieren. Und Kai-Uwe Kranz wird sich auf Thorsten Kustos konzentrieren. Der Spielmacher (18,6 Punkte pro Spiel) des SSC profitierte gleich im ersten Spiel von der neuen Macht unter dem Korb, nutzte die Freiräume zu sieben erfolgreichen Dreiern und 27 Punkten. Ihn soll Kranz, der vielleicht beste Verteidiger der Liga, stoppen.

Wegen zwingender Verpflichtungen für den internationalen Basketball-Verband Fiba in Madrid konnte Theo Leftakis das Training die komplette Woche nicht leiten. Für ihn stimmte Co-Trainer Pasko Tomic das Team ein. Trotzdem erreichte ein Statement des Trainerfuchses die Teckstadt: "Wenn wir mit Disziplin spielen und unsere Fastbreaks laufen, können wir gewinnen." Dem entstehenden Druck begegnet Leftakis mit positivem Denken: "Wir haben am Sonntag eine ganz große Chance."

Noch sind übrigens genügend Plätze im Weissinger-Fanbus nach Karlsruhe frei. Abfahrt ist um 13.30 Uhr an der Sporthalle Stadtmitte, man sollte sich aber vorher unter 0 70 21/4 12 19 oder ulrich@tangl.de anmelden.

mad

VfL:

Bouwmeester, Bruck, Goehrke, Hayden, Jorgusen, Kikic, Kranz, Lenger, Lukic, Stifel, Tsouknidis, Weiß.