Lokalsport

Auf Tuchfühlung mit den Stars

Wovon Tausende Sportler in Vereinen und Verbänden träumen, ist für den Ötlinger Nachwuchs-Skirennläufer Kai Dangel (VfL Kirchheim) Realität geworden: Er darf am olympischen Jugendlager des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) und der Deutschen Sportjugend (dsj) in Turin teilnehmen.

KIRCHHEIM Uschi Disl, Ronny Ackermann, Martina Ertl, Anni Friesinger und all die anderen deutschen Topathleten und Medaillenkandidaten sie alle könnte Kai Dangel bei Wettkämpfen und Siegerehrungen in Turin hautnah erleben. Jugendlager haben bei den Olympischen Spielen eine lange Tradition und sollen jungen Sportlern die Möglichkeit geben, die Spiele aus nächster Nähe zu erleben, nicht zuletzt um möglicherweise Motivation für die eigene Karriere als Leistungssportler zu tanken. Das Angebot soll aber auch Begegnungen mit den Menschen des Gastgeberlandes und ihrer Kultur ermöglichen und zur Auseinandersetzung mit der historischen und aktuellen Bedeutung olympischer Spiele anregen.

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Kai Dangel wird mit 42 anderen Jugendlichen in einem Jugendgästehaus in Avigliana, einem kleinen historischen Städtchen zwischen Turin und den olympischen Wettkämpfstätten in den Bergen untergebracht sein. Nicht mit fünf Sternen, sondern jugendgemäß heißt dort das Motto. Mit Selbstverpflegung und Küchendienst und wahrscheinlich einmaligen Erlebnissen. Die Leitung des Jugendlagers soll keine geringere als die deutsche Skilegende Rosi Mittermaier übernehmen, die trotz zahlreicher Verpflichtungen während der Spiele möglichst viel Zeit mit den Teilnehmern verbringen möchte. Jeder Jugendliche hat nicht nur jeden zweiten Tag die Möglichkeit, einen olympischen Wettkampf vor Ort zu erleben, auf dem Programm stehen unter anderem auch Besuche im Deutschen Haus und im olympischen Dorf, mit persönlichen Treffen der deutschen Athleten. Weiterhin besteht in der knapp bemessenen Zeit auch schon einmal die Möglichkeit, die Skigebiete in der Region zu testen.

Auch bei diesem olympischen Jugendlager soll die traditionell gute Zusammenarbeit zwischen dem Nationalen Olympischen Komitee und der Deutschen Behindertensportjugend gepflegt werden. Deshalb werden auch zwei behinderte jugendliche Sportler mit nach Turin kommen, umgekehrt werden auch nicht behinderte Nachwuchssportler zum paralympischen Jugendlager eingeladen.

Neben dem Ötlinger Kai Dangel erhielten aus den Reihen des Schwäbischen Skiverbandes auch die Biathletin Simone Denkinger (Gorheim), der nordische Kombinierer Jens Gaiser (Mittenwald) und der Snowboardcrosser Michael Layer aus Dettingen/Erms eine Einladung. Alle Teilnehmer wurden bereits nach der Nominierung in einem Wochenendlehrgang auf das Ereignis vorbereitet. Mit selbst gestalteten Beiträgen sollen sie bei einem Abendempfang in Avigliana die Gäste aus Sport und Politik unterhalten und dabei unter Beweis stellen, dass Sportler meist über vielfältige Talente verfügen. Das olympische Jugendlager von NOK und dsj wird, wie bereits in Salt Lake City 2002 und Athen 2004, wieder öffentliche Beachtung finden. So hat Bundespräsident Horst Köhler schon jetzt sein Interesse an einem erneuten Besuch geäußert.

tb