Lokalsport

Auf Tuchfühlung mit der Felsenwand

Die Region um das norditalienische Varese war Schauplatz eines Trainingslagers einiger Mitglieder der deutschen Segelflug-Nationalmannschaft. Mit von der Partie waren die Hahnweid-Piloten Mario Kießling und Michael Grund.

LOTHAR SCHWARK

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VARESE Nach langem, endlos erscheinenden Winter starteten Mario Kießling (Fliegergruppe Wolf-Hirth) und Michael Grund (Aero Club Stuttgart) in Varese/Italien zu ersten Flügen über den Südalpen. Mit Kollegen des Segelflugnationalteams bereiteten sie sich beim offiziellen Trainingslager auf kommende Wettbewerbsflüge vor.

In der ersten Maiwoche ruft der heimische Hahnweid-Wettbewerb. Gelegenheit genug, sich dort mit Mitspielern der Lüfte erste sportliche Vergleiche über heimatlichem Territorium zu liefern. Danach stehen für Kießling und Grund deutsche Meisterschaften in Zwickau an. Hier gilt es, sich weiterhin für das Nationalteam zu qualifizieren. Ab Ende Juni wird Grund dann die Nationalmannschaft in Finnland, im Land der tausend Seen, bei der Segelflug-Europameisterschaft in der 15-Meter-Klasse vertreten.

Zwischen Lago Maggiore und Comer See gelegen, empfing Varese nun die beiden Hahnweid-Piloten. Bei trübem Wetter testeten sie nochmals Instrumente ihrer Flugzeuge. Grunds Wolkenrenner Ventus 2 verfügt über ein Gesamtrettungssystem, das das Flugzeug im Notfall am riesigem Fallschirm sicher zur Erde zurückbringt. Ein Mittelmeertief sorgte zwischendurch für Bindfadenregen. Diese fliegerische Pause nutzte das Nationalteam zu ausgiebigen Theoriestunden.

Dann wurde es praktisch: Starke Aufwinde beförderten die Piloten bei Trainingsflügen zum Montblanc-Gletscher und zurück. "Schade, dass man dieses Gefühl des Schwebens und Gleitens so nicht so wiedergeben kann", schwärmten die Piloten hinterher. Die drei Tage vorher hatten sie sich mit flugsportlicher Hausmannskost begnügen müssen, nicht höher als 1400 Meter über Grund übten sie "hautnahes" Fliegen am Fels. "Das war sehr lehrreich", sagte Kießling. Richtung Ortler-Gletscher ging es am Schlusstag mit Mannschaftskollegen. Es ergab sich ein schönes Panaroma: "Aus 3500 Metern konnte man Meran und Reschensee überblicken."