Lokalsport

Aufbruch- oder Endzeitstimmung

Es ist erst der Abschluss der Vorrunde, doch für die Knights bereits ein Schicksalsspiel: Gegen den Tabellenletzten ASC Mainz muss morgen Abend (19.30 Uhr, Sporthalle Stadtmitte) gewonnen werden.

MAX DANIEL

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KIRCHHEIM Drei Siege aus 14 Partien, nur einer aus den letzten elf: Für die Basketballer der VfL Kirchheim Knights ist die zweite Liga zum puren Abstiegskampf geworden. Morgen erreicht dieser Kampf seinen vorläufigen Höhepunkt: In die Sporthalle Stadtmitte kommt das Team, das als einziges noch hinter den Knights steht und erst zweimal gewinnen konnte: am vierten Spieltag mit 62:53 gegen Rastatt und am elften mit 89:80 in München, als die Bayern ohne Center eine Niederlagenserie hinlegten.

Die Kirchheimer Ausgangslage ist sonnenklar: Dieses Spiel der Spiele müssen die Knights gewinnen. Natürlich wurde Mainz auch vom Verletzungspech heftig gebeutelt. Vor allem der Ausfall des treffsicheren Amerikaners Danny Boticki schmerzte. Deswegen wurde Ron Merriwether vom letztjährigen Regionalligateam zurückgeholt, doch auch er verletzte sich Anfang der Woche. Manager und Co-Trainer Miro Sovic: "Vielleicht wird einer der beiden spielen. Das entscheidet sich wahrscheinlich erst am Samstag." Neu dabei ist seit dem letzten Spieltag auf jeden Fall Christian Ebenrecht (27 Jahre, 2,12 m), der das mit Sean Brooks (1,99 m) und Ilja Ickert (1,98 m) kleinste Center-Duo der Liga entlasten soll. Bereits Ende der 90er-Jahre spielte der aus der A-Jugend von Bayer Leverkusen gekommene Center in Mainz, dann noch einmal von 2002 bis Ende 2004. Zuletzt stand er im Team des Regionalligisten TV Kirchheimbolanden und erzielte in elf Spielen 11,6 Punkte im Schnitt. ASC-Trainer Dejan Kreclovic: "Dank Chris können Sean und Ilja auch mal eine Pause einlegen. Das ist ein Fortschritt."

Bei den Knights dagegen ist personell alles klar, allerdings keineswegs optimal: Bekanntlich weilt Center Alexander Zyskunov zu seiner Hochzeit in der weißrussischen Hauptstadt Minsk, und so ist die Besetzung unter dem Korb etwas kurz geraten. Zyskunovs Aufgaben müssen sich Bill Goehrke, Wilu Lenger, Tom Klemm und Antonis Sivorotka teilen. Um das schon einmal zu üben, setzte Coach Pasko Tomic am Mittwoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein Testspiel gegen den Regionalligisten KGJ Schwenningen an. Nach einer grausamen ersten Hälfte (33:38) fanden die Kirchheimer nach der Pause einigermaßen zu ihrem Spiel, trafen recht gut von außen und zeigten auch ausreichende Bissigkeit in der Defensive. Die zweite Hälfte wurde so 46:29 gewonnen, das Spiel 84:67, doch eine wirkliche Aussage über die aktuelle Form lässt sich deshalb kaum machen.

Teammanager Volker Oesterle: "Mit solchen Testspielen haben wir ja eher schlechte Erfahrungen. Das jedenfalls war eines der besten der letzten Jahre, vor allem die zweite Halbzeit aber das bedeutet nicht viel." In der Regionalliga folgte auf ein schlechtes Testspiel ja meist ein Sieg, aber Coach Pasko Tomic lässt sich von solchen Gesetzmäßigkeiten nicht beirren: "Wir konnten einiges testen, das Spiel hat seinen Zweck erfüllt. Alles andere sehen wir am Samstag."

Apropos sehen: Erstmals in der 50-jährigen Geschichte des Kirchheimer Basketballs hat sich das Fernsehen angesagt. R.TV aus Böblingen wird einen Beitrag produzieren, der am Montag von 18 bis 2 Uhr nachts im sich halbstündlich wiederholenden Programm des Regionalsenders gesendet wird. Das Schicksalsspiel als Endlosschleife ein weiterer Grund, warum diese Partie unbedingt gewonnen werden muss.

Kirchheim Knights KGJ Schwenningen (Testspiel am 10. Januar) 84:67:

Burnette (8), Goehrke (6), Hountondji, Jorgusen (6), Karamatskos (21/2), Klemm (14/2), Kranz (11/3), Lenger (2), Reichmuth (3), Sivorotka (13/2).