Lokalsport

Aufholjagd in Braunschweig

Die VfL Kirchheim Knights lassen in der Pro-B-Serie der zweiten Basketball-Bundesliga weiterhin nichts anbrennen: Bei der SG Braunschweig glückte am gestrigen Abend ein 100:86 (45:44)-Erfolg.

BRAUNSCHWEIG Bereits am Freitag gegen 12 Uhr brachen zwei vollbesetzte Kleinbusse nach Braunschweig auf: Indiz dafür, wie ernst die Knights das Nord-Gastspiel nahmen. Damit wollte Coach Pat Elzie seinen Jungs genügend Regenerationsmöglichkeit nach der drittlängsten Auswärtsfahrt der Saison verschaffen. Der Plan ging letztlich auf, und am frühen Sonntagnachmittag stieß dann auch noch erwartungsgemäß ein Nachzügler zum Team: David McCray, der am Samstag mit dem Kooperationspartner EnBW Ludwigsburg den dritten Saisonsieg feierte und bei seinem Bundesligadebüt zu den Matchwinnern gehörte. McCray brachte die ganze Euphorie mit und wurde zweitbester Knights-Werfer hinter dem überragenden Tim Burnette.

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Die Handvoll mitgereister Fans konnten in Braunschweig hoffen, dass die Ritter besser in die Partie finden würden als in den beiden vergangenen Spielen. Doch weit gefehlt: Vor 350 Zuschauern bestimmten die Gastgeber von Beginn an das Tempo und konnten sich durch eine überdurchschnittliche Trefferquote schnell absetzen. Vor allem Jorge Schmidt zeichnete sich mit seinen Dreiern da aus. Bei den Knights dagegen lief bis dahin fast gar nichts: Einzig Tim Burnette punktete in gewohnter Form, von den ersten 14 Punkten gingen alleine 13 auf sein Konto. Es schien fast so, als wären die anderen Knights gar nicht präsent, und die vielen Fehlwürfe ließen sich nur teilweise durch die "zurückhaltend" agierenden Schiedsrichter erklären. Das Viertelergebnis von 31:16 für Braunschweig sprach für sich.

Es musste sich rasch etwas ändern und es änderte sich was: Neu eingestellt kamen die Knights ins zweite Viertel. In der Defense wurde auf Zonenpresse umgestellt. Durch diese aggressive Verteidigung konnten die Kirchheimer ein ums andere Mal wichtige Ballgewinne erzielen und den Rückstand langsam verkürzen. Beim Stand von 24:33 Mitte des zweiten Viertels platzte der Knoten. Den fulminanten Schlusspunkt einer erfolgreichen Aufholjagd setzte mit der Schlusssirene der Youngster Kevin Wysocki. Er verwandelte aus mehr als acht Metern seinen Dreipunktewurf zum Halbzeitstand vom 44:45 und erzielte damit für die Knights die erstmalige Führung.

Nach der Halbzeitpause erlebte Coach Pat Elzie ein aufgewecktes Team, das seinen Vorsprung permanent vergrößerte. Das VfL-Team kontrollierte jetzt das Geschehen. Beim Stand von 60:52 nutzten die Ritter die folgenden Minuten, um durch Dreier von Burnette und Kranz auf 66:54 davonzuziehen. Im weiteren Verlauf verpassten es die Kirchheimer, den Abstand weiter zu vergrößern. Durch unnötige Knights-Ballverluste sowie erfolgreiche SG-Dreier (Schmidt) und -Freiwürfe (Khartchenkov, Fresse) blieben die Braunschweiger auf Tuchfühlung. Nach einem Dreier von Kai-Uwe Kranz und zwei erfolgreichen Freiwürfen von Sascha Kesselring wurde das dritte Viertel mit einer knappen 71:67-Führung beendet.

Die ersten Punkte des letzten Viertels erzielte einmal mehr der herausragende Spieler des Abends: Tim Burnette. Mit seinem zu diesem Zeitpunkt 31. Punkt unterstrich er seine herausragende VfL-Bedeutung. Beim Stand von 71:80 nutzten die Braunschweiger eine kurze Phase der Kirchheimer Unaufmerksamkeit und kamen drei Minuten vor Schluss nochmals auf 5 Punkte heran. Die Knights ließen sich den Sieg aber nicht mehr aus der Hand nehmen. "Es war ein sehr hartes Auswärtsspiel", resümierte Knights-Headcoach Pat Elzie nach dem Spiel. "Doch wir haben gezeigt, dass wir zu Recht an der Tabellenspitze stehen." Am kommenden Samstag erwarten die Knights in der Sporthalle Stadtmitte die "Löwen" aus Herten. Auch die werden kämpfen.

bs

VfL Kirchheim Knights: Kranz (14 Punkte/4 Dreier), McCray (16/1), Burnette (35/2), Wysocki (6/1), Lenger (n.E.), P. Klemm, Howard (7), Klemm T. (2), Kesselring (13, 11 Rebounds), Hornig (7, 10 Rebounds).SG Braunschweig: Czepczynski (2), Njoya Nken (2), Adler, Schmidt (26/5), Noch (2), Stückemann (16/2, 9 Reb.), Ratajczak, Granz (3, 8 Reb.), Khartchenkov (15/2), Freese (16, 13 Reb.), Behrens, Burow (4).