Lokalsport

"Aufwärtstrend der Hinrunde fortsetzen"

Der Mann nimmt's wie's kommt. Fast fatalistisch antwortete Michael Rentschler auf die Frage, wie schwer die Langzeit-Ausfälle der verletzten Torhüter Gühring und Goretzki wögen, so: "Es ist, wie es ist. Müßig darüber zu klagen. Wir müssen nun das Beste daraus machen."

THOMAS PFEIFFER

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KIRCHHEIM Geschockt und verunsichert waren andere im Verein, als neulich die Hiobsnachrichten über die Torleute Patrick Gühring und Fabian Goretzki beide fallen mehrere Monate aus publik wurden. VfL-Fußballtrainer Michael Rentschler indes reagiert anders, wenn die aktuelle Kirchheimer Keeper-Problematik aufs Tablett kommt: ruhig und gelassen. "Mein Vertrauen in dieser Situation gehört voll den beiden Torhütern Jürgen Rechner und Norman Volber", betont er.

Da drängt sich die Frage auf, wer von den beiden im bevorstehenden VfL-Auftaktspiel gegen die TSF Ditzingen (5. 3.) das für morgen anberaumte Duell in Dorfmerkingen wurde bereits abgesagt wohl als neue Nummer eins ausgeguckt werden wird: Rechner, der alte Hase (33), oder Volber, das Jungtalent (18)? Noch gibt's dazu von Rentschler ("wir sind noch in der Vorbereitung") keine erste Trendeinschätzung. "Es gibt keine feste Hackordnung. Sowohl langjährige Routine als auch jugendliche Dynamik haben Vor- und Nachteile. " Rechner vs. Volber: Der Zweikampf im VfL-Kasten ist offen.

Während einige VfL-Fans die sportliche Zukunft angesichts der Ausfälle eher mit Skepsis betrachten, übt sich Michael Rentschler im Hintergrundgespräch in positivem Denken. "In der Hinrunde hatte die Mannschaft einen stetigen Aufwärtstrend zu verzeichnen. Diesen Aufwärtstrend wollen wir in diesem Jahr fortsetzen", sagt er. Derzeit ist der VfL, trotz nachträglich aberkannter Punkte aus dem gewonnenen Heimspiel gegen SF Dorfmerkingen an Spieltag eins, überraschend Tabellensechster mit neun Punkten Rückstand auf den Zweiten TSG Balingen (31). Geht's noch besser? Rentschler, der auf die rasche Genesung von Stefan Ziegler (Muskelverletzung) hofft, lässt alles offen: "Wir schauen von Spiel zu Spiel. Was unterm Strich dann herauskommen wird, warten wir ab." So und ähnlich gibt auch Otto Rehhagel Statements ab . . .

Durchaus vorstellbar, dass der VfL in den Restspielen 2005 noch in Abstiegsgefahr gerät: Der Tabellenviertletzte TuS Metzingen (17) ist nur fünf Punkte weg. Der VfL also nicht auf dem Weg nach oben, sondern im Tabellenkeller ringend um den Klassenerhalt die wahrscheinlichere Variante für eine VfL-Saisonprognose?

Der Trainer spart die Antwort aus, sagt nichts dazu, nichts zum worst case, der irgendwie noch immer droht, nichts zur Möglichkeit des fortgesetzten Höhenflugs, der unverändert winkt. Beides hat Rentschler nicht im Angebot.

Dafür diese bildhafte Wegbeschreibung: "Anfangs war der VfL ein Koma-Patient, jetzt ist er zurück im Krankenbett. Nun geht es noch darum, aufzustehen." Also doch: Rentschler will schleunigst nach oben und sei es auch nur auf einen erweiterten Spitzenplatz.