Lokalsport

Aus der Traum

2:5 in Heiningen: Die Relegation zur Verbandsliga findet ohne den TSV Weilheim statt

Lange durften sie noch hoffen: Erst in der Schlussphase hat Fußball-Landesligist TSV Weilheim den Einzug in die Relegationsrunde verspielt. In einer lange Zeit ausgeglichenen Begegnung unterlagen die Limburgstädter mit 2:5 (1:1) beim 1. FC Heiningen. Die beiden Tore zum zweimaligen Ausgleich von Mike Tausch waren zu wenig gegen eine spielstarke Elf des Gastgebers.

FC Heiningen (gelb-schwarz)-TSV Weilheim (rot) (Entscheidungsspiel um Relegationsplatz)Komplette Mannschaft nach Niederlage
FC Heiningen (gelb-schwarz)-TSV Weilheim (rot) (Entscheidungsspiel um Relegationsplatz)Komplette Mannschaft nach Niederlage

Heiningen. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um die 25 Grad strömten die Zuschauer in Scharen auf das Sportgelände in Heiningen. Die Bedingungen für das große Finale in der Landesliga zwischen dem Tabellendritten 1. FC Heiningen und dem Tabellenzweiten aus Weilheim konnten nicht besser sein. Über 600 Zuschauer wollten sich das entscheidende Match um den zweiten Tabellenplatz nicht entgehen lassen, und keiner musste sein Kommen hinterher bereuen. Beide Teams boten von Beginn an ein Spiel mit vielen Strafraumszenen auf beiden Seiten und teilweise herrlichen Kombinationen.

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Die Elf von Trainer Alexander Hübbe hatte eigentlich die besseren Voraussetzungen. Schon eine Punkteteilung hätte für die Relegation gereicht. Nach nicht einmal einer Spielminute hätte Kai Hörsting seiner Mannschaft mit dem Führungstreffer alle Last von den Schultern nehmen können. Nach einem Abspielfehler in der Heininger Abwehr schnappte sich Weilheims Torjäger das Leder, lief seinem Gegenspieler auf und davon und hatte nur noch Torwart Patrick Gühring vor sich. Doch der verkürzte geschickt den Winkel und bewahrte seine Elf vor einem frühen Rückstand.

Die Gastgeber hatten durch Moritz Müller (3./knapp am Tor vorbei) und Maximilian Ziesche, der alleine vor dem Tor an Weilheims überragendem Torwart Hannes Ihring scheiterte (4.), ebenfalls zwei gute Möglichkeiten in Führung zu gehen. Wenig später war es dann soweit: Nach dem bisher besten Angriff bediente Ziesche den mitgelaufenen Dominik Mader, dieser zeigte keine Nerven und erzielte aus 14 Metern den umjubelten 1:0-Führungstreffer (10.). Genauso hatte es sich Heiningens Trainer Tobias Flitsch vorgestellt. Die Gäste zeigten sich aber keineswegs geschockt. Nur fünf Minuten später hatte erneut Hörsting die große Möglichkeit zum Ausgleich, traf dabei aber nur den Torpfosten.

Mit einer solch turbulenten Anfangsphase hatte niemand gerechnet. Der TSV Weilheim agierte nicht so defensiv wie es viele im Vorfeld erwartet hatten. Flitsch sah sich überdies von der Anfangsformation seines Trainerkollegen etwas überrascht: „Ich hätte nicht erwartet, dass Michael Zimmermann auf der „Zehn“ spielen würde.“ Normalerweise spielt der einen defensiveren Part im Mittelfeld. So hatte der 33-Jährige maßgeblichen Anteil am Weilheimer Ausgleichstreffer. Nach seiner mustergültigen Vorlage auf Michael Schweizer legte dieser das Leder quer und Mike Tausch beförderte den Ball ganz überlegt zum 1:1 in die Maschen (35.).

Dass der TSV Weilheim in diesem Spiel nicht das Glück auf seiner Seite haben würde, machte die zweite Halbzeit deutlich. Es waren noch nicht einmal sechs Minuten gespielt, da gerieten die Hübbe-Schützlinge erneut in Rückstand. Heiningens Torjäger Maximilian Zieche setzte sich auf der rechten Außenbahn durch, seine scharfe Hereingabe lenkte Markus Gabriel unglücklich zum 2:1 ins eigene Tor (51.). Hübbe reagierte sofort auf die neue Situation, brachte für den defensiven Yüksel Uluköyli im Mittelfeld den offensiveren Carmelo Scaffidi. Die Maßnahme griff: Nur sechs Minuten später spielte Scaffidi den entscheidenden Pass auf Mike Tausch. Der erst 19-Jährige, der ein gutes Spiel absolvierte, bewies Nervenstärke und erzielte den 2:2 Ausgleichstreffer (65.). Der Weilheimer Torjubel war noch nicht verhallt, da gelang Moritz Müller, dem besten Heininger auf dem Platz, im direkten Gegenzug der erneute Führungstreffer zum 3:2 (66.). Eine Schlüsselszene, wie beide Trainer nach dem Spiel erklärten. Hätte der TSV Weilheim den zwischenzeitlichen Ausgleich länger halten können, wäre der Druck auf die Gastgeber wohl gewachsen.

In der Schlussphase versuchten die Limburgstädter noch einmal alles, doch nach dem 4:2 (77.) durch einen Kopfball von Davor Kraljevic war das Spiel endgültig entschieden. Den Schlusspunkt zum 5:2 setzte Dominik Mader mit seinem zweiten Tor (89.). Die Entscheidung des Sportgerichts, die fünf zunächst gesperrten Heininger Spieler kurzfristig doch spielen zu lassen, kommentierte Hübbe am Ende fair: „Der Fehler wurde in der Kreisliga B begangen und hat mit der Landesliga nichts zu tun. In solch einem entscheidenden Spiel sollten immer die Besten spielen.“

1. FC Heiningen: Ihring – Schneider, Kütri (37. Lleshaj), Cubuk (65. Neumann), Latzko – Müller (88. Medicina), Kraljevic, Kotiukov, Schmidts, Mader – Zische.

TSV Weilheim: Ihring – Gabriel, Edelmann, Kirschmann (62. Hummel), Strohmaier – Tausch, Elsässer, Uluköyli (59. Scaffidi), Zimmermann, Schweizer (68. Heisig) – Hörsting.

Tore: 1:0 Mader (10.), 1:1 Tausch (35.), 2:1 Eigentor Gabriel (51.), 2:2 Tausch (65.), 3:2 Müller (66.), 4:2 Kraljevic (77.), 5:2 Mader (89.).

Gelbe Karten: Kraljevic, Ziesche – Strohmaier, Gabriel

Zuschauer: 620

Schiedsrichter: Michael Hieber (Ellwangen)