Lokalsport

Aus der Traum vom Wiederaufstieg

REIMUND ELBE

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DETTINGEN Es hat schon aufregendere Relegationsspiele gegeben als jenes am vergangenen Samstag vor rund 400 Zuschauern in der Schlossberggemeinde. Ausschlaggebend dafür war unter anderem, dass der TV Bempflingen bereits nach 33 Sekunden das 1:0 markierte. Eine Hereingabe von TVB-Angreifer Carsten Trojan beförderte Naberns Andreas Neuhäußer aus zwölf Metern Entfernung übermotiviert mit einem strammen Schuss ins eigene Tor symptomatisch für den verkorksten SVN-Auftritt in diesem Relegationsmatch.

Übernervöse Naberner (inklusive ihres Keepers) gegen konzentrierte Bempflinger es war ein ungleiches Duell zwischen den beiden Kreisliga B-Vizemeistern. Nach diesem frühen Treffer knisterte es bei teilweise strömendem Regen nicht gerade vor Spannung auf dem Platz. Der TV Bempflingen sorgte zudem schon vor der Pause für eine Vorentscheidung. "Unsere Jungs waren heiß auf dieses Spiel, aber sie haben auf dem Platz nie dieses Nervenflattern wegbekommen," gestand Naberns Abteilungsleiter Rainer Kneile nach dem Schlusspfiff enttäuscht ein: "Schade, dass wir ausgerechnet in diesem wichtigen Spiel nicht zu unserer Normalform gefunden haben."

Wesentlich glücklicher wirkte natürlich Bempflingens Spielertrainer Taner Dirlik. Und das, obwohl der Torschütze zum 2:0 (schöner Heber in der 33. Minute nach einem Blackout der SVN-Abwehr) kurz danach mit einer Achillessehnenverletzung ausgewechselt werden musste. "Wir haben nicht nur gewonnen, sondern auch kein Gegentor bekommen und das gegen den SV Nabern, der in der Punkterunde nicht weniger als 81 Tore erzielt hat," sagte der TVB-Übungsleiter strahlend.

Gefeiert wurde bei den Bempflingern auch Torhüter Rudi Hiller. Bei den wenigen Topchancen der Naberner leistete der Routinier exzellente Arbeit. Die wohl größte Tat vollbrachte Hiller, als er in der 18. Minute einen von SVN-Goalgetter Markus Prettner geschossenen Freistoß mit den Fingerspitzen aus dem Torwinkel lenkte und ein mögliches Kippen der Partie zu Ungunsten der Bempflinger verhinderte. Die rund 150 TVB-Fans unter den Zuschauern dankten es ihrem Schlussmann mit einprägsamen Sprechchören ("es gibt nur ein Rudi Hiller").

Der Naberner Anhang, wie der aus der Ermstalgemeinde mit Trommeln und viel Stimmgewalt angerückt, verstummte mit zunehmender Dauer des Spiels. Denn trotz aller lobenswerten Bemühungen nach der Pause blieb das Offensivspiel des SVN zu berechenbar, die Torschüsse waren häufig zu unplatziert. Als die Bempf-linger Trojan und Bauer kurz vor dem Abpfiff das Ergebnis weiter in die Höhe schraubten, rollte der Naberner Anhang das selbstproduzierte Plakat ("Auf geht's SVN, ihr schafft's") schließlich ein.

Zu diesem Zeitpunkt weilte Naberns Akteur Raphael Siegler bereits in der Kabine. Nach einem harmlosen Schubser gegen Bempflingens Jochen Veil (85.) der daraufhin spektakulär zu Boden plumpste und alle Viere von sich streckte hatte Siegler von Schiedsrichter Johannes Steck die Rote Karte präsentiert bekommen. Es war die einzige zweifelhafte Tat des ansonsten auffallend abgeklärt leitenden Verbandsliga-Schiedsrichters, der sich auch von außen ins Spiel hineingetragener Hektik zu keiner Zeit irritieren ließ.

SV Nabern: Meyer Baudisch Gall, Hack, Diez Helfert (53. Siegler), Cadjenovic, König, Neuhäußer (61. Dangel) Prettner, Schuster (59. Egidy)TV Bempflingen: Hiller Fruhmann Schäfer, Off (58. Riesenweber), A. Veil Stoll (66. Lauxmann), Lang, Dirlik (39. Brodbeck), J. Veil Trojan, BauerTore: 0:1 Neuhäußer (1./Eigentor), 0:2 Dirlik (32.) , 0:3 Trojan (89.), 0:4 Bauer (90.)Gelbe Karten: Gall, Hack, Diez, Prettner Fruhmann, LangRote Karte: Siegler (SVN/85.)Zuschauer: 400 (290 zahlende)Schiedsrichter: Johannes Steck (Stuttgart).