Lokalsport

"Ausscheidungsfahren" auf dem flachen Land

Der Bissinger Stefan Sahm erreichte beim Bundesliga-Finale in Hamburg das gesteckte Ziel und schob sich als Tagesdritter noch auf den zweiten Gesamtrang. Am Sieg durften die T-Mobile-Profis aus der Region an diesem kühlen Septembertag vor den Toren Hamburgs nicht schnuppern.

EDGAR VELOCI

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HAMBURG An der Spitze zog der Schweizer Ralph Näf souverän seine Kreise. Als Querfeldein-Könner kam er mit dem wenig profilierten Kurs und dem matschigen Boden bestens zurecht. Nur Karl Platt (Osthofen) konnte ihm drei von elf Runden lang folgen, dann war auch er mit der Verteidigung des zweiten Platzes beschäftigt. Auf den letzten drei Runden setzte Stefan Sahm den Pfälzer mächtig unter Druck. Er verkürzte den zwischenzeitlichen Rückstand von 1:15 Minuten um eine Minute, doch Platt kämpfte zu verbissen. Stefan Sahm war allerdings auch noch mit dem Schweden Philipp Tavell beschäftigt. Mit dem Skandinavier war der Bissinger lange Zeit unterwegs, erst auf der letzten Runde konnte er ihn abschütteln. "Das war zum Schluss ein Ausscheidungsfahren", schilderte er.

Der 28-Jährige wusste, dass er unbedingt Dritter werden musste, um Ralph Näf in der Gesamtwertung zu distanzieren. "Am Anfang ging es schwer, da hätte ich nicht gedacht, dass es zum Schluss noch so gut geht, meinte er und zeigte eine zufrieden Miene über den zweiten Gesamtrang hinter seinem Magenta-Teamkameraden Jochen Käß (Oberstenfeld), der mit dem elften Platz den Gesamtsieg sicherte. Sahm wurde damit zum zweiten Mal nach 2000 Bundesliga-Zweiter und betrachtete dies als Erfolg. Titelverteidiger Lado Fumic (Kirchheim) hatte sich zur Aufholjagd zeitweise vor Sahm gespannt. Doch dann flog dem Vize-Europameister Dreck ins Auge, so dass er sein Vorhaben, Sahm nach vorne zu fahren, wieder aufgeben musste. Er fiel bis auf Platz neun zurück. "Als es wieder gut war, konnte ich noch mal aufholen. Aber es war natürlich nicht mein Wetter", verwies Fumic auf den tiefen Boden. Immerhin fuhr er noch auf Rang fünf.

Seinem Bruder Manuel wurden einige überrundete Fahrer zum Verhängnis. Der U23-Weltmeister hatte nach einigen der 3,5-Kilometer-Schleifen endlich seinen Rhythmus gefunden und lag nur noch 15 Sekunden hinter dem dritten Platz, als er beim Überrunden zweimal stürzte und den Rhythmus wieder verlor. "Es war insgesamt okay, das waren nicht meine Bedingungen", kommentierte er seinen sechsten Rang. Marc Gölz (Weilheim) indes hatte keinen guten Anfang und kein gutes Ende. Im Mittelteil fuhr er sich unter die besten 20, um dann am Ende wieder heraus zu fallen. "Zum Schluss ging mir der Saft aus", meinte Gölz. "Ich bin eben schon lange nicht mehr ein so langes Rennen gefahren."

Alexander Speisekorn (Team Haspel) schied aus. Daniel Stix (Goldway Merida) lieferte in der Juniorenklasse ein gutes Rennen ab. Stix kam trotz schlechter Startposition gut in die Konkurrenz und war nach zwei Runden schon Dritter. Danach plagten ihn immer wieder Kettenklemmer und er fiel auf den fünften Rang (3:06 Minuten hinter Sieger Andi Weinhold) zurück. "Immer wieder auf- und absteigen, das war schon anstrengend, aber trotzdem ist es super gelaufen", meinte Stix. Auch Julius Henne (Team Haspel) war mit Rang zehn zufrieden. "Top-Ten war mein Ziel", bekannte er. Er hatte nach zwei Runden auf dem siebten Platz gelegen, dann aber eine Schwächephase erlitten und kam zum Schluss noch einmal stark auf. Als Zehnter hatte Henne 5:19 Minuten Rückstand. Kai Kautz (Team Heilenmann) wurde 22. mit einem Rückstand von 10:38 Minuten.

Max Berner (Höfle-Corratec) hatte in der Jugendklasse großes Pech. Er konnte in der ersten Rennphase Kontakt zur Spitzengruppe halten, was ihm bisher noch nicht gelungen war. Doch nach der Hälfte des Rennens begann der Umwerfer immer mehr den Dienst zu versagen, bis Berner sogar aufhören musste. "Mir ging es extrem gut", war Berner am Ende tief enttäuscht über die entgangene Top-Platzierung. Für ihn war es bereits das dritte Rennen in Folge, das er mit Defekt beenden musste. Andy Eyring aus Haselbach gewann das Rennen.