Lokalsport

Außer Spesen nichts gewesen

200-Kilometer-Trip ohne Erfolg: Nach einer indiskutablen Leistung hat Handball-Landesligist TSV Owen sein Auswärtsspiel beim österreichischen HC Lustenau verdient mit 28:31 (8:14) verloren, bleibt dank der Niederlage von Verfolger Blaustein jedoch Tabellenführer.

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Lustenau. Trotz frühzeitiger Anreise nach Österreich fanden die Teckstädter nur schwer in die Partie. Nach dem Ausfall von Heiko Hoyler musste auch Marius Schmidt kurzfristig passen. Lustenau war in einer schwachen Landesligapartie von Beginn an die tonangebende Mannschaft. Nach fünf Spielminuten stand es 2:0 für die Gastgeber. Owen glänzte zu Beginn lediglich mit technischen Fehlern und Fehlwürfen. Wie schon im Heimspiel gegen Feldkirch lag die Fehlerquote der Gelbhemden viel zu hoch. Der einzige Unterschied zur Vorwoche: Diesmal nutzte der Gegner seine Chance und zog davon. Lediglich Bastian Klett hatte annähernd Normalform, doch auch dies war im ersten Spielabschnitt zu wenig. Matthias Carrle im Tor wurde von seinen Vorderleuten immer wieder im Stich gelassen.

Nach knapp zwölf Minuten führte der HCL verdientermaßen mit 7:3. Owen agierte vor allem im Angriff zu statisch, es war auch kein Aufbäumen zu spüren. So hatte die agile Lusten­auer Deckung leichtes Spiel. Wenn die Teckstädter dann doch einmal eine Lücke in der Abwehr der Gastgeber fanden, wurde diese Chance kläglich vergeben – ein Lustenauer Zuschauer traf den Nagel förmlich auf den Kopf: „Wollt ihr denn heute nicht gewinnen?“

Auf Seiten der Owener Zuschauer war man angesichts des fast leblosen Auftritts ihrer Mannschaft fast sprachlos, dennoch feuerten die mitgereisten Fans ihre Mannschaft bedingungslos an. Auch eine Auszeit verpuffte wirkungslos. Der HCL spielte sein Spiel ganz locker herunter. Dabei nutzten die Gastgeber vor allem die zahlreichen leichten Fehler im Spiel der Teckstädter, um ihrerseits die einfachen Tore zu erzielen. Beim Stand von 11:6 für den HCL lag der TSV erstmals mit fünf Treffern im Rückstand. Owens Markus Nothwang sprach von einem Albtraum und mit dieser Aussage hatte er angesichts des deutlichen 8:14-Rückstands zur Pause nicht einmal unrecht. Owen fand in den ersten 30 Spielminuten praktisch nicht statt. Einzig Bastian Klett stemmte sich gegen die Niederlage.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich nichts am Spielverlauf. Owen lud die Gastgeber immer wieder zum Torewerfen ein. Der HCL nahm die Geschenke dankend an. Vor allem den Rechtsaußen des HCL, Klaus Hanspeter, bekamen die Teckstädter nicht in den Griff. Zwölf Treffer steuerte der Angreifer des HCL bei.

Beim Stand von 20:12 deutete sich sogar ein Debakel für die Mannen von Spielertrainer Markus Brodbeck an. Dann ging jedoch plötzlich ein Ruck durch das Team in Gelb. Vor allem der eingewechselte Nico Sigel brachte frischen Wind in die Partie. Doch auch dies war nur von kurzer Dauer. Der HCL spielte seinen Stiefel weiter herunter, ohne besonders zu glänzen. 25:17 stand es nach knapp 50 Minuten. Nach einer Auszeit von Owens Co-Trainer Jürgen Schöberl agierten die Teckstädter mit einer offensiven Manndeckung. Dies zeigte auch phasenweise ihre Wirkung, der TSVO kam so zu zahlreichen Ballgewinnen. Folge: Binnen kürzester Zeit schmolz der Vorsprung der Vorarlberger auf drei Tore.

Als Lustenaus Spielgestalter Christian Heilinger in der 58. Minute beim Stand von 29:26 für den HCL disqualifiziert wurde, brodelte es in der Halle. Einer von fünf vergebenen Strafwürfen verhinderte eine weitere Owener Aufholjagd. Doch der TSV blieb in Ballbesitz und Bastian Klett verkürzte auf 27:29. Doch trotz Überzahl folgte eine weitere Tiefschlafphase in der TSV-Defensive. Erneut war es Klaus Hanspeter, der zum umjubelten 30:27 traf. Owen gelang zwar der schnelle Anschluss zum 28:30, doch Lustenau spielte nun clever zu Ende. Trotz zweifacher Unterzahl gelang dem HCL noch das 31:28.

Glück im Owener Unglück: Dank der zeitgleichen Niederlage des Verfolgers TSV Blaustein (23:33 in Feldkirch) beträgt der Vorsprung des TSVO weiterhin drei Punkte. Fazit: Partie abhaken und nach vorne schauen. Am kommenden Samstag steht das Heimspiel gegen den SKV Unterensingen auf dem Spielplan – dann wird man mit Sicherheit wieder eine andere Mannschaft des TSV Owen auf dem Platz sehen. jb

HC Lustenau: Kohler – R. Bösch (1), M. Bösch, Hanspeter (12), Holzer (4), Renni (3), Köb (6), Heilinger (3), Mayer (2), Dona, Engelmaier

TSV Owen: Carrle, Gehrke – Wager (4), Dunkel, Kirchner, Lehmann (1), Weiss (1), Meissner (4), S. Klett (5/2), B. Klett (7/4), Hanssen (3), Martin (1), Sigel (2)

Schiedsrichter: Frank/Welach (TSV Nordheim)