Lokalsport

Auswärts-David bei Heim-Goliath

Zum Punktspielauftakt nach der Winterpause steht den Verbandsligakickern des VfL Kirchheim gleich ein schweres Auswärtsspiel bevor: Die abstiegsbedrohten Teckstädter gastieren morgen um 15 Uhr bei den zu Hause noch unbesiegten TSF Ditzingen.

KLAUS-DIETER LEIB

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KIRCHHEIM "Wer jetzt nicht kapiert hat, um was es geht und nicht mitzieht, kann gehen", wählt der sportliche Leiter des VfL deutliche Worte in Bezug auf das vorrangige Ziel der Kirchheimer in den anstehenden 14 Spielen bis zum Saisonende: den Klassenerhalt. Die Vorbereitung verlief recht vielversprechend, sodass die Chancen für den VfL Kirchheim gar nicht so schlecht sind. "Wir sind auf einem guten Weg", gibt sich Kirchheims Coach Michael Rentschler selbstbewusst.

Mit dem offensiven Mittelfeldspieler Michael Heilemann, Stürmer Pavel Ferenz und Torwart Patrick Gühring haben sich die Kirchheimer glänzend verstärkt, dennoch ist dies noch keine Garantie für den Klassenerhalt. Insgesamt hinterließen die Neuzugänge in den Testspielen einen guten Eindruck und es kann davon ausgegangen werden, dass alle drei am Samstag zu den Anfangsaufläufern zählen. "Ich habe mich gut eingelebt und es macht mir viel Spaß, in Kirchheim Fußball zu spielen", zeigt sich Pavel Ferenz, der vom TuS Erndtebrück aus der Verbandsliga Westfalen nach Kirchheim wechselte, sichtlich zufrieden. Ein Grund für den Vereinswechsel war mitunter die fehlende Familie: "Ich war in Westfalen ganz alleine." Ferenz lebt bei Tante und Onkel in Lenningen.

Den Kopf nicht in den Sand stecken will Torwart Norman Volber, der in allen bisherigen Punktspielen zwischen den Pfosten stand. Nach der Verpflichtung von Patrick Gühring droht Volber jetzt jedoch die Ersatzbank. Mit dieser Rolle will sich der Youngster aber nicht zufrieden geben: "Ich werde an mir arbeiten und auf meine Chance warten." Dafür macht er seit einigen Wochen Extraschichten im Training. Das letzte Testspiel am Dienstagabend gegen den Oberligisten Heidenheimer SB musste kurzfristig abgesagt werden. Der Kunstrasenplatz war vereist. Deshalb legt Michael Rentschler großen Wert auf das Abschlusstraining, um sich auf die richtige Startformation festzulegen.

Großen Respekt zollt Ditzingens Trainer Jens Uwe Zierer dem VfL Kirchheim: "Die Kirchheimer haben sich in der Winterpause gut verstärkt, und zählen für mich nicht zu den Abstiegskandidaten." In sechs Vorbereitungsspielen (2:2 gegen Sonnenhof Großaspach, 2:3 gegen KSG Gerlingen, 1:2 gegen die Stuttgarter Kickers, 1:3 gegen den VfR Aalen, 2:3 gegen SGV Freiberg) konnten die TSF Ditzingen nur ein Spiel (3:2 gegen den FC Gärtringen) gewinnen. Dennoch war Trainer Zierer mit der Vorbereitung sehr zufrieden: "Die Ergebnisse waren für mich eher zweitrangig." Auch mit dem bisherigen Saisonverlauf sind die Verantwortlichen zufrieden. Das verdeutlicht ein Blick auf die Tabelle: Mit 35 Punkten stehen die TSF Ditzingen auf dem dritten Rang und haben bei fünf Punkten Rückstand auf einen Aufstiegsplatz und einem Spiel weniger noch alle Chancen auf den Aufstieg in die Oberliga.

Ein Ziel, das der Ditzinger Trainer in der nächsten Saison erreichen will. "Wenn uns der Aufstieg nicht gelingen sollte, gibt es in der nächsten Saison nur ein Ziel und das heißt Oberliga." Die TSF Ditzingen sind neben Laupheim und Schwieberdingen eines von drei Verbandsligateams, das daheim noch unbesiegt ist. Von acht Spielen gewann der Ex-Regionalligist sieben und musste nur einmal die Punkte teilen. Gerade deshalb wird es für den VfL Kirchheim nicht einfach werden, auch nur einen Punkt mit nach Hause zu nehmen zumal die Kirchheimer zusammen mit dem FC Wangen das auswärtsschwächste Team der Verbandsliga stellen: In neun Partien gab's acht Niederlagen und nur ein Remis.