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Baden gegangen in Baden

Personalgeschwächt unterliegen Kirchheims Basketballer der BG Karlsruhe 76:82

Ehrenwert gekämpft, schlussendlich aber doch verdient verloren. Mit 76:82 unterlagen die Kirchheim Knights im Baden-Württemberg-Derby bei der BG Karlsruhe. Den aufgrund der Ausfälle von Andi Hornig und Tom Klemm praktisch nur zu sechst aufspielenden Kirchheimern fehlte am Ende schlichtweg die Kraft, um vor 250 mitgereisten Fans im inoffiziellen Endspiel um Platz vier die Oberhand zu behalten.

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Moritz Hönig

Karlsruhe. Allesamt wirkten die Knights etwas ausgelaugt in den vergangenen Wochen. So schien es als fehle ihnen nach dem bereits früh gesicherten Klassenerhalt nicht nur die nötige Anspannung, sondern allmählich auch die Kraft. Unlängst bemängelte Coach Frenkie Ignjatovic die fehlende Breite im Kader, die sich im Derby bei der BG Karlsruhe dann auch als der spielentscheidende Faktor herauskristallisieren sollte. „Wir haben heute weitestgehend eine Sechser-Rotation gespielt“, analysierte der Coach, der neben dem letztmals gesperrten Andreas Hornig auch auf den grippekranken Tom Klemm verzichten musste.

In der mit 2 000 Zuschauern gut besuchten Europahalle entwickelte sich vom Sprungball an ein rassiges, aber jederzeit faires Derby, in dem sich beide Teams anfangs wenig schenkten. Gordon Scott und Radi Tomasevic trafen jeweils ihre ersten Drei-Punkt-Würfe, Adam Baumann und Phillipp Heyden zeigten sich präsent unter den Körben. „Die Spieler wussten, dass sie ihre beste Leistung abrufen müssen, um hier eine Chance zu haben“, sagte Ignjatovic, dessen Team mit einem 24:25-Rückstand in die erste Viertelpause ging.

Mit Beginn des zweiten Viertels kippte das Spiel dann zugunsten der Hausherren. Nachdem Clifford Crawford die Knights noch mit 28:25 in Führung gebracht hatte, geriet das Spiel der Kirchheimer plötzlich ins Stocken und Karlsruhe setzte sich kontinuierlich ab. „Wir haben uns im zweiten Viertel zu wenig Rebounds gesichert und zu viele leichte Punkte zugelassen“, so Ignjatovic, der in dieser Phase nur zu gern auf Andreas Hornig als weitere Option unter dem Korb zurückgegriffen hätte. Zwar boten Phillipp Heyden und vor allem Adam Baumann (15 Rebounds) größtenteils eine gute Vorstellung, blieben im Kampf um die Abpraller gegen das reboundstärkste Team der Liga zu oft auf sich allein gestellt. Einmal mehr angeführt von Justin Howard erspielten sich die Karlsruher in den Folgeminuten einen 14-Punkte-Vorsprung und hielten die Gäste aus Kirchheim bis zur Halbzeit souverän auf Distanz. Beim Stande von 48:35 gingen die Knights mit einer Hypothek von 13 Punkten in die Halbzeit.

Klar war, dass sich in Hälfte zwei einiges ändern musste, wollten die Knights noch eine realistische Chance auf den Derbysieg wahren. Doch die taktischen Variationsmöglichkeiten von Ignjatovic waren in Angesicht der (zu) dünnen Personaldecke stark begrenzt, sodass sich auch am Spielverlauf zu Beginn des dritten Abschnitts nur wenig änderte: Bei Kirchheim lief es in der Offensive alles andere als perfekt und Karlsruhe baute die Führung weiter aus. Doch die Knights verloren zu keiner Zeit im Spiel den Glauben an die eigene Stärke und kämpften sich, angefeuert von rund 250 lautstarken Kirchheimer Fans, zurück ins Spiel. Beim Stande von 60:44 gelangen durch Crawford, Heyden und Baumann neun Punkte in Folge – ein Sieg lag wieder im Bereich des Möglichen. Nach einem weiteren Korbleger von Rouven Roessler ging es mit 62:53 in die letzte Viertelpause.

Ignjatovic: „Meine Mannschaft hat bis zum Ende gekämpft“

Mit einem Dreier gleich zu Beginn des letzten Viertels verkürzte Gordon Scott den Abstand auf nunmehr nur noch sechs Punkte. Postwendend aber sorgte Karlsruhes Bester an diesem Abend, Rouven Roessler, für die passende Antwort und traf seine Freiwürfe. Und auch auf den folgenden Dreier von Adam Baumann antwortete Roessler prompt, versenkte gar drei Dreier und ließ den Rückstand der Knights wieder auf 13 Punkte anwachsen. Doch abermals fand Kirchheim zurück ins Spiel: Ziyed Chennoufi, der fünf Minuten vor Spielende als erster Kirchheimer Bankspieler überhaupt einen Punkt erzielte, und Gorden Scott verkürzten wiederum auf fünf Punkte Rückstand (74:79) und schürten noch einmal die Hoffnung des Kirchheimer Anhangs. Ignjatovic: „Meine Mannschaft hat Moral gezeigt und bis zum Ende gekämpft.“ Allerdings hatten die Karlsruher gegen nun müde wirkende Ritter den längeren Atem, ließen sie nicht mehr rankommen und siegten schlussendlich auch verdient mit 82:76.

Es fehlte den Knights an diesem Abend schlichtweg an Alternativen auf der Bank. Eine zweite Garde, die der Stammbesetzung die Verschnaufpausen ermöglicht, die nötig sind, um Mannschaften wie Karlsruhe über 40 Minuten hinweg Paroli bieten zu können. „Am Ende fehlte die Kraft, um das Spiel noch einmal zu drehen“, so Teammanager Volker Österle.

Doch Besserung ist bereits in Sicht: Bereits kommenden Sonntag gegen Schalke 04 wird nicht nur Andreas Hornig, sondern voraussichtlich auch Tom Klemm wieder mit von der Partie sein. Man darf also gespannt sein, wie sich die Knights nach den zuletzt durchwachsenen Leistungen in den noch ausstehenden acht Saisonspielen schlagen werden.

BG Karlsruhe: Roessler (21), Howard (16), Elliott (8), Watson, Simin (11), Heindel (10), Rastatter (9), Kazarnovski (7).

VfL Kirchheim Knights: Tomasevic (5), Baumann (17, 15 Rebounds), Crawford (12), Scott (15), Heyden (21), Chennoufi (6), P. Klemm.