Lokalsport

Bangen und Hoffen

Wenige Tage nach der verheerenden Flutkatastrophe in Südasien bekommt die Tragödie auch hierzulande ein Gesicht. Angehörige und Freunde der VfL-Turnabteilung bangen um das Leben zweier junger Sportlerinnen und ihrer Mutter.

BERND KÖBLE

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KIRCHHEIM Die Nachricht verbreitete sich langsam und löste nicht nur in Reihen der VfL-Turnabteilung tiefe Bestürzung aus: Elli und Patricia Schäffer, beide erfolgreiche Kaderathletinnen im Kunstturnen, gelten seit Sonntag gemeinsam mit ihrer Mutter in der südthailändischen Ferienregion Khao Lak als vermisst. Der Vater, zu dem Angehörige und Freunde in Telefonkontakt stehen, liegt mit Verletzungen in einer Klinik der benachbarten Insel Phuket. Wolfgang und Manuela Schäffer waren an Heiligabend mit den beiden acht- und elfjährigen Töchtern zu einem zweiwöchigen Weihnachtsurlaub dorthin aufgebrochen. Seit der Flutkatastrophe am Zweiten Weihnachtsfeiertag, die der Vater mit schweren Schürfwunden und Prellungen überlebte, fehlt von den beiden Mädchen und der Mutter jede Spur. Nach Aussage von Angehörigen war die Familie am Strand von der Flut überrascht worden. Seit gestern befindet sich die Schwester der vermissten Manuela Schäffer in der Krisenregion und hofft dort, mit Hilfe von Behörden und Hilfsorganisationen Informationen über den Verbleib der drei Familienmitglieder zu bekommen.

Der zwölf Kilometer lange Strand von Khao Lak an der Westküste Südthailands ist gemeinsam mit der Nachbarinsel Phuket eine der am schwersten von der Flutkatastrophe betroffenen Regionen Thailands. Trotz stündlich aktualisierter Opfer- und Patientenlisten, die Behörden und Krankenhäuser über das Internet veröffentlichen, ist die Situation weiterhin geprägt von Chaos und Ungewissheit. Zahllose Verletzte liegen anonym und ohne Ausweispapiere in den umliegenden Krankenhäusern verteilt. Eine Tatsache, an die sich jetzt die Hoffnung der Angehörigen klammert.