Lokalsport

Beförderung in den DLV-Trainerstab

Micky Corucle wird befördert: Der Köngener, seit Jahren Übungsleiter von Halleneuropameister Tobias Unger, rückt in den DLV-Trainerlehrstab auf.

HANS KRIEG

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Alljährlich im September zieht der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) in Kienbaum nahe Berlin im Rahmen seiner Spitzensportkonferenz Jahresbilanz und stellt die Weichen für die kommenden Jahre. Interessante Personalie dabei: Michal "Micky" Corucle, erfolgreicher Übungsleiter von Tobias Unger, rückt in den DLV-Sprinttrainerstab auf.

Der Konferenz gehören neben der DLV-Spitze alle Bundestrainer, Landescheftrainer und Landessportwarte an; zur Abstimmung der Jahrestrainingspläne werden auch die Vereinstrainer der Topathleten eingeladen. Mit dabei war in diesem Jahr auch Micky Corucle (Köngen), Trainer mehrerer Spitzenathleten. Die Zusammenarbeit zwischen den Bundestrainern und den Regionaltrainern ist in den letzten Jahren deutlich effektiver geworden, dennoch ist es fast eine Auszeichnung, wenn ein Landes- oder Vereinstrainer zur Spitzensportkonferenz des Dachverbandes geladen wird. Dies bedeutet in der Regel, dass es sich dann um den Trainer eines Leichtathleten mit großer internationaler Perspektive handelt, oder, dass besagte Person zukünftig für Bundesaufgaben vorgesehen ist. Letzteres war bei Micky Corucle der Fall.

Hintergrund der Umbesetzung: Die notwendig gewordene Neuordnung des Männer-Sprinttrainerteams, nachdem Bundestrainer Uwe Hakus (Berlin) nach dem Europacup in Malaga sein Amt zur Verfügung gestellt hatte. War bei den jüngsten Europameisterschaften in Göteborg noch der Wattenscheider Vereinstrainer Ronald Stein für Sprinter und 4 x 100-m-Staffel zuständig, so wurde die Verantwortung nun auf mehrere Schultern verteilt. Als Team-Manager Sprint wird künftig Klaus Jakobs gemeinsam mit dem Trainer-Trio Micky Corucle, Ronald Stein und Adalbert Rossbach Verantwortung für die Förderung des Männer-Sprints und die Vorbereitung der Nationalstaffeln über 4 x 100 Meter haben. 2007 stehen neben der WM in Osaka auch vier internationale U18-Meisterschaften an. Das neue Funktionärsquartett bekam bis zu den Olympischen Spielen 2008 in Peking Verantwortung übertragen.

Da die deutschen Staffelläufer inzwischen wieder international konkurrenzfähig geworden sind wenngleich das Potenzial in Göteborg ohne Unger nicht zum Tragen kam und weil alle Mitglieder des DLV-Topteams sind, bekommen sie die optimale Förderung. Dazu kommen athletenfreundlichere Qualifikationsbedingungen. Den Bundestrainern wird auch freigestellt, ob sie überhaupt noch Ausscheidungswettkämpfe vor dem Europacup ansetzen wollen. Diese können entfallen, wenn sie bei den Frühsommermeetings ihre Bestbesetzung gefunden haben.

Micky Corucle gehört nun zu den Personen im DLV-Trainerstab, die freie Hand haben und an deren Arbeit große Erwartungen geknüpft wird. Wer den Rumänen kennt, weiß, dass er immer verbissen an (s)einer Sache gearbeitet hat. Dem DLV kann's nur recht sein.