Lokalsport

Begeisterung zwischen Neckar und Fils ist ungebrochen

Der Jugendfußball boomt und ein Ende ist nicht in Sicht erfreuliches Fazit nach der Hauptversammlung der Vereinsjugendleiter in Jesingen. In den letzten drei Jahren hat sich die Zahl der Nachwuchsmannschaften im Bezirk Neckar-Fils von knapp über 800 auf aktuell 979 erhöht.

KIRCHHEIM Der Unterboihinger Hans-Peter Nickel, der das Amt des Bezirksjugendleiters von Heinz Thumm 2004 kommissarisch übernommen hatte, ist auf der Hauptversammlung in der Jesinger Gemeindehalle von den 112 Teilnehmern aus 69 Vereinen einstimmig gewählt worden. "Was in den letzten drei Jahren im Bezirk Neckar-Fils geleistet wurde, ist bei weitem nicht selbstverständlich", hob Matthias Schöck, stellvertretender Verbandsjugendleiter, die Arbeit von Nickel und seiner Crew hervor.

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Höchst erfreulich ist die Entwicklung im Mädchenbereich, was sich auch in den deutlich besseren Leistungen widerspiegelt. Durch den Einsatz von Heinz Thumm (Referent für Frauen- und Mädchenfußball), Bezirkstrainerin Carolin Stuttfeld und Edelbert Gassmann (Talentsichtung und -förderung) konnte die Zahl der Mannschaften auf 46 verdoppelt werden. Weil immer mehr Vereine mit dem Gedanken liebäugeln, Mädchenteams zu melden, könnte diese rasante Aufwärts-Tendenz weiter anhalten. Thumms hehres Ziel: "Eine nochmalige Verdoppelung der jetzigen Mannschaftszahlen bis ins Jahr 2010." Schöck ging sogar einen Schritt weiter: "Jeder Verein soll Mädchenfußball haben."

Auch der WFV trägt der Entwicklung Rechnung: Ab der kommenden Saison wird es einen Verbandspokal für C-Juniorinnen geben. Ein Antrag des SV Ebersbach, Mädchen den Einstieg in den Fußballsport zu erleichtern, indem die Altersklassen gegenüber den Jungs geändert werden (Mädchen sollten ein Jahr älter sein dürfen) wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. In Hessen und Bremen werde dies bereits praktiziert. Thumm sieht den Vorschlag als durchaus sinnvoll an, verwies jedoch auf die DFB-Jugendordnung, die dies nicht zulasse, und warnte vor zu vielen Sonderregelungen: "Wer wann und wo spielen darf, wird sonst immer unübersichtlicher."

Insgesamt jagen zwischen Neckar und Fils rund 17 000 Jugendliche dem runden Leder nach. "Jeder Euro, der in der Jugendarbeit aufgewendet wird, ist gut angelegt", sagte Jesingens kommissarischer Ortsvorsteher Hans Gregor in seinem Grußwort und Nickel lobte die Arbeit der Vereinsfunktionäre: "Wir sind nicht auf der Jagd nach Rekorden, die Zahlen sagen aber klar, dass es den Verantwortlichen in den Vereinen gelingt, die Kinder für den Fußball zu begeistern."

Damit dies auch in den richtigen Bahnen verläuft, appellierte Nickel an die Jugendleiter, die Aus- und Fortbildung der Trainer und Betreuer sowie das Verhalten gegenüber Schiedsrichtern zur Chefsache zu machen. Mit den Teilnehmerzahlen an diversen Schulungsmaßnahmen ist er überhaupt nicht zufrieden. "Wer ausbildet, sollte selbst ausgebildet sein", erinnerte der Bezirksvorsitzende Karl Wieland an Nickels Credo. Auch die auffallend große Fluktuation bei den Vereinsjugendleitern stimmt Nickel nachdenklich. "Ich will, dass die Jugendleiter Spaß an ihrer Aufgabe haben und ihr Amt möglichst lange bekleiden", artikulierte er seine Wünsche und kündigte an, an den viel zu selten stattfindenden Stammtischen festhalten zu wollen. "Erfahrungsaustausch ist wichtig und hilfreich."

Der im Jahr 2004 verwirklichte Internetauftritt der Bezirksjugend erfreut sich einer unglaublichen Resonanz. Klaus Metzler ist für die inzwischen auf über 30 Seiten angewachsene Homepage www.neckar-fils-jugend.de verantwortlich. Nicht nur im Bezirk wurden in den letzten drei Jahren wichtige Weichenstellungen vorgenommen, auch im Württembergischen Fußballverband war dieser Zeitraum von der Umsetzung großer Projekte geprägt. Matthias Schöck, der seit neun Jahren im Verbandsjugendausschuss sitzt, ließ die Arbeit beim WFV Revue passieren und blickte nach vorn. "Der Verband hat sich fit für die Zukunft gemacht", sagte er und verwies auf den Ausbau der Geschäftsstelle zu einem modernen Dienstleistungszentrum, die Renovierung und den Umbau des Hotels Waltersbühl oder die Campuslösung an der Sportschule in Nellingen/Ruit.

nz