Lokalsport

Beichter verlässt Bank vor dem Halbzeitpfiff

Die jüngste Heimniederlage des TSV Weilheim in der Handball-Landesliga hat ein Nachspiel. Trainer Markus Beichter wird beim Lokalderby am Sonntag in Grabenstetten nicht mehr auf der Bank sitzen.

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Bernd Köble

Weilheim. Schöne Bescherung eine Woche vor Weihnachten: Weilheims Handballer müssen am Sonntag ohne ihren etatmäßigen Trainer zum schweren Auswärtsspiel nach Grabenstetten. Markus Beichter hat am Sonntagabend nach der unglücklichen Heimniederlage gegen Laupheim seinen sofortigen Rücktritt verkündet. Zunächst waren nur Abteilungsleiter Markus Gomringer und Mannschaftskapitän Gerhard Bächle eingeweiht. Ein Großteil der Mannschaft erfuhr erst gestern Abend im Training vom Abschied des Trainers. Im Lokalderby am Sonntag auf der Alb werden mit Volker Allgaier und Markus Gomringer zwei ehemalige Aktive die Mannschaft betreuen.

In seinem zweiten Jahr unter der Limburg hatte Markus Beichter vergangene Saison erst in letzter Minute den glücklichen Klassenerhalt mit dem TSV gefeiert. Nach überstandenem Konsolidierungsjahr mit einer stark verjüngten Mannschaft hofften Verein und Trainer in dieser Saison auf ruhigeres Fahrwasser. Doch das inzwischen sprichwörtliche Weilheimer Verletzungspech hielt den TSV auch in der laufenden Landesliga­saison im Klammergriff. Die Folge: Nach gutem Saisonstart mit 6:2 Punkten stehen die Limburgstädter eine Woche vor Weihnachten erneut drei Punkte von einem Nichtabstiegsplatz entfernt. Die sportliche Situation auf dem Papier nennt Markus Beichter jedoch nicht als Grund für seine Entscheidung. Eher schon die Folgen, die sich künftig daraus ergeben dürften. „Wir haben vergangenes Jahr einen immensen Aufwand betrieben, um die Klasse zu halten“, versucht der 40-Jährige seine Beweggründe zu erklären. Zusätzliche Trainingseinheiten, Videoanalyse, Spielbeobachtungen – Ein ähnliches Pensum will der zweifache Vater seiner Familie in der Rückrunde nicht noch einmal zumuten. Er habe stets betont, dass es mit ihm nur zwei Trainingseinheiten pro Woche geben könne. „Die Mannschaft ist stark genug, die Klasse zu halten“, sagt Beichter. „Aber sie muss in der Rückrunde hart an sich arbeiten.“

Dieses harte Stück Arbeit soll nun ein anderer erledigen, dem Beichter schon mal Vorschuss mit auf den Weg gibt: Eine bessere Lösung als Volker Allgaier könne es nicht geben, betont er. Dieser kenne die Mannschaft bestens und bringe die nötige Erfahrung mit. Tatsächlich stand der oberligaerfahrene Routinier in dieser Saison schon dreimal aushilfsweise auf dem Platz und war trotz langwieriger Verletzungen nie richtig weg von der Mannschaft. Allgaier soll die Hauptaufgabe auf der Trainerbank übernehmen, wird dabei jedoch unterstützt von Abteilungsleiter Markus Gomringer, der nach zwei Kreuzbandrissen erst vergangene Saison seine Laufbahn als Aktiver beendete. Gomringer fiel am Sonntag nach eigenen Worten aus allen Wolken. „Nach dem guten Spiel gegen Laupheim kam das schon sehr überraschend.“ Immerhin teilt er die Einschätzung des scheidenden Trainers: „Wir werden einiges mehr tun müssen, um das Ruder herum zu reißen.“ Dass es in der Landesliga Staffel 4 derzeit in keiner Begegnung einen verlässlichen Favoriten gibt, wertet der Abteilungschef als Chance: „Wie schnell es gelingen kann, in dieser Liga den Anschluss zu finden, hat die SG Lenningen zuletzt gezeigt.“