Lokalsport

Beide Trainer stapeln tief

LENNINGEN Ist es nun das vorentscheidende Spiel um den Aufstieg oder ein Derby wie jedes andere? Die SG Lenningen hat es heute in der

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BERND KÖBLE

Hand, durch einen Heimsieg auf vier Punkte davonzuziehen und sich damit eine glänzende Ausgangssituation fürs große Finale im Aufstiegsrennen zu schaffen, zumal die SG mit der ausstehenden Partie gegen Weilimdorf/Feuerbach ein Spiel weniger als die Verfolger auf dem Konto hat. Der TSV Weilheim könnte im Falle eines Sieges zumindest was die Punkte auf der Habenseite anbelangt mit dem Tabellenführer gleichziehen, damit den zweiten Tabellenplatz festigen und in aller Ruhe abwarten, wie sich die Lenninger eine Woche später beim Verfolger TSV Owen aus der Affäre ziehen. Auch gegen den TV Plochingen und die HSG Oberer Neckar, die sich beide noch leise Hoffnungen machen, wenigstens die Relegation zu schaffen, müssen die Lenninger noch auswärts antreten. So weit die Fakten.

Bloß nicht zu weit aus der Deckung wagen lautet hingegen die Devise der beiden Trainer, die lange genug im Geschäft sind, um vor dem heutigen Schlagerspiel zumindest verbal auf eine offensivere Gangart zu verzichten. Die Abteilung Attacke ist beider Metier nicht, eher schon Konzilianz und vornehmes Understatement. So lobt SG-Trainer Hans Hahn brav den wurfgewaltigen Rückraum der Weilheimer Gäste und TSV-Coach Dieter Schlichtenmayer ist vom Lenninger Tempo-Handball höflich angetan. Immerhin: "Spiele gegen Weilheim bergen immer eine Dramatik", gesteht Hahn ein und schiebt schnell hinterher: "Zwei Punkte, das gäbe schon eine gewisse Sicherheit." Von einem Schicksalsspiel will er freilich nichts wissen, schließlich gebe es nach dem heutigen Derby für die Lenninger noch 18 Punkte zu verteilen. "Wir sind gut aus der Winterpause gekommen" gibt Hahn sich dann doch optimistisch, auch wenn der jüngste Dämpfer gegen Wernau anderes vermuten ließe. Homogenität gegen Wurfgewalt: Oberliga-erfahrene Einzelspieler wie auf Weilheimer Seite kann der Lenninger Coach zwar nicht aufbieten. Individueller Stärke setzt Hahn stattdessen mannschaftliche Geschlossenheit entgegen. Für ihn steht fest: "Das wird heute Abend eine ganz enge Sache." Weilheim werde eine kompakte Abwehr aufbieten. "Die gilt es durch variables Angriffsspiel zu knacken."

Hahns Kollege Dieter Schlichtenmayer fühlt sich in der Rolle des Verfolgers hingegen pudelwohl und glaubt an einen psychologischen Vorteil: "Wir kommen diesmal nicht als Favorit nach Lenningen und haben daher auch nichts zu verlieren." Respekt zeigt Schlichtenmayer vor dem Tempospiel der Lenninger. Doch die beiden jüngsten Siege gegen Unterensingen und den Lokalrivalen Owen haben den Limburgstädtern genügend Auftrieb gegeben, um an die eigene Stärke zu glauben. "Meine Jungs sind motiviert", meint der Trainer und sieht vor allem seine Führungsspieler in der Pflicht, das Spiel an sich zu reißen. Eines soll die Partie am heutigen Abend auf jeden Fall bleiben: fair.