Lokalsport

Beifallssturm für VfL mit Leidenschaft

Stehende Ovationen für den VfL nach dem 4:2 gegen den TSV Schwieberdingen: Solche Gefühlsausbrüche des Publikums, wie vergangenen Samstag, gab es nicht allzu oft in den vergangenen Jahren an der Jesinger Allee.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Der Beifallssturm kam nicht von ungefähr, denn die Kirchheimer Fußballer geben sich bei ihrer geradezu verrückt anmutenden Erfolgsserie im Jahr 2006 mittlerweile nicht mehr allein mit dem schnöden Punktesammeln zufrieden. Auch das fußballerische Niveau steigt von Spiel zu Spiel. So ließen die VfL-Verbandsligaakteure am Samstag den Ball geradezu herzerfrischend in den eigenen Reihen laufen, agierten leidenschaftlich und setzten bei flott vorgetragenen Angriffen den Titelkandidaten aus der Ludwigsburger Ecke immer wieder gewaltig unter Druck. Selbst in Phasen, als die Schwieberdinger zurücklagen und die Begegnung herumzureißen versuchten, stürzte das Spielsystem des VfL nicht wie ein Kartenhaus zusammen. Im Gegenteil: In kritischen Situationen bewiesen die Kirchheimer Stärke, legten sogar noch einen Zahn in punkto Spielwitz und Schnelligkeit zu.

Der Lohn eine "runde" Sache: Zum zehnten Mal hintereinander blieben die Kirchheimer in diesem Jahr unbesiegt, holten 28 von 30 möglichen Zählern. Schöne Tore? Gab es reichlich. So düpierte der wie aufgedreht wirkende Coskun Isci früh die TSVS-Abwehr mit einem Flankenlauf über die linke Seite und einem platzierten Rechtsschuss ins obere, rechte Toreck (7.). Kurz vor der Pause traf der Kirchheimer Mittelfeldakteur zudem nach einem Traumpass von Regisseur Michael Heilemann zuvor hatte Isci gleich drei gegnerische Spieler regelrecht stehen gelassen. Ein echter Hingucker war auch das zwischenzeitliche 4:1. Erneut überraschten die Teckstädter die Defensivabteilung der Schwieberdinger mit einem schnellen, präzisen Gegenangriff. Mittelfeldspieler Alban Meha schloss die Konteraktion mit einem gefühlvollen Heber über den Torwart hinweg ab.

Und noch etwas Seltenes: Den Kirchheimern gelang ein Treffer nach einer Ecke. Kapitän Mario Grimm, in der VfL-Defensive überragend, nickte das Leder aus kurzer Distanz zum 3:1 ein. Die Gäste konnten die hohe Schlagzahl des VfL nicht mitgehen, spielten freilich keinen unattraktiven Fußball. "Es ein verdienter Sieg für die Kirchheimer", bekannte jedenfalls TSV-Trainer Gianni Covelli nach der Pleite, "wir hatten nach wenigen Sekunden Spielzeit unsere Topchance in Führung zu gehen, vielleicht wäre die Partie dann anders gelaufen." In besagter Situation vereitelte Kirchheims Keeper Patrick Gühring das 0:1, indem er einen Kopfball von Markus Lang mit den Fingerspitzen über das Tor lenkte.

Der VfL-Schlussmann erlebte den Abpfiff der Partie im übrigen in der Kabine. Wegen Spielverzögerung hatte der aus Balingen zurückgekehrte Keeper Gelb-Rot gesehen. Da das Auswechselkontigent des VfL zu diesem Zeitpunkt erschöpft war, musste Kapitän Mario Grimm ("mein erster Einsatz als Torwart überhaupt") die letzten Sekunden in den Kasten. Außer einem ausgeführten Abschlag gab es allerdings nicht mehr viel zu tun für den Kopfballtorschützen zum 3:1. Zum hohen Unterhaltungswert der Partie trugen diese Schlusszenen allerdings auch noch bei. Kirchheims Trainer Michael Rentschler wirkte nach dem Triumph noch gelöster als in den Wochen zuvor. "Die Art und Weise, wie wir gewonnen haben, freut mich ganz besonders", sagte er, "die Mannschaft ist ein hohes Tempo gegangen und hat die Vorgaben hervorragend umgesetzt."

VfL Kirchheim:

Gühring Eisenhardt, Er, Grimm, Lovric (75. Niceski) A. Meha (69. Korkmaz), Raspe, Heilemann, Polat, Isci Ferenz (61. F. Meha).TSV Schwieberdingen:

Kurkunc (45. Kruwinus) Tullius (20. Mazzola), Adamos, Lechner, Dense Marbach, Kutnjak (39. Schurichin), Uckan, Marusic Lang, Buck.Tore:

1:0 Isci (7.), 2:0 Isci (43.), 2:1 Lang (57., Foulelfmeter), 3:1 Grimm (66.), 4:1 A. Meha (68.), 4:2 Buck (78.).Gelbe Karten:

Eisenhardt, Grimm, A. Meha, F. Meha Adamos, Lechner, Kutnjak, Uckan, Mazzola.Gelb-Rote Karte

: Gühring (90.) Marusic (89.).Zuschauer:

200.Schiedsrichter:

Frank Dürr (Herlikofen) bot zusammen mit seinen Assistenten eine desolate Vorstellung, war aufgrund von unzähligen Fehlbeurteilungen von Spiel- und Zweikampfsituationen der mit Abstand schwächste Akteur auf dem Platz.