Lokalsport

Belastungstest mit Nebenwirkungen

Im Rahmen der Vorbereitung auf den kommenden Olympiawinter gastierten die Top-Athleten des Deutschen Ski-Verbandes am vergangenen Sonntag am Flugplatz in Laichingen auf der Schwäbischen Alb. Die Stars um Florian Eckert, Petra Haltmayr und Alois Vogel bewiesen Mut und wagten sich mit Kunstflug-Pilot Klaus Lenhart in die Lüfte.

KIRCHHEIM Die DSV-Crew erlebten ihr bis dato außergewöhnlichstes Belastungstraining in völlig neuen Dimensionen. Leki-Firmenchef Klaus Lenhart ist nicht nur offizieller Ausrüster der Athleten, sondern mit seiner Extra-300-Maschine Teilnehmer an Welt- und Europameisterschaften im Kunstflug. Mit einem spektakulären Flugprogramm forderte er die Spitzensportler und deren Trainer heraus.

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Der wolkenverhangene Himmel zwang die Flugaspiranten zunächst noch im Hangar, sich in Geduld zu üben. Die zirka 300 Gäste nutzten die Gelegenheit, um sich Poster, Autogrammkarten, Helme, Rucksäcke, T-Shirts und Oberarme von den Skiassen signieren zu lassen. Als sich am frühen Nachmittag dann die Wolkenwand öffnete, nahm Alois Vogl seinen Platz in der Extra 300 ein, bekam die letzten Einweisungen und hob ab. Knapp eine halbe Stunde später nach einigen Loopings, Turns, Messerflügen und Humpties, wie die Figuren im Fachjargon heißen, rollten Pilot und Fluggast auf der Landebahn aus. Vogl war begeistert, hatte allerdings sichtlich Gesichtsfarbe verloren.

Sein Teamkamerad Felix Neureuther kam anschließend ebenfalls leicht "zerzaust" wieder auf den Boden: "Das war absolut der Wahnsinn so was habe ich noch nie erlebt," brach es aus dem Slalom-Spezialisten heraus. Sein Mannschaftskollege Florian Eckert hatte laut Lenhart die höchsten Flugbelastungen abbekommen. Er nahm nach dem Härtetest "leicht apathisch und verwirrt" auf der Bierbank Platz und war froh, als sein Blick wieder klar wurde. Petra Haltmayr war bereits im Vorfeld schwer mit Flugangst behaftet und steigt laut eigener Aussage selbst in große Maschinen nur mit Herzklopfen. Wenn sie schon mal mit dem Helikopter auf den Berg gebracht werden muss, ist ihr Blick panisch auf den Boden fixiert. Dennoch flog Haltmayr mutig das komplette Programm mit und stieg am Ende sogar begeistert aus der Maschine: "Es war Klasse." Ihretwegen hätte es gleich aufs Neue los gehen können. Doch schließlich standen ihre Kollegen Peter Strodl und Stefan Keppler sowie der Nordische Kombinierer Georg Hettich in der Warteschlange. Auch für sie zahlte sich die Geduld aus.

Cheftrainer Werner Magreiter wusste bestens Bescheid, was seine Schützlinge erwarten würde, schließlich hatte er bereits am Vortag mit Klaus Lenhart abgehoben. Stunden nach dem Flug musste der DSV-Coach einräumen, dass sein Magen noch nicht ganz der alte war.

hk