Lokalsport

Besser spät als nie: SG-Power in der Endphase

Lenningens Handballerinnen erkämpfen sich mit 23:23 einen Punkt in Oßweil

Die Frauen der SG Lenningen sind mit einem Teilerfolg aus Ludwigsburg heimgekehrt. Mit dem 23:23 gegen den SV Oßweil waren Mannschaft und Trainer hinterher zufrieden, zumal Lenningen meist einem Rückstand hinterher rennen musste.

Ludwigsburg. Zwei Spielerinnen drückten dem Geschehen ihren Stempel auf: Denise Geier bei den Gastgeberinnen und Sarah Timar bei der SG. Das Lenninger Manko: fehlende Spieldominanz. Die SG reagierte meist erst dann, wenn sie hinten lag. „Das lief die ganze Spielzeit über wellenförmig“, analysierte SG-Trainer Uli von Petersenn nach dem Abpfiff. Dabei stand Lenningens 5:1-Abwehr mit der vorgezogenen Gabi Baermann gut, störte früh den Spielaufbau der Gastgeberinnen. Die erste, größere Absetzbewegung startete Oßweil nach dem 5:4/12. Denise Geier mit gekonnten Eins-gegen-eins-Standards erhöhte auf 7:4/15. Immer wieder im Brennpunkt: Lena Reichle zwischen den Pfosten. Sie löste ihre Aufgabe gut und hielt mit mehreren Paraden Lenningen im Spiel. Nach einer Auszeit, in der Petersenn mehr Konzentration forderte, kam die SG nach Treffern von Larissa Blocher und Sarah Timar auf 7:8/20. heran. Doch dabei blieb es. Ohne Laufspiel kein Torerfolg.

Den hatte dagegen der SV. Der kultivierte sein Spiel ohne Ball, öffnete dadurch Lücken, in die die wuchtige Denise Geier stieß und auch traf. Lenningen musste härter für den Torerfolg arbeiten, und dies kostete Kraft. Nach dem 9:10/27. durch Miriam Emmenegger wurde die zu lange Atempause mit einer 13:11-Halbzeitführung der Gastgeberinnen bestraft. Das lag auch daran, dass Oßweil mit elf Feldspielerinnen häufiger auswechseln konnte als die Gäste. Lenningens Spielaufbau stand zu Beginn wieder auf wackligen Beinen. Technische Fehler machten es dem SVO leicht, auf 15:11/34. wegzuziehen. Zudem erwies sich Ex-Regionalliga-Torhüterin Alexandra Bitsch als Meisterin ihres Fachs. Lenningen musste seine Kampfkraft in die Waagschale werfen und konnte dadurch den gesunkenen spielerischen „Grundwasserspiegel“ etwas ausgleichen. Die 3-2-1-Abwehr schmeckte der Petersenn-Sieben überhaupt nicht.

Beim 15:15/39. war Lenningen wieder da. Blocher und Schweikert wurden bei ihren Würfen durch Fouls gestoppt und Adriana Rau erwies sich bei Strafwürfen als sichere Vollstreckerin. Sie feierte auch eine Premiere: Statt auf Linksaußen stand sie jetzt in der Abwehrmitte. „Das hat ordentlich geklappt“, kommentierte Petersenn ihren Auftritt. Plötzlich lief es bei den Gästen. Denise Geier erfreute sich einer engen Deckung und Sarah ­Timar machte die wichtigen Tore. Lenningens Angreiferinnen hatten sich inzwischen den Bewegungsablauf von Alexandra Bitsch gemerkt. Oßweil blieb ohne Torerfolg und Lenningen rückte durch Tore von ­Baermann, Emmenegger und Rau auf 22:23/58. heran.

Das Beste zum Schluss: Sandra Kuch auf Rechtsaußen legte sich quer und ließ den Ball über die Hand ins lange Eck abrollen – unhaltbar für Bitsch zum 23:23. Ein verdientes Remis, da Lenningen in den letzten zehn Minuten das Spiel dominierte. döl

SV Oßweil: Bitsch; Geier (14/1), Esslinger (3), Seitz (2), Dagli (1), Hegmaier (1), Huber (1), Krauss (1), Laier, L. Motz, M. Motz, Walliser.

SG Lenningen: Reichle; Timar (7/2), Rau (5/4), Blocher (3), Emmenegger (3), Kuch (2), Baermann (1), Schweikert (1), Ulmer (1).

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