Lokalsport

Bittere Niederlage in der Schlussphase

Wieder einmal hat die SG Lenningen in der Württembergliga Lehrgeld zahlen müssen. Zu Hause mussten sich die SG-Frauen knapp mit 24:25 der FSG Donzdorf/Geislingen ­geschlagen geben.

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Lenningen. Drei Minuten vor Schluss führte die Petersenn-Sieben noch mit 23:21. Statt Ruhe und Übersicht in ihr Angriffsspiel zu brin­gen, verzettelten sich die Gastgeberinnen aber in Einzelaktionen und verloren sicher geglaubte Punkte. Da war SG-Trainer Uli von Petersenn bedient. Minutenlang saß er sprachlos da, ehe er sich äußerte: „Das war eine ganz bittere Pille. Solche Spiele werden über den Kopf ent­schieden und da haben wir versagt“.

In den Reihen der Lenninger Zuschauer konnten sich nur die Großeltern von Heike Fleischmann von Donzdorf/Geislingen freuen. Deren Enkelin wurde 20 Sekunden vor Spielende am Kreis angespielt und warf den 25:24-Siegtreffer. Eine halbe Minute zuvor hatte Lenningens Miriam Emmenegger den viel umjubelten 24:24-Ausgleich erzielt. Es war nicht der einzige Gleichstand an diesem Abend. Und darin gipfelte auch von Petersenns Kritik: „Bei den Unentschieden haben wir anschließend immer schlecht gespielt.“

Es war eine Begegnung, bei der der Liganeuling Lenningen sechzig Minuten auf Augenhöhe mitspielte. Entscheidend waren aber die individuellen Fehler im Angriff. Davon konnte man auch Adriana Rau nicht ausnehmen. Viel zu oft wollte sie den Torerfolg erzwingen, anstatt den schnellen Ball zu spielen. Aber auch Larissa Blocher übertrieb die Einzelaktionen. Dass beide SG-Torjägerinnen an diesem Tag unter ihren Möglichkeiten blieben, war mit spiel­entscheidend.

Lenningens Start mit einer 4:2- Führung in der 9. Minute war nur ein kurzes Aufleuchten. Die Chance, spielbestimmend zu sein, vergaben die Gastgeberinnen. Die schnellen Gegenstoßtore von Carolin Reichle wirkten nicht beflügelnd. Zu häufiger Ballverlust im Spielaufbau ermöglichte es der FSG einfache Tore zu werfen. Da wurde mehrfach von außen abgeräumt, wobei Kerstin Pfeifer und Heike Häußler ihre individuelle Klasse bewiesen.

Zweimal gelang es der SG vor der Pause auszugleichen, in der 25. Minute zum 8:8 und drei Minuten später zum 9:9. Bei diesen Toren bewies Julia Rudy Württembergligareife. Sie setzte die Ausrufezeichen im SG-Angriff, ging in die Schnittstelle und bewies Durchsetzungsvermögen. Passend zur Angriffsleistung leisteten sich die SG-Frauen zwei Abwehrpatzer kurz vor der Halbzeit, wodurch die FSG einen 11:9-Vorsprung mit in die Kabine nahm. Rudy zeigte kurz nach dem Wechsel beim 11:12-Anschlusstreffer, dass sie ein „Spiel lesen“ kann. Sie spritzte in einen Querpass und konterte.

Neben Rudy gefiel auch Emmen­egger, die immer mehr in die Rolle einer torgefährlichen Kreisläuferin wächst. Da aber die Lenningerinnen die Klaviatur ihres Angriffsspiels, das Außenspiel wurde total vernachlässigt, nur unzureichend beherrschten, konnte die FSG solche Schwächen bestrafen. Und mit einem Plus der jahrelangen Ligazugehörigkeit steuerte die Herth-Sieben clever ihr Spiel. Nach dem zehnten SG-Ausgleich, Rau bediente Emmenegger und sie traf in der 51. Minute zum 20:20, ging das große Zittern los. Zuvor durften sich drei Minuten vor Schluss die SG-Fans über die Tore von Sarah Timar und Julia Rudy freuen – 23:21.

Jetzt begann das, was Uli von Petersenn als Kopfsache beschrieben hatte. Der SG fehlte im entscheidenden Moment die Spielerin mit Führungsqualitäten. Ein selbstkritischer Trainer erkannte nach dem Spiel: „Wir haben unsere Lernphase noch nicht abgeschlossen.“ döl

SG Lenningen: Hahn, L. Reichle; Timar (7/2), C. Reichle (4), Emmenegger (5), Rudy (4), Rau (2), Schweikert (1), Ulmer (1), Baermann, Blocher, Kuch, Schmid.

FSG Donzdorf/Geislingen: Schmid – Pfeifer (5), Häußler (4), Heinzmann (4/4), Fleischmann (3), Hommel (2), Binder (2), Munz (2), Pfisterer (2), Schneider (1), Schäfele, Pallasch, Auer.

Zuschauer: 100.

Schiedsrichter: Lenhardt/Mizrahi, Göppingen/Dürnau.