Lokalsport

Bittere Pille von Bayer

Knights unterliegen Leverkusen 67:71

Bittere Heimniederlage für Basketball-Zweitligist Kirchheim Knights. Mit 67:71 verloren sie überraschend gegen Bayer Giants Leverkusen und damit fürs Erste den Anschluss ans Spitzenfeld.

Kirchheim Knights - Bayer Giants LeverkusenBen Beran
Kirchheim Knights - Bayer Giants LeverkusenBen Beran

Kirchheim. Die Rückrunde hat für Kirchheim begonnen, wie die Hinrunde geendet hat: mit einer Niederlage. Dazu kam, dass es viele Verletzte in der Vorbereitung auf das Leverkusen-Spiel gab – das wirkte sich entscheidend aus. Am Ende gab es eine weitgehend verdiente Niederlage gegen sich vehement gegen den Abstieg stemmende Gäste. Einzig im Schlussviertel zeigten die Teckstädter ihre wahre Klasse, als ein 16:0-Lauf die Leverkusener völlig aus dem Konzept brachte und der Sieg zum Greifen nah war.

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Die Ritter starteten gut in die Partie. Ben Beran und Sebastian Adeberg machten die Zone dicht, während sich Max Rockmann, Bryan Smithson und Radi Tomasevic um die gefährlichen Bayer-Guards kümmerten. Ein ausgeglichenes Spiel entwickelte sich. Bryan Smithson mit acht schnellen Punkten dominierte das Anfangsviertel. In den letzten Minuten gelang es den Rittern, eine Vier-Punkte-Führung herauszuspielen. Auch das zweite Viertel verlief zunächst ausgeglichen. Beide Mannschaften egalisierten sich förmlich und es entwickelte sich ein Kampf auf Augenhöhe. Doch bereits zu diesem Zeitpunkt ließen Kirchheims Korbjäger teilweise einfache Punkte liegen und Leverkusen nutzte die Gunst der Stunde – bei Halbzeit führte Bayer mit 42:37.

In der zweiten Halbzeit folgte der Bruch im Kirchheimer Spiel. Sichtlich verunsichert wollte bei den Hausherren nichts mehr gelingen, während auf Leverkusener Seite Punkt für Punkt zustande kam. Der Knights-Rückstand vergrößerte sich zusehends, und Tony Watsons Dreier aus neun Metern zwang Kirchheim zur Auszeit. Doch Leverkusen hatte nun Lunte gerochen und zwang den Kirchheimern sein körperbetontes Spiel auf. Die Ritter mussten mit einer 14-Punkte-Bürde ins Schlussviertel, und auch in den ersten Minuten änderte sich das Bild nicht. Leverkusen dominierte und fand die richtigen Antworten, während die Kirchheimer sich häufig in Einzelaktionen verstrickten. Doch dann der nächste Knackpunkt: Plötzlich wendete sich das Spiel wieder komplett. Kirchheims Trainer Ignjatovic stellte auf Pressverteidigung um und zwang die Gäste zu vielen leichten Fehlern.

Die Ritter gingen nun aggressiv zu Werke und wurden euphorisch von lautstarken Zuschauern in der Sporthalle Stadtmitte angefeuert. Der Leverkusener Vorsprung schmolz Punkt für Punkt und man merkte den Gästen jetzt die Verunsicherung an – sie versuchten nur noch, die Zeit herunterzuspielen. Doch es war noch genügend Zeit vorhanden, um das Spiel endgültig zugunsten der Knights zu drehen. Knapp zwei Minuten vor dem Ende waren die Ritter in Sichtweite des Erfolgs. 16 Punkte in Folge hatten sie erzielt – der Rückstand betrug nur noch zwei Zähler.

Die Schlussminute sollte die Entscheidung bringen. Per Freiwurf erhöhten die Gäste auf drei Zähler und wieder stockte Kirchheims Angriffsmotor. Zwei Mal hatten die Hausherren jetzt die Möglichkeit auf den Ausgleich, doch beide Male verloren die Knights den Ball. Knapp 20 Sekunden vor Schluss waren es noch immer drei Punkte. Die Knights spielten jetzt einen Augenblick lang perfekt – und fanden Bryan Smithson in chancenreicher Drei-Punkte-Distanz. Doch der Ball überlegte es sich gleich zweimal, ob er ins Netz fallen solle und tat es dann doch nicht. Auch der folgende Distanzwurf von Max Rockmann verfehlte knapp sein Ziel – die Knights-Niederlage war perfekt.

„Wir haben seit knapp zwei Monaten unseren Trainingsrhythmus aufgrund von Verletzungen komplett verloren. Wenn sich viele Spieler verletzen, haben wir keine Möglichkeit, das zu kompensieren. Dennoch hat unsere Mannschaft heute eine tolle Moral bewiesen, auch wenn wir mit den ersten 35 Minuten nicht zufrieden sind“, analysierte Ignjatovic, der ein schwieriges Spiel vor sich gehabt hatte: DJ Byrd war erst am Sonntagmorgen in Kirchheim angekommen, nachdem ein heftiger Magen-Darm-Virus seine geplante Rückreise aus den USA verhindert hatte. Björn Schoo hatte ebenfalls die ganze Woche über nicht trainieren können: Rückenbeschwerden. Auch Kapitän Tomasevic hatte nur eingeschränkt trainieren können, ähnlich wie Bryan Smithson (Fußverletzung).

Auf die Ritter warten nun schwere Wochen. Am kommenden Wochenende geht es nach Heidelberg, bevor Württemberg-Rivale Crailsheim in Kirchheim erwartet wird.

Eine Zusammenfassung der Leverkusen-Partie ist bei YouTube zu sehen.cs

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