Lokalsport

Bloß kein Déjà-vu

VfL-Oberliga-Basketballer wollen Abstiegskandidat Rottenburg morgen nicht unterschätzen

Die Rollen sind klar verteilt, doch manchmal kann auch die Tabelle lügen: Basketballoberligist VfL Kirchheim muss sich am morgigen Samstag (19.30 Uhr, Sporthalle Stadtmitte) als Zweitplatzierter vor dem Drittletzten TV Rottenburg schwer in Acht nehmen.

Durchsetzungsvermögen ist gefragt, wenn Arber Shabani und die VfL-Korbjäger morgen auf Kellerkind Reutlingen treffen. Foto: Deni
Durchsetzungsvermögen ist gefragt, wenn Arber Shabani und die VfL-Korbjäger morgen auf Kellerkind Reutlingen treffen. Foto: Deniz Calagan

Kirchheim. Das sieht doch eigentlich ganz leicht aus – 5:1-Siege gegen 1:5, Startruppe mit Regionalliga-Ambitionen gegen Abstiegskandidat, Heim-macht gegen Loser – wenn am Samstagabend zur besten Basketballzeit der VfL Kirchheim auf den TV Rottenburg trifft, könnte man oberflächlich betrachtet von einer schon vorher gemähten Wiese ausgehen.

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Doch die bisherige Oberliga-Bilanz des TVR könnte schwer täuschen. Die Saison begann mit einem äußerst unglücklichen 78:81 in Kons­tanz, wo bekanntlich auch der VfL mit 82:83 verlor. Es folgte das 75:83 bei der Ami-Startruppe der SV Böblingen. Und im dritten Auswärtsspiel nacheinander gab es dann die dritte knappe Niederlage – 77:78 bei der BG Tamm-Bietigheim. Das Heimdebüt ging gegen einen der drei Ligafavoriten, die TSG Söflingen, dann wenig ansehnlich 43:53 in die Hose, bevor beim Aufsteiger TSV Eriskirch mit dem 101:90 der lang ersehnte erste Sieg gelang. Ein echter Dämpfer kam dann allerdings gegen die junge Truppe des SV 03 Tübingen II, zu Hause in der Otto-Locher-Halle gab es ein doch eher unerwartetes 74:78.

Doch auch da machte Oberliga-Topscorer Victor Lopatin (21 Jahre, bisher 191 Punkte) seine 31 Zähler, auch da hatte er allerdings außer durch Routinier Daniel Grbavac (31) viel zu wenig Hilfe. Unter dem Strich macht das 1:5 Siege und Platz neun, bei einer wirklich erstaunlichen Punkte-Differenz von gerade einmal minus 15.

Dem VfL sollte das zu denken geben. Schließlich hat man einschlägige Erfahrungen vorzuweisen: Vor dem Spiel in Konstanz reichte der Truppe ein kurzer Blick auf die Tabelle, um mit einem sorglosen „Das-kann-gar-nicht-schiefgehen“-Gefühl anzutreten. Die Folgen sind bekannt: Das Ende der phänomenalen Siegesserie in der Kukiqi-Ära, der Fall auf Platz zwei, die Anfänge einer kleinen Krise, die dann allerdings mit harter Arbeit im Training und dem ganz starken Sieg in Böblingen vorerst überwunden wurde.

Man kann also annehmen, dass die Lektion gelernt wurde und jeder Gegner in der Oberliga unabhängig von der Tabellenkonstellation ernst genommen wird. Das sieht auch Bekim Kukiqi so: „Wir müssen von Anfang an klar machen, wer die bessere Mannschaft ist, das geht nur mit knallharter Defensive. Vor allem unseren Fans sind wir nach der langen Heimspielpause ein attraktives und erfolgreiches Spiel schuldig.“

Tatsächlich ist es bereits sechs Wochen her, dass die Kirchheimer Basketball-Anhänger ihren VfL erleben durften – Mitte Oktober, beim begeisternden 79:69 gegen die TSG Reutlingen, die inzwischen mit einem Spiel mehr an der Spitze der Liga thront.

Für den morgigen Samstag sind alle Spieler so weit fit. Der Plan des Trainers ist, diesmal auch die Bankspieler für ihr Engagement zu belohnen und ihnen mehr Einsatzzeit zu geben. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Stars das Feld bereiten und Rottenburg nicht ins Spiel kommen lassen. Um 19.30 Uhr gilt’s.ut

VfL Kirchheim: Auerbach, Bekteshi, Gibbs, Kraft, Lawson, Morrow, Pascucci, Scott, Sengül, Shabani, Strickland, Wanzke