Lokalsport

Bloß nicht auf die falsche Bank

Knights-Coach Ignjatovic freut sich auf das Wiedersehen mit Langen

Wenn am morgigen Samstag um 19.30 Uhr die Pro-A-Partie der Kirchheim Knights in Langen angepfiffen wird, ist dies keine normale Basketballbegegnung. Es ist vielmehr ein Wiedersehen von Freunden und das Aufeinandertreffen zweier Teams, die versuchen, den Spagat zwischen Nachwuchsförderung und Spitzensport zu meistern.

Kirchheim. „Ich werde aufpassen müssen, dass ich am Samstagabend nicht zur falschen Bank laufe.“ In diesem Satz spiegelt sich die ganze Verbundenheit Ignjatovics mit seinem ehemaligen Arbeitgeber wider. „Es waren drei tolle Jahre in Langen und ich freue mich auf das Wiedersehen mit vielen Freunden“, spricht der 41-jährige Serbe die emotionale Seite des Spiels an – den Sieg möchte er aber am liebsten mit nach Kirchheim nehmen.

Dass die Hessen das Hinspiel in Kirchheim im vergangenen Oktober mit 81:91 gewinnen konnten, wurmte den Knights-Coach schon sehr, zumal es damals die dritte Niederlage in Folge war und die Ritter zu Saisonanfang in eine kleine Krise stürzte. Diese schwere Zeit hat der schwäbische Aufsteiger mittlerweile hinter sich gelassen, ein Selbstläufer wird die Partie in Langen aber sicher nicht werden. Die Mannschaft um ihre Vorzeigespieler Robin Benzing und Kyle Jeffers harmoniert in diesem Jahr besonders gut, zumal sich das Team von Fabian Villmeter mit 14 erzielten Punkten deutlich von der Abstiegszone abgesetzt hat.

Im Hinspiel hatten die Kirchheimer Spieler vor allem mit Kyle Jeffers so ihre Probleme. Während der Gastgeber damals noch auf den großen Positionen geschwächt war, avancierte der US-Center mit 24 Punkten zum Topscorer und deklassierte mit insgesamt 17 Rebounds die Kirchheimer Brettspieler. Dank dieser Bilanz wird Ignjatovic nicht viele Worte verlieren müssen – seine „Langen“ sind ohnehin motiviert genug, die Vorherrschaft unter dem Korb zu erringen. Langens Topscorer Robin Benzing (17,3 Punkte pro Spiel) stellt die Kirchheimer Defense vor eine besondere Aufgabe: Für einen Flügelspieler mit 2,06 m besonders groß gewachsen, nutzt er diesen Größenvorteil oftmals optimal aus. So wird es darauf ankommen, Benzing „auf die Füße“ zu treten und ihm möglichst wenig Freiraum zu geben.

Im Oktober in Kirchheim noch nicht dabei war Brandon Chappell: der 25-jährige Ex-Bayreuther stieß erst im achten Spiel zu den Hessen. Er überzeugte bisher mit 12,7 Punkten pro Spiel, versenkte alleine im letzten Spiel gegen seinen früheren Verein sieben Drei-Punkte-Würfe. Alles in allem kann Fabian Villmeter auf ein talentiertes junges Team vertrauen, das mit den Amerikanern Chappell und Jeffers auf den richtigen Positionen verstärkt wurde.

Wie werden sich die Knights auf Langen einstellen? „Erstmals müssen wir komplett spielen können“, orakelt der Coach. In Kirchheim grassiert derzeit die Erkältungswelle und daher lässt sich Ignjatovic auf keine Spekulationen ein: „Ich werde mich überraschen lassen, ob mein Team vollständig ist.“ Mit zehn Siegen im Rücken kann die Mannschaft aber dennoch optimistisch nach vorne schauen. Cliff Crawford nimmt seine wichtige Aufgabe als Leader immer besser an. Da Adam Baumann aufgrund seiner guten Leistungen nun im Fokus der gegnerischen Defense steht, sind seine Teamkollegen mehr denn je gefordert. Vor allem Phillipp Heyden füllt diese Lücke zur vollen Zufriedenheit seines Trainers aus: „Phillipps Entwicklung zeigt derzeit absolut nach oben. Er profitiert genauso wie Chenouffi hundertprozentig von der Kooperation.“

Auf Fan-Unterstützung können die Kirchheimer Korbjäger auf alle Fälle zählen. Um 14 Uhr fährt der Bus gemeinsam mit Fans und Spielern an der Sporthalle Stadtmitte ab. bs

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