Lokalsport

Boller haben Buhrufe nicht vergessen

Erfolge sind Motivationsbringer deshalb wollen die Fußballer der SGEH nach dem 5:1-Knaller in Notzingen übermorgen nachlegen. Gleichzeitig kreuzen sich erstmals seit der Verbal-Fehde beim Teckbotenpokal wieder die Wege des TSV Boll und des TSV Jesingen.

REIMUND ELBE

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ERKENBRECHTSWEILER Schon nach wenigen Spieltagen ist klar, dass die SGEH die Bezirksliga bereichert. Die Spieler des Neulings agieren selbstbewusst, das Trainerduo Portale/Stumpe spricht klare Worte und die SGEH-Fans wissen die (Fußball-)Feste zu feiern wie sie fallen. Übermorgen könnte sich die Sportgemeinschaft vom achten Platz in tabellarisch noch attraktivere Regionen katapultieren. Dafür ist allerdings ein Heimerfolg über die Wernauer SF vonnöten.

WSF-Trainer Thomas Stumpp weigerte sich, vor Rundenstart ein offizielles Saisonziel auszugeben. Geschadet hat das diesbezügliche Schweigen der Arbeit bisher offenbar noch nicht: Der von Experten vor der Saison eher zu den Underdogs gerechnete Verein sorgt bisher für gute Laune in der lokalen Narrenhochburg Wernau. Die Sportfreunde belegen Platz sieben, sind damit unmittelbare Tabellennachbarn der SGEH. Für die Kicker der Sportgemeinschaft gab es nach dem hohen Triumph in Notzingen viel Lob.

Nicht nur von diesem 1:5-Schock müssen sich die Notzinger rasch erholen. Nach der kurzfristigen Entlassung von Trainer Ömer Telci (siehe oben stehende Meldung) gastiert die Eichert-Elf übermorgen beim TSV Neckartailfingen. Gemeinsam haben beide eine nicht zufriedenstellende sportliche Situation. Die Gastgeber sind Drittletzter, den Notzingern ergeht es auf Platz 13 nur unwesentlich besser. Was die Fans beider Teams noch trauriger stimmt, ist der Fakt, dass nach fünf Spielen lediglich vier Punkte auf dem Konto stehen. Geht für die Notzinger in den Neckarniederungen die Talfahrt weiter?

Sportlich nur unwesentlich besser als den Notzingern geht es den Fußballern des TSV Jesingen. Auf den ersten Blick wirkt der aktuelle Tabellenplatz neun nicht sonderlich besorgniserregend, allerdings hat das Team von Marc Kaisner aus fünf Partien nur fünf Zähler geholt. TSVJ-Abteilungsleiter Steffen Mauz wusste schon vergangenen Sonntag den 1:0-Sieg über den FV 09 Nürtingen richtig einzuschätzen. "Das war ein eminent wichtiger Erfolg", so Mauz, "mir hat dabei besonders gefallen, dass unser Team eine engagierte Leistung abgeliefert hat."

Am Sonntag wird es brisant: Die Jesinger gastieren beim Tabellenzweiten TSV Boll. Das Match hat eine besondere Vorgeschichte. Beim Teckbotenpokal-Turnier hatten sich Protagonisten beider Seiten in die Wolle bekommen. Unter anderem hatte Jesingens Spielertrainer Kaisner die Praxis der Boller kritisiert, in der Vorrunde mit der zweiten Mannschaft anzutreten, in der K.o.-Runde dann mit dem Bezirksligateam. Die Funktionäre des Teckbotenpokalsiegers aus Boll reagierten auf den Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung sauer. "Die Buhrufe bei der Siegerehrung haben uns sehr tief getroffen", sagt Wolfgang Mayer, stellvertretender Abteilungsleiter des Clubs aus dem Kurort. Man sieht sich bekanntlich im Leben zweimal, in diesem speziellen Fall bereits übermorgen.

Eröffnet wird der sechste Spieltag bereits heute Abend an der B10: In Deizisau duellieren sich der TSVD (10.) und der überraschend starke Aufsteiger SV Ebersbach (4.). Die Kicker aus dem Filstal sind jedoch bei Weitem nicht der beste Neuling. Diesen Status hat momentan der Spitzenreiter TSV RSK Esslingen inne. Einen weiten Weg haben die Furorekicker übermorgen nicht: der Tabellenführer spielt beim Lokalrivalen SV 1845.

Der eigentliche Topfavorit auf den Meistertitel, SC Geislingen, tummelt sich aktuell als Tabellendritter in der Verfolgergruppe des TSV RSK. Das Team des einstigen Jesingers Achim Feyl trifft am Sonntag auf den Tabellenfünften TSV Raidwangen. Der VfB Neuffen strebt gegen den personell ausgebluteten Landesliga-Absteiger FC Nürtingen 73 den zweiten Saisonerfolg an. Auf dem Nürtinger Wörth möchte 09-Trainer Klaus Müller mit einem Heimsieg über den TSV Grötzingen die jüngste 0:1-Niederlage bei seinem Ex-Club TSV Jesingen vergessen machen.