Lokalsport

Bombe platzt um elf: Leftaktis wirft Handtuch

Ein Abgang der merkwürdigen Art: Noch am Abend des Zweitliga-Aufstiegsspiels gegen TuS Treis-Karden erklärte VfL-Basketballtrainer Theo Leftaktis seinen sofortigen Abgang. Dadurch steigt "Co" Pasko Tomic zumindest interimsweise zum neuen Kirchheimer Cheftrainer auf.

KIRCHHEIM Völlig überraschend hat Theo Leftakis, der Coach der Kirchheim Knights, nach der mit 76:80 verlorenen Partie gegen TuS Treis-Karden seinen Rücktritt erklärt. Seinen Posten wird ab sofort Co-Trainer Pasko Tomic übernehmen.

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Es war gegen elf Uhr am Samstagnacht in einem Gespräch mit Geschäftsführer Ulrich Tangl anderthalb Stunden nach der Niederlage gegen Treis-Karden. Auf den Hinweis, nun müsste man eben in Rastatt alles wieder gut machen, erklärte der 61-jährige Grieche: "Da bin ich nicht dabei. Das muss Pasko Tomic machen." Offensichtlich zermürbt von vielen kleinen und größeren Auseinandersetzungen mit seinen Spielern in jüngerer Vergangenheit, zieht sich Leftakis tatsächlich zurück. Ein Abgang Knall auf Fall aber irgendwie spricht es auch für die Klasse des Basketball-Coaches aus Leidenschaft, wie er seine Demissions-Entscheidung gegenüber Abteilungsleiter Stefan Schmauder begründete: "Wenn ich Trainer bleiben würde, würden wir in Rastatt garantiert verlieren. Ich kann diese Mannschaft nicht mehr motivieren. Ich denke, Pasko kann das hinkriegen."

Offensichtlich saß Leftakis der Schreck noch in den Gliedern: Verlauf und Ausgang der VfL-Heimpartie hatte er sich anders vorgestellt.

Schmauder zeigte sich einerseits bestürzt, andererseits beeindruckt: "Hochachtung vor dieser Entscheidung. Wir haben Theo Leftakis unendlich viel zu verdanken, er hat uns zwei Meisterschaften gebracht und uns viele neue Wege aufgezeigt."

Leftakis Nachfolger fiel aus allen Wolken, nahm die Aufgabe, die letzten fünf Saisonspiele, die die wichtigsten in der bald 50-jährigen Vereinsgeschichte der Kirchheimer Basketballer werden könnten, zu übernehmen, aber sofort an: "Wir bleiben auf dem eingeschlagenen Weg. Wir versuchen weiter, mit demselben Einsatz von 120 Prozent, zurück in die Erfolgsspur zu finden. Natürlich wird das nicht leicht: Es ist natürlich eine schwierige Situation für mich, das ist eine ganz große Aufgabe. Ich werde allen Ehrgeiz hineinsetzen."

Bei der Mannschaft sickerte die Nachricht über den Trainerwechsel im Laufe des Sonntags durch. Erste kritische Stimmen ließ Spieler Kai-Uwe Kranz verlauten: "Natürlich haben bei dieser Niederlage die Emotionen sehr hoch gekocht, aber ich dachte, ein Trainer wie Theo kann damit umgehen. Aber wir sind alle hier, um Basketball zu spielen, und ich denke, Pasko kennt uns gut genug, um das hinzukriegen. Unter ihm wird es garantiert nicht schlechter laufen."

Auch Ross Jorgusen, der Boss der Knights, sah in der Krise die Chance: "Natürlich habe ich in dieser Phase der Saison überhaupt nicht mit so etwas gerechnet. Wir haben nur ein Spiel verloren, das ist keine große Sache. Aber Pasko hat uns sowieso 70 Prozent des Trainings betreut, er kennt diese Mannschaft wie kein anderer. Wir müssen jetzt den Kopf hochhalten und noch härter arbeiten. Ich denke, das klappt."

"Ich komme nicht wieder"Theo Leftakis war im Sommer 2003 zum VfL Kirchheim gekommen und hatte gleich in seiner ersten Saison mit einer eher durchschnittlichen Mannschaft den Regionalliga-Titel geholt. Nach der ebenfalls erfolgreichen Saison 2004/2005 mit dem fünften Platz wiederholte er das Champion-Kunststück jetzt, doch die Chemie zwischen ihm und dem Team litt in letzter Zeit trotz der sportlichen Erfolge immer mehr. So ist auch seine bittere Aussage zum Abschied zu verstehen: "Ich habe mit diesen Leuten nichts zu tun. Ich komme nicht wieder."

mad