Lokalsport

Brooks entnervt die Knights

Erneute Schlappe für die Kirchheimer Zweitligabasketballer: 77:101 verloren die Knights beim TSV Nördlingen. Deren Star Cedric Brooks entschied das Spiel quasi alleine.

MAX DANIEL

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NÖRDLINGEN Kirchheims Trainer Pasko Tomic war zutiefst enttäuscht nach der 77:101-Schlappe beim Tabellennachbarn TSV Nördlingen. Anstatt Richtung Mittelfeld muss sich der VfL weiter im Keller einrichten. Durch die Siege von Freiburg und Schlusslicht Rastatt (67:66 beim Tabellenführer Jena) ist das Quartett der Abstiegskandidaten in der zweiten Liga noch enger zusammengerückt.

Den TSV Nördlingen muss man seit dem Sieg gegen Kirchheim nicht mehr in diese Kategorie zählen. Wer einen Spieler wie den US-Amerikaner Cedric Brooks hat, braucht sich nur zwei Sorgen zu machen: Dass sich der Superstar nicht verletzt und dass er nicht in eine höhere Liga wechselt. Was der 1,86 Meter kleine Aufbauspieler vor den 1 400 Zuschauern in der Nördlinger Hermann-Kessler-Halle in den ersten 15 Minuten ablieferte, war schlichtweg sensationell. Von den 45 Punkten zum 45:25 erzielte er 30 im wahrsten Sinne des Worts im Alleingang. Brooks dribbelte nach vorne, hob ab, schoss und traf egal von wo und gegen wen. Der Amerikaner spielte in diesen Minuten in einer anderen Welt. In einer Welt, in der keine Kirchheimer Gegenspieler für ihn existierten.

VfL-Trainer Tomic fing mit Ross Jorgusen gegen ihn an. Sein Konzept: "Lass ihn nicht vorbei!" Bei bisher 51 verschossenen Dreiern bei 70 Versuchen keine schlechte Idee. Doch diesmal nicht: Brooks dribbelt nach vorne, hebt bei etwa acht Metern ab, trifft. Macht dasselbe aus fünf und sechs Metern, nochmal aus acht. Tomic bringt Karamatskos, aber Brooks macht gerade so weiter. Später versucht es Tim Burnette: keine Chance. Zwischendurch klaut Brooks den Kirchheimern fünf Bälle, verteilt fünf Assists. Toll für die Einheimischen katastrophal für Kirchheim.

Der VfL spielte nicht einmal schlecht. Die 22 Punkte des ersten Viertels wurden fast alle sehenswert herausgespielt, aber die Ein-Mann-Show zehrt an den Nerven und vor allem am Selbstvertrauen. Dazu bekam Center Alex Zyskunov, nach zwei Ballverlusten verunsichert, vom indisponierten Schiedsrichtergespann in der fünften Minute zwei Fouls angehängt. Danach fand er nie ins Spiel was angesichts des 25:45 für die gesamte Mannschaft galt, aber auch nicht verwunderlich war. Näher als auf 15 Punkte kam der VfL nie an die Nördlinger heran, eine echte Chance zur Wende gab es nie.

Nach dieser Niederlage heißt es einmal mehr nach vorne schauen: Am kommenden Samstag kommt Breitengüssbach zum Weihnachtsspiel der Knights. Die Franken haben gerade erst beim 88:59 gegen Crailsheim gezeigt, dass sie eher zum oberen Drittel der Liga gehören. Aber wie sagte noch Pasko Tomic: "Die zweite Liga ist eine Achterbahn. An einem guten Tag kann jeder jeden schlagen." Nur, dass die Knights bisher meist ihre Plätze in den Abwärts-Waggons hatten.

VfL Kirchheim Knights:

Burnette (21/1, 1:8 Dreier, 7:15 Würfe, 26:53 Min.), Goehrke (4, 2:2 Würfe, 6 Rebounds, 2 Steals, 11:59 Min.), Hountondji (1:53 Min.), Jorgusen (6, 3:8 Würfe, 26:08 Min.), Karamatskos (10/1, 7:15 Würfe, 4 Assists, 26:40 Min.), Klemm (15/2, 6:12 Würfe, 6 Reb., 2 Steals, 35:47 Min.), Kranz (0:3 Dreier, 14:02 Min.), Lenger (7, 5 Rebounds. 13:31 Min.), Reichmuth (1:18 Min.), Sivorotka (10/1, 3:6 Würfe, 13:48 Min.), Zyskunov (4, 1:6 Würfe, 2:6 Freiwürfe, 4 Reb., 5 Ballverluste, 28:01).TSV Nördlingen:

Genck (2), Brooks (44/3, 13:19 Würfe, 15:17 FW, 5 Reb., 5 Ass., 5 Steals), McCrory (17/2), Rastatter (4), Tripp (14), Wallimann (2), Hanson (10), Sefranek, Matic (8).Würfe:

29:67/43 % (VfL), 33:51/65 % (TSV).Dreier:

5:27/19 % (VfL), 5:10/50 % (TSV).Freiwürfe:

14:25/56 % (VfL), 30:37/81 (TSV).Rebounds:

31:33.Ballverluste:

20:21.Assists:

11:14.Steals:

8:12.Fouls:

25:20.Schiedsrichter:

Andreas Kohl (Bad Kreuznach) und Conny Grassl (Schwandorf).Zuschauer:

1 400.