Lokalsport

Bruder Leichtfuß kostet den Sieg

VfL fällt nach 2:2 auf Platz sechs zurück

Ein versöhnlicher Saisonausklang sieht anders aus. Vier Minuten vor Schluss kassierte der VfL Kirchheim „ein dummes Tor“ (Interimstrainer Thomas Stumpp) zum 2:2 (1:0)-Endstand gegen Absteiger TSV Crailsheim und fiel in der Abschlusstabelle vom erhofften vierten auf den sechsten Tabellenplatz zurück. Da war selbst das Freibier, das der Verein danach spendierte, nur ein schwacher Trost für die Fans.

KLAUS SCHLÜTTER

Kirchheim. „Wir hatten genug Chan­cen, das Spiel zu unseren Gunsten zu entscheiden. Und dann kriegen wir so ein Tor kurz vor Schluss in einem Heimspiel. So etwas darf einfach nicht passieren“, ereiferte sich Oliver Otto, der kurz zuvor nach 19 Profijahren seine Karriere beendet hatte. Als künftiger Co-Trainer von Rainer Kraft wird er nun versuchen, Fehler wie diese auszumerzen.

Der peinliche Gegentreffer: 45-Meter-Flanke von Crailsheims Verteidiger Steffen Kocholl (früher VfB Stuttgart) in den VfL-Strafraum. Torwart Michael Stowers klebt auf der Linie. Faruk Civelek überspringt nur halbherzig eingreifende Verteidiger und köpft zum 2:2 ein.

Das enttäuschende Ende einer mittelmäßigen Partie mit viel Auf und Ab. Roberto, der jüngere der beiden Forzano-Brüder, brachte den VfL mit einem fulminanten 20-Meter-Schuss in Führung. Der Ball sprang von der Unterkante der Latte knapp hinter die Torlinie und von dort wieder ins Feld zurück. Ein Wembley-Tor – aber im Gegensatz zum WM-Finale 1966 in England war der Ball diesmal wirklich drin.

„Wir haben in den ersten zwanzig Minuten ordentlichen Fußball gespielt, danach das Heft aber aus der Hand gegeben und den Gegner aufgebaut“, meinte Thomas Stumpp, der nun zur U19 zurückkehrt. Crailsheim wurde stärker, glich per Elfmeter zum 1:1 aus. Hertel hatte Ilgenfritz gefoult, Dalyanic verwandelte. Nach dem Tor riss sich Kirchheim wieder zusammen und erspielte sich eine Reihe von Tormöglichkeiten.

Der schönste Angriff des Spiels führte zum erneuten Führungstreffer. Otto passte aus dem Mittelfeld nach links zu Kuhn, dessen präzise Flanke köpfte Tunjic zu seinem 13. Saisontor in die Maschen. Das Spiel schien gelaufen, doch dann passierte das geschilderte Missgeschick. „Ein glücklicher Punktgewinn“, gestand Crailsheims Interimstrainer Thomas Weiß, der nun als Spieler zum Ligakonkurrenten SGV Freiberg wechselt.

VfL Kirchheim: Stowers – Eisenhardt, Kauffmann, Huttenlocher, Hertel – Polat, Otto (76. Ohran) – M. Forzano (58. Ziegler), Kuhn (85. Hentschel) – R. Forzano, Tunjic.

TSV Crailsheim: Gorzawski – Campagna, Ilg, Aiello (84. Hägele), Kocholl – Kleinschrodt, Dalyanci – Di Biccari, Olgun (46. Ilgenfritz) – Braha, Fischer (Civelek).

Schiedsrichter: Hellwig (Böblingen).

Tore: 1:0 R. Forzano (13.), 1:1 Dalyanic (56., Foulelfmeter), 2:1 Tunjic (75.), 2:2 Civelek (86.).

Gelbe Karte: Hertel.

Zuschauer: 200.

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