Lokalsport

Bundesliga-Rückkehr winkt

In der zweiten Liga stehen VfL-Turnerinnen unverhofft auf Platz zwei

Überraschung in der zweiten Turn-Bundesliga der Frauen: Aufsteiger VfL Kirchheim steht derzeit punktgleich hinter Erstliga-Absteiger Turnzentrum Deutsche Sporthochschule Köln auf Platz zwei. Einen Wettkampftag gibt es noch – der Tabellenerste wird direkt in die erste Bundesliga aufsteigen.

Bundesliga-Rückkehr winkt
Bundesliga-Rückkehr winkt

Stuttgart. Nach dem dritten Platz am ersten Wettkampftag und mit Neuzugang Sarina Maier (Neckarhausen) strebte das Kirchheimer Team beim Durchgang in Stuttgart erneut einen Podestplatz an – umso mehr, als man mit der Unterstützung der angereisten VfL-Fans quasi ein Heimspiel in der Scharrena hatte. Das Vorhaben ging auf.

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Am Stufenbarren legte Hannah Grosch, die österreichische Nationalturnerin, für Kirchheim mit 10,55 Punkten gut vor. Angespornt von dieser Vorlage zeigte Dorothee Henzler eine nahezu fehlerfreie Übung, die mit 10,95 Punkten belohnt wurde. 9,55 Punkte steuerte Tamea Friedl zu einem prima Barrenergebnis bei, bei dem es im Gegensatz zur dritten Bundesliga keine Streichwertungen mehr gibt und jede Übung zum Tragen kommt. Sarina Maier, Vierte der deutschen Meisterschaften am Stufenbarren, bewies mit einer klug eingeteilten Übung als letzte VfL-Starterin ihr Können. Ihr schwieriger Vortrag steigerte das Kirchheimer Barrenergebnis um 11,60 Punkte. Mit 42,65 Punkten waren die VfL-Mädchen das beste Barrenteam – ein nahezu historisches Ereignis, das selbst Trainerin Michaela Pohl kaum glauben konnte.

Am Schwebebalken zeigte sich wieder einmal, dass Routine an diesem Gerät die halbe Miete ist. Dorothee Henzler, die zurzeit aufgrund ihrer Ausbildung in München nur wenig trainieren kann, zelebrierte ihre Balkenübung mit allen Schwierigkeiten ohne Wackler und erhielt die Tageshöchstnote von 13,20 Punkten. Alle anderen Turnerinnen zeigten Nerven und mussten den Zitterbalken mindestens ein Mal verlassen. Dennoch hielt sich das Kirchheimer Team mit 46,55 Punkten konstant hinter dem Heidenheimer SB als zweibeste Mannschaft am Balken.

Da zur Halbzeit des Wettkampfes mit Boden und Sprung die Geräte noch anstanden, an denen noch höhere Punktzahlen zu erwarten waren, zeichnete sich eine sehr gute VfL-Platzierung ab. Angefeuert vom Fanblock übernahm Pia Pohl die Startposition. Ihre 11,85 Punkte waren ein toller Einstand, sodass das Team die beiden Stürze von Tamea Friedl (10,75) kompensieren konnte. Danach boten Sarina Maier und Dorothee Henzler ein wahres Zweitliga-Feuerwerk. Platz drei am Boden hinter den punktgleichen Dresdner und Kölner Teams ließen die Kirchheimer Herzen höher schlagen.

Zwischenzeitlich wusste die VfL-Mannschaft, dass sie am letzten Gerät, beim Sprung, um den Tagessieg antreten wird. Hoch motiviert entlockte Nele Bauerfeld dem Kampfgericht 12,45 Punkte für ihren Tsukahara-Sprung. Spannend machte es Tamea Friedl: Ihren haushohen Überschlag mit Salto konnte sie nicht stehen, aber dennoch gab es hierfür 12 Punkte. Fast einen Punkt höher wurde der Sprung von Sarina Maier benotet und Dorothee Henzler legte mit dem gebückten Überschlag mit Salto und 13,55 Punkten noch eins drauf. Damit war den Kirchheimer Turnerinnen der erste Platz in Stuttgart nicht mehr zu nehmen.

Der für den TV Herkenrath angetretene Turnstar Oksana Chusovitina war beste Mehrkämpferin und nur drei Plätze dahinter wurde Dorothee Henzler Vierte und Sarina Maier als Sechste aufgerufen.

Vor dem letzten und entscheidenden Wettkampftag stehen die Turnerinnen des Turnzentrums Köln hauchdünn vor dem VfL Kirchheim an der Tabellenspitze. In Chemnitz wird die Tagesform entscheiden, welches Team den Direktaufstieg in die erste Bundesliga schaffen wird. Fest steht schon jetzt, dass die Frauen des VfL Kirchheim – die übrigens in der Vergangenheit schon in der ersten Bundesliga vertreten waren – eine unverhofft erfolgreiche Saison 2014 zu verzeichnen haben und auch für einen möglichen Aufstiegskampf gerüstet sind. tg