Lokalsport

Catania: Schiri erstellt Kleiderordnung

Bei allen sportlichen Taten die vom Schiedsrichter erzwungene "Beinfreiheit" vor dem Kreisliga-Duell AC Catania Kirchheim gegen den TSV Weilheim (3:1) war gestern das Gesprächsthema Nummer eins.

JÜRGEN FIND

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KIRCHHEIM Im Bezirksliga-Kellerduell zwischen der SGEH und dem FV Neuhausen (2:2) stand erstmals der neue Trainer Erhard Reinhofer, der nach seiner aktiven Zeit beim VfL Kirchheim schon diverse Trainererfahrung gesammelt hat, an der Linie. Laut SGEH-Abteilungsleiter Frank Zintgraf wurde die Entscheidung am Donnerstag gefällt. Reinhofer, Nachfolger des Duos Michael Pflüger/Danell Stumpe, hatte bislang also noch keine Gelegenheit, ein Training zu leiten. Sein erstes Ziel: "Punkte sammeln, um aus dem Keller zu kommen." Gegen Neuhausen zeigte das Team Moral und

erkämpfte sich in Unterzahl noch ein Remis. Reinhofer: "Die Mannschaft hat viel Potenzial. Es fehlen noch Kleinigkeiten, die wir Stück für Stück verbessern müssen."

Während die einen aus dem Keller wollen, kommen die anderen aus dem Siegen nicht mehr heraus. Doch der TSV Jesingen zeigte laut Abteilungsleiter Steffen Mauz beim 1:0-Erfolg in Esslingen "die schlechteste Saisonleistung". Wohl dem, der mit einer solchen Darbietung noch drei Zähler angelt und die Tabellenführung erklimmt. Beim Thema Aufstieg gibt Mauz den notorischen Tiefstapler. "Von der Landesliga wollen wir nichts wissen. Da läuft noch viel Wasser den Bach runter."

In der Kreisliga A standen zwei Schiedsrichter im Mittelpunkt des Geschehens. In Oberlenningen sah TSVO-Spielertrainer Antonio Portale nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte, verließ das Spielfeld und führte mit dem Unparteiischen Gerhard Klaiber aus Backnang anschließend noch eine Konversation. Klaiber zückte daraufhin die Rote Karte. Nach Spielende erkannte der ehemalige Oberliga-Referee seinen Fauxpas und hatte die Courage, seine Entscheidung mit der unzulässig gezeigten Karte wieder zurückzunehmen. Danach vermerkte er das Geschehene im Spielberichtsbogen Fortsetzung folgt.

Ebenfalls ein Nachspiel werden die Vorkommnisse in Kirchheim haben: Im Duell AC Catania Kirchheim gegen den TSV Weilheim hatte Schiedsrichter Wolfgang Schuhmacher (Waldenbuch) die Partie so lange nicht angepfiffen, bis sich fünf Weilheimer Akteure ihrer langen Hosen entledigt hatten. Das TSVW-Quintett hatte sich vor dem Auftritt auf dem Kirchheimer (Kunst-)Rasen entsprechend "geschützt" gekleidet: Über den langen Hosen waren die kurzen. Die Spieler konnten die Schiedsrichter-Entscheidung nicht fassen, gaben dann jedoch nach. Weilheim verlor mit 1:3 und hat inzwischen Protest gegen die Spielwertung eingelegt. TSVW-Coach Jürgen Fritsch war indes schon über die Spielansetzung auf dem Kunstrasen brüskiert gewesen: "Ein Witz." Auch Catanias Spielleiter Pasquale Martinelli war wegen der Ansetzung pikiert: "Dass die Kirchheimer Zweite als Kreisliga-B-Mannschaft auf dem Rasen spielt und wir auf dem Kunstrasen ist nicht nachzuvollziehen. Ich werde aufs Kirchheimer Rathaus gehen und mich beschweren." Ein klarer Fall von "Rasen-Diskriminierung", was da gestern an der Jesinger Allee ablief . . . Für den TSVW-Protest hatte Martinelli übrigens Verständnis. "Ich habe über Jahre auf dem Kunstrasen mit langen Hosen gespielt. Keiner hat mir das je verboten."

In der Kreisliga B marschiert der SV Nabern weiter vorneweg. Das 8:1 gegen Unterlenningen war vom Feinsten. Naberns Spielleiter Jürgen Bischof war begeistert: "Einen besseren Fußball kann man in dieser Liga nicht spielen." Der erste SVN-Verfolger blieb die TG Kirchheim, bei der gestern Thomas Cserny (42) zwischen den Pfosten stand.