Lokalsport

Center-Parade beschert frohes Fest

Kirchheim Knights überzeugen beim 92:86-Sieg gegen die Cuxhaven Bascats als Mannschaft

Es war die Krönung eines tollen Jahres: Angeführt von der starken Center-Garde feierten Kirchheims Basketballer in Cuxhaven den dritten Sieg in Folge und festigten damit Tabellenplatz vier.

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Moritz Hönig

Cuxhaven. „Wenn man hier gewinnt, will das was heißen“, freute sich Kirchheims Coach Frenkie Ignjatovic nach dem Erfolg beim letztjährigen Vizemeister Bascats Cuxhaven. Über nahezu die gesamte Spieldauer dominierten die Kirch­heimer das Geschehen und lagen zwischenzeitlich mit bis zu 16 Punkten in Front. Dabei profitierten die Knights zweifelsohne auch davon, dass mit Brandon Watkins, der an einer im Training zugezogenen Nackenverletzung laboriert, der Topscorer aufseiten der Bascats nicht mit dabei war.

Damit fiel die One-Man-Show der Cuxhavener aus und Ignjatovic musste kurzfristig seine Taktik ändern. Die Knights begannen mit Tomasevic, Chennoufi, Baumann, Crawford und Heyden, die nach anfänglichen Schwierigkeiten und einem 1:6-Rückstand schließlich gut ins Spiel fanden. Nach acht Minuten besorgte Adam Baumann mit zwei verwandelten Frei­würfen die erste Kirchheimer Führung, ehe Kapitän Tom Klemm, der sich nach zuletzt durchwachsenen Leistungen deutlich verbessert zeigte, per Dreier die 23:20-Viertel-Führung herstellte. Aufseiten der Bas­cats glänzte mit zwölf Punkten im ersten Viertel vor allem Frank Kelsi Bennett, der sich anschickte, den Watkins-Vertreter zu mimen.

Die wohl entscheidende Phase im Spiel folgte dann nach Wiederanpfiff. Den 23:25-Anschlusstreffer konterten die Kirchheimer durch Adam Baumann, Clifford Crawford und Andreas Hornig mit einem 14:3-Lauf und gingen nach einer Viertelstunde mit 39:26 in Führung. Lautstark angefeuert von zwölf mitgereisten Fans verteidigten die Knights in dieser Phase nun aggressiver. Allerdings verhinderten Nachlässigkeiten in der Offensive einen größeren Vorsprung und eine mögliche Vorentscheidung. So hielten die Bascats den Kontakt und waren beim Spielstand von 36:45 zur Halbzeit noch auf Schlagdistanz.

Auch nach dem Seitenwechsel dominierten die Kirchheimer das Spielgeschehen. Dabei war es immer wieder Phillipp Heyden, der geschickt und erfolgreich den Weg zum Korb suchte und den Vorsprung kontinuierlich wachsen ließ. Bei den Cuxhavenern wusste zu diesem Zeitpunkt lediglich Frank Kelsi Bennett zu gefallen, der von den Knights nicht in den Griff zu bekommen war und immer wieder zu einfachen Punkten kam. Am Ende verbuchte er stolze 34 Punkte – Saisonrekord. Da er von seinen Teamkollegen allerdings wenig Unterstützung genoss, gingen die Kirchheimer beim Stande von 56:72 mit einer souveränen 16-Punkte-Führung in die letzte Viertelpause.

Im vierten Spielabschnitt, als schon keiner der 1 100 Zuschauer mehr an einen Heimsieg glaubte, drehten die Bascats dann plötzlich auf. Chris Brown, Josh Porter sowie Jacob Ndi trafen gleich zu Beginn des Schlussviertels drei Dreier in Folge, und als fünf Minuten vor Schluss Bennett seinen 13. Nahdistanz-Treffer markierte, war der ehemals üppige Vorsprung auf magere vier Punkte (80:84) zusammengeschmolzen. „Cux­haven hat am Ende toll gefightet“, zollte Frenkie Ignjatovic den Hausherren Respekt. Doch wie so oft in dieser Saison behielten die Knights auch diesmal ihre Nerven im Griff und verteidigten den knappen Vorsprung. Zu diesem Zeitpunkt verdeutlichte sich das große Manko im Spiel der Cuxhavener: Die fehlende Tiefe der Bank. Während Ignjatovic munter durchwechselte, spielten die Hausherren im letzten Viertel fast gänzlich mit derselben Aufstellung. Kein Wunder also, dass am Ende bei einigen die Kraft fehlte. Der Kirch­heimer 92:86-Erfolg war insgesamt verdient. Die Knights feierten damit bereits den vierten Auswärtssieg der Saison.

Ein glücklicher Frenkie Ignjatovic freute sich nach Spielende einmal mehr über eine tolle Teamleistung: „Wenn acht Spieler punkten spricht das immer für die Mannschaft.“ Vor allem die Center wussten zum Jahresabschluss zu überzeugen: Baumann (18 Punkte), Heyden (17) und Hornig (16) setzten sich immer wieder gut in Szene. Dass vor allem Andreas Hornig nach seiner langwierigen Handgelenksverletzung zurück zu alter Form zu finden scheint, freut Ignjatovic: „Es ist schön für Andi und enorm wichtig für uns, dass er wieder der Alte ist.“

Die Knights gehen nun als Tabellenvierter ins neue Jahr. Damit hatten nicht einmal die kühnsten Optimisten vor der Saison gerechnet. „Dass wir uns schon im ersten Jahr so gut in der Pro A etabliert haben, übertrifft unsere Erwartungen bei Weitem“, meinte Kirchheims Team-Manager Volker Österle. Fürs neue Jahr wünscht er sich deshalb vor allem eines: Verletzungsfreiheit - damit die Knights auch im kommenden Jahr auf höchstem Niveau mitspielen können.

Weiter geht es am 3. Januar mit dem Heimspiel gegen den Tabellenzweiten BBC Bayreuth. Zeit zum Ausruhen bleibt den Rittern nur wenig: Schon kommenden Samstag bittet Ignjatovic wieder zum Training.

Cuxhaven Bascats – VfL Kirchheim Knights: 86:92 (20:23, 16:22, 20:27, 30:20)

Cuxhaven Bascats: Porter 11, Ruckhaber, Hasenkamm, Jovanovic, Seward 15, Bennett 34, Kleemichen, Dawidowski n.e., Ismailat n.e., Brown 19, Ndi 7

VfL Kirchheim Knights: Tomasevic 8 (2/3 Dreier), Chennoufi, Baumann 18 (1/4, 7 Reb.), Crawford 13 (1/2), Scott 10 (2/7, 5 Steals), Lenger n.e., P. Klemm 1, Howard n.e., T. Klemm 9 (1/2), Heyden 17 (6 Reb.), Hornig 16 (4 Reb.)