Lokalsport

Chittaro gibt Gas und hat Spaß

Manuel Chittaro gab Gas und hatte seinen Spaß: Beim Münchner Supercross-Event ist er so schnell wie noch nie in dieser Saison gefahren. Die drei Renntage bescherten ihm bei den Siegerehrungen zwei Mal den Gang aufs Podium.

LARS KOCH

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MÜNCHEN Manuel Chittaro, der bereits in Stuttgart, Wien und Chemnitz mit starken Trainingsleistungen überzeugte, war auch in den Qualifikationsläufen in München wieder richtig schnell unterwegs. "Ich hoffe, dass ich bei den Wertungsläufen auch mal das kleine bisschen Glück habe, was man auch braucht, um am Ende auf dem Podium zu stehen", erklärte er. Doch von Glück konnte in München keine Rede sein. Vielmehr hatte Chittaro in seinem ersten Lauf am Freitag einen richtig schlechten Start erwischt und nahm das Rennen vom Ende des Feldes auf.

Danach brannte der 20-jährige EBS-Sturm-Kawasaki-Pilot ein wahres Feuerwerk ab und zeigte, dass man auf dem extrem engen und zirka 400 Meter langen Parcours doch überholen kann. Platz um Platz machte Chittaro gut und sah am Ende die Zielfahne als Zweiter. Im zweiten Lauf hatte Chittaro einen wesentlich besseren Start und bog als Dritter in die erste Kurve ein. Allerdings schien auch die Konkurrenz ihren Rhythmus gefunden zu haben, denn trotz einiger Angriffe konnte sich Chittaro nicht mehr weiter verbessern. Platz zwei und drei brachten in der Tageswertung Rang zwei für ihn.

Auch am zweiten Tag verließ sich Chittaro lieber auf sein Können als auf sein Glück. Nach gutem Start hatte er allerdings einige Probleme, verlor Boden und konnte immerhin noch Platz vier einfahren. Im zweiten Rennen machte er von Beginn an klar, dass er auch in den Rennen wieder eine gute Leistung abrufen kann. Nach der ersten Runde flog Chittaro als Erster über den Zielbereich und gab diese Führung bis ins Ziel nicht mehr ab. Endresultat: Ein souveräner Start-und-Ziel-Sieg und wiederum Platz zwei in der Tageswertung.

Auch am dritten Renntag zeigte sich Chittaro in der bayrischen Metropole in Podiumslaune. Schon nach der ersten Runde lag der Schlierbacher auf Platz zwei und musste mehrere Male Angriffe des amtierenden Deutschen Meisters der 125er-Klasse, Markus Schiffer, abwehren. Doch Chittaro verteidigte seine Position und brachte Platz zwei nach Hause. Als das Startgitter zum zweiten Lauf fiel, hatte der Kawasaki-Pilot wieder einen sehr guten Start und lag an zweiter Position. In Runde zwei wurde das Rennen jedoch wegen eines schweren Sturzes abgebrochen. Beim Neustart hatte Chittaro jedoch einen eher schwachen Start und landete in der ersten Kurve zu allem Übel auch noch in einer Fahrertraube. 60 Meter weiter und eine Kurve später überrannte der 20-Jährige mit einem klugen Manöver drei Konkurrenten und war nun schon Vierter. Der Vormarsch wurde durch einen Sturz von Schiffer, der Chittaro mit zu Boden riss, beendet. Doch der Schlierbacher gab nicht auf, ging vom Ende des Feldes wieder ins Rennen und wurde mit einer überzeugenden Aufholjagd noch Fünfter, was ihm Platz vier im Tages-Gesamtklassement einbrachte.

"Alles in allem ein gutes Wochenende. Schade, dass es den Rennabbruch gab, sonst hätte ich vielleicht am Sonntag auch noch einmal auf dem Podium stehen können", bilanzierte Chittaro. Trotz der Feiertage hat Chittaro fast keine Pause: Gleich nach Weihnachten steht Training auf dem Programm. Am ersten Januar-Wochenende steht der alljährliche Supercross-Höhepunkt in der Dortmunder Westfalenhalle an.