Lokalsport

Chittaro möchte Profi bleiben

Mit einigem Optimismus trotz derzeitiger Rehabilitationsmaßnahmen geht der Schlierbacher Motocrosser Manuel Chittaro in die neue Saison. Allerdings standen die ersten Tage des neuen Jahres unter einem eher ungünstigem Racing-Stern für den 21-Jährigen.

SCHLIERBACH Wenige Tage vor dem Hallensaison-Höhepunkt in Dortmund hatte der 21-jährige im Training ungewollten und derben Bodenkontakt. Die niederschmetternde Diagnose damals (wir berichteten): Trümmerbruch in der Ferse. Das warf den zu diesem Zeitpunkt besten Deutschen in der Supercross-Klasse SX2 mit Blick auf die kommende Outdoor-Rennsaison erheblich zurück.

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"Eigentlich müsste ich jetzt schon wieder auf dem Motorrad sitzen und Trainingsrunden drehen, stattdessen bin ich in der Reha", ärgerte sich Chittaro. Trotzdem ist der Dritte der 125er-DM des Vorjahres zuversichtlich. "Ich fahre seit der Hallensaison für das Yamaha-Weltermann-Team. Die Unterstützung und der Rückhalt der Truppe sind einfach Klasse. Das hilft bei Rückschlägen wie der Geschichte mit meinem Fuß." Laut der Ärzte ging der Heilungsprozess hervorragend voran, sodass sich Chittaro sicher ist, schon im April wieder ins Renngeschehen eingreifen zu können.

Das Hauptaugenmerk soll in der kommenden Saison den deutschen Rennserien DM 125, DM-open und der MX-Masters-Serie des ADAC gelten. "Dort sollten Podiumsplatzierungen machbar sein, aber meine Zielsetzung ist natürlich immer der Sieg", bekundete er. Zudem sind noch Starts in Frankreich, Dänemark, Italien und der Schweiz geplant. "Abhängig ist das davon, ob die Termine passen, aber vor allen Dingen, wie es in Sachen Gesundheit läuft", so der Schlierbacher, der als einer der wenigen deutschen Motocross-Piloten als Profi unterwegs ist.

Dieser Status soll, wenn alles nach Plan läuft, auch mindestens die nächsten zwei bis drei Jahre anhalten, Chittaro will seinen Lebensunterhalt mit dem Sport bestreiten. Was nach dem Motorsport für Chittaro kommt, ist bei dem Schlierbacher noch offen. "Im Moment muss ich mich erst einmal voll drauf konzentrieren, wieder fit zu werden. Wenn ich mir was für die kommende Saison wünschen dürfte, dann wäre das, verletzungsfrei über das Jahr zu kommen", sagte er. Alles andere finde sich dann meist von selbst.

Die Frage, ob Halle oder Outdoor das bessere Pflaster für den Schlierbacher sei, lässt sich nicht ohne weiteres beantworten. "An sich fahre ich schon lieber draußen. Lange Distanzen, kaputte, schwere Strecken sind eher meine Sache als 'gemalte' SX-Strecken. Supercross ist aber vom Publikum und von der Atmosphäre nicht zu toppen, vor allem nicht das Highlight in Dortmund." Während diesem lag der Schlierbacher übrigens im Unfallklinikum im Hamburg und informierte sich via Telefon über die Rennverläufe.

Im Krankenhaus hatte Chittaro übrigens auch schon wieder erste Rennen bestritten und gewonnen. "Beim Rollstuhlsprint zum Frühstücksbuffet hatte ich die Konkurrenz schon wieder gut im Griff", witzelte Chittaro.