Lokalsport

Chuks Neboh: Neuer Hoffnungsträger

Das Aufatmen war tief und befriedigend: Nach jahrelanger Suche sind die Kirchheim Knights endlich fündig geworden. Mit Chuks Neboh wurde der Big Man verpflichtet: Der Nigerianer mit amerikanischem Pass ist 2,12 m groß. Das Kirchheimer Basketball-Team 2005/2006 steht nun fast komplett.

MAX DANIEL

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KIRCHHEIM Der Neunte war der Wichtigste. Nachdem sieben alte VfL-Basketballer nach und nach verpflichtet werden konnten und mit dem Göppinger Joe Hountondji ein Neuer dazu kam, begann am späten Dienstagabend mit der Unterschrift von Chuks Neboh unter einen Vorvertrag möglicherweise eine neue Ära im Kirchheimer Basketball. Denn trotz der Regionalliga-Meisterschaft 2004 wurde den Kirchheimern eines immer vorgehalten: Die ganz großen Ziele sind ohne einen dominierenden Centerspieler nicht zu erreichen. Und dieses große Ziel heißt spätestens seit der Aufstiegsrunde 2004 nun mal Zweite Liga. Mit den stärksten Kleinen der Liga, Ross Jorgusen und Kai-Uwe Kranz, und mit einem wieder vor Ehrgeiz sprühenden und gesunden James Hayden kann in der Regionalliga jedenfalls keiner mithalten . . .

Wirbelwind in StuttgartDazu kommt nun Neboh voller Vorname: Chukwuma Obiora und macht den VfL unter dem Korb eine Klasse besser. Er war im Januar vom inzwischen entlassenen Stuttgarter Trainer Roger Washington aus Finnland geholt worden, wo er in der ersten Liga bei den Salo Vilpas Vikings spielte, aber nicht zufrieden war. Dem MTV half er anschließend, in der Regionalliga-Rückrunde das Feld von hinten aufzurollen, die Aufstiegsrunde und dann die Qualifikation zur zweiten Bundesliga zu erreichen.

In den sieben Regionalligaspielen für Stuttgart machte Neboh 19,1 Punkte, die Zahl seiner Rebounds und geblockten Würfe schlummert in den Archiven des MTV. Es dürften viele gewesen sein.

Denn wenn man Nebohs Spielweise beschreiben will, dürfte der Terminus dominierend am besten zusammenfassen, was der am 6. Oktober 1978 in Nigeria geborene Center in der Nähe des Korbes abliefert. Mit seinen 212 Zentimetern Körpergröße und den überlangen Armen beherrscht er die Zone. Kein Wunder, dass VfL-Coach Theo Leftakis begeistert ist: "Ich bin sehr froh, dass wir endlich einen Center haben. Mit ihm können wir ganz anders Basketball spielen, wir haben jetzt viel mehr Möglichkeiten." Auch Knights-Kunstschütze Kai-Uwe Kranz, dessen Forderung an die Klubführung ja lautete, endlich einen echten Center zu verpflichten, zeigt sich euphorisch: "Das ist genau das Puzzleteil, das uns noch gefehlt hat."

Das Spiel gelernt hat Neboh in den USA, er war von 1996 bis 1998 in Utah, anschließend zwei Jahre auf der Portland University, wo er zusammen mit Ross Jorgusen im College-Team stand. "Ich bin richtig happy, es macht Spaß, mit Chuks zu spielen", sagt Kirchheims Boss auf dem Spielfeld. Der 26-Jährige Schwarzafrikaner hat nun ein Ziel: "Es geht darum, die Aufstiegsrunde zu erreichen. Dann ist alles möglich."

Dass er ausgerechnet den Knights sein Ja-Wort gab, hatte vier Gründe: "Ich kenne einige Spieler, Ross natürlich besonders. Dann freue ich mich auf die verrückten Kirchheimer Fans, ich bin sicher, die drehen durch bei einem Monsterblock von mir. Und ich habe sehr viel Respekt für Theo Leftakis und die Organisation des VfL."

Angebote aus Frankreichs zweiter und dritter Liga, vom Regionalliga-Konkurrenten KGJ Schwenningen und vom Zweitliga-Aufsteiger MTV Stuttgart hat Neboh für die Knights ausgeschlagen.

Ganz im Hinterkopf hat er übrigens noch ein ganz großes Ziel: "Mein Traum bleibt die NBA." Im Moment ist er sehr weit davon entfernt. Aber die Chancen stehen gar nicht so schlecht, dass er in einem Jahr eine Liga näher dran ist.