Lokalsport

Claudio Mack rast in Dubai zum WM-Titel

Er war der einzige deutsche Teilnehmer, doch er kam groß raus: Claudio Mack (18) gewann in den Vereinigten Arabischen Emiraten in einer Konkurrenz von 54 Piloten die Kart-GP 1-Weltmeisterschaft. Es war der bisher größte Erfolg seiner Laufbahn.

DUBAI Am vergangenen Donnerstag war Claudio Mack (18) mit seiner Familie über Mailand nach Dubai geflogen, wo er nach einer 12-stündigen Reise am Freitag früh um 6 Uhr Ortszeit in Dubai ankam. Eilig wurde im Hotel eingecheckt, wonach es sofort zur rund 30 Kilometer entfernten, direkt neben der Formel 1-Piste liegenden Rennstrecke ging, die mit jeglichem Komfort (wie Boxen und Zeiten-Monitore) ausgestattet ist. Bei angenehmen 25 Grad und herrlichem Wetter wurden die Karts unter den Piloten ausgelost dies sollte Chancengleichheit garantieren.

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Am Nachmittag änderte sich das Wetter, und es fing sogar an zu regnen. Auch am Samstag, wo eigentlich die Teilnehmer ihre freien Trainings absolvieren sollten, öffnete der Himmel immer wieder seine Schleusen. Wegen einer fehlender Drainage am Fahrbahnrand Dubai hat statistisch gesehen fünf Regentage pro Jahr bildeten sich immer wieder tiefe Pfützen, welche der Veranstalter mit Pumpen zu beseitigen versuchte. Trotz intensivster Bemühungen wurde das Training aber nach zwei Durchgängen abgesagt und auf den nächsten Tag verschoben. Am Sonntag konnten dann alle Teilnehmer auch tatsächlich im Trockenen ihre Test- und Einstellungsfahrten aufnehmen.

Im zehnminütigen Zeittraining wurde Mack Siebter. Jeder Teilnehmer musste danach zwei Vorläufe fahren, sodass am Ende des Vormittags jeder gegen jeden gefahren war. Durch die Plätze 2 und Platz 5 in seinen Läufen hatte das Mitglied des Motorsportclubs Kirchheim in der Addition der Ergebnisse eine Punktzahl erkämpft, die ihn auf Startplatz 3 für das folgende Pre-Finale brachte. Allerdings hatte der Oberboihinger schon in der ersten Runde einen Crash er fiel bis auf Platz 21 zurück und muste nun mit ziemlich lädiertem Renngerät zur Aufholjagd blasen. Die gelang eindrucksvoll. Bei Rennende wurde er als Zehnter abgewunken. In der einstündigen Reparaturpause vor dem alles entscheidenden Finalrennen wurde das Renngerät nun wieder flott gemacht.

Von Startplatz 10 aus musste Mack das Rennen über insgesamt 25 Runden nun in Angriff nehmen. Schon in der ersten Runde machte er drei Plätze gut. Hochmotiviert arbeiterte sich der Vorjahreszweite nun nach vorne und war in Runde 18 auch am bis dahin führenden Engländer Brookfield dran. Mit einem gekonnten Ausbremsmanöver gelang es ihm dann schließlich, die Spitze zu übernehmen.

Mack verblüffte mit konstant schnellen Rennrunden und enteilte dem zweitplazierten Franzosen Martins in den verbliebenen Rennrunden um 2,2 Sekunden. Zu diesem Zeitpunkt des Rennens fuhr der 18-Jährige auch gleich noch die absolut schnellste Rennrunde aller Teilnehmer und unterbot den bis dahin bestehenden Streckenrekord um mehr als 1,5 Sekunden.

Das Publikum ging begeistert mit und bejubelte den Oberboihinger bei der Zieldurchfahrt vor Martins und dem Engländer Brookfield mit frenetischem Jubel.

Mit diesem Sieg hat Mack sein ehrgeiziges Ziel, Kartweltmeister 2006 zu werden, eindrucksvoll erreicht. Im Anschluss an die Siegerehrung bekam der Oberboihinger Schüler noch Einladungen für die Saison 2007 auch zu nationalen Rennen in Sao Paolo und Bukarest. Auch den Middle East Karting Cup mit je zwei Rennen in Dubai und Sharm El Sheikh sollte er bestreiten. Das wird aber nichts: Der 18-Jährige will am Wirtschaftsgymnasium Nürtingen 2008 das Abitur machen.

Für ihn ist die Saison bis auf einige Testfahrten nun zu Ende. Mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft, den Siegen beim City-Race in St. Topez, beim Monaco Kart Cup und dem Gewinn der Weltmeisterschaft jetzt in Dubai hat er seine bisher erfolgreichste Motorsportsaison absolviert.

mpa