Lokalsport

Copilot bremst Henzler aus

Weil sein schottischer Beifahrer Robin Liddell nach einem Restart mit dem Beschleunigen unfreiwillig geizte, musste sich der Nürtinger Rennprofi Wolf Henzler bei den 250 Meilen von Homestead/Florida im GT-Klassement mit Platz drei begnügen.

EBERHARD STRÄHLE

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HOMESTEAD Für den Nürtinger Rennprofi Wolf Henzler war beim dritten Lauf zur Grandamerican Rolex-Serie im Porsche 911 GT3 Cup mehr drin als Platz drei im GT-Klassement: Ein Fehler seines schottischen Copiloten Robin Liddell kostete ihm den möglichen Sieg. Immerhin stand Henzler in dieser Saison zum ersten Mal auf dem Podium.

Nach den fünf Trainingsläufen auf dem 2,3 Meilen langen Homestead- Miami-Speedway in Florida schwebte der Rennprofi aus Nürtingen auf Wolke sieben: "Es lief alles nach meinen Wünschen. Wir haben von Jim Tafel ein tolles Auto bekommen. Es musste unser Rennen werden." Euphorie beim Nürtinger im 15-minütigen Qualifying hatte Henzler den Tafel-Porsche mit einer Zeit von 1.21,679 Minuten in die Poleposition pilotiert. Eine Platzierung, die dem 27. Rang im Gesamtfeld hinter den wesentlich schnelleren Daytona-Prototypen entsprach.

Im Rennen war Henzler der Startfahrer, rechts neben ihm stand sein Teamkollege Andrew Davis, der sich mit Teamchef Jim Tafel im zweiten der drei Tafel-Porsche am Lenkrad abwechselte. Der Start verlief für Henzler ("ich hatte eine freie Strecke vor mir, die Daytona-Prototypen fuhren mir schnell weg") glänzend, dank des optimal eingestellten 911-GT3-Cup-Boliden fuhr er gegenüber dem restlichen GT-Feld einen Vorsprung von 20 Sekunden heraus. Nach einer Rennstunde musste das Safetycar wegen eines Unfalls auf die Strecke: Henzlers Team nutzte dies, um den Fahrer zu wechseln und das Auto zu betanken. Diese Taktik verfolgten nicht alle im Feld, sodass Henzler/Liddell zunächst einige Plätze verloren.

Nach weiteren Unterbrechungen durch das Sicherheitsfahrzeug fuhr das Duo wieder an die Spitze des GT- Klassements. Die Freude darüber wurde allerdings getrübt, als Henzlers schottischer Copilot bei der letzten Safetycarphase fünf Runden vor Rennende den Restart buchstäblich verschlief und die Verfolger Collins/Edwards (im Pontiac GTO.R) und Haskell/Tremblay (Mazda RX-8) passieren lassen musste. Als Liddell als Dritter die Ziellinie passierte, fehlten Henzler ob des Kollegenfehlers beinahe die Worte. "Wir hatten das ganze Wochenende dominiert, waren super drauf und sauschnell. Dann wirft uns solch ein Missgeschick um zwei Ränge zurück", kommentierte der Schwabe enttäuscht.

Wenig Glück hatte Henzler eine Woche zuvor beim 12-Stunden-Rennen in Sebring. Dort war er auf Einladung des J3-Teams zusammen mit John Matthews und Tim Sudgen auf einem Porsche GT2 im Rahmen des ALMS-Rennens ins Cockpit gestiegen. Nach rund sieben Stunden hatte er wegen einer gebrochenen Schaltgabel das Rennen aufgeben müssen.

Ihr nächstes Rennen bestreiten Henzler/Liddell programmgemäß am Wochenende 21./22./23. April in Alton/Virginia. Die Renndistanz auf dem 3,27 Meilen langen Virginia International Raceway beträgt wiederum 250 Meilen.

250 Meilen von Homestead/Florida

Daytona Prototypen: 1. Rockenfeller/Long, Crawford Porsche, 107 Runden, 2. Fittipaldi/ Luhr/Cheever, Crawford Porsche, 107 Runden, 3. Diaz/Pruett, Lexus Riley, 107 Runden.GT-Kategorie: 1. Collins/Edwards, Pontiac GTO.R, 103 Runden, 2. Haskell/Tremblay, Mazda RX - 8, 103 Runden, 3. Henzler/Liddell, Porsche 911 GT3 Cup, 103 Runden, 4. Alhadeff/ Auberlen, BMW M3, 101 Runden, 5. Assentato/ Longhi, Porsche 911 GT3- Cup, 101 Runden, 6. Keen/Murry, Porsche 911 GT3- Cup, 101 Runden.