Lokalsport

Coup im Wörth: Fischer coacht „Nullneuner“

Bloß nicht den Anschluss verlieren: Für Notzingens Trainer Erwin Glaunsinger zählt im Bezirksliga-Kellerduell gegen Neuffen nur ein Sieg. Die SGEH hofft nach Spielpause, Spielabsage und Spielabbruch endlich wieder auf 90 Minuten Fußball und drei Punkte in Raidwangen. Für Aufsehen sorgt derweil die Verpflichtung von Trainer-Größe Klaus Fischer beim kriselnden FV 09 Nürtingen.

Anzeige

Moritz Hönig

Erkenbrechtsweiler. „Da führen wir 16 Minuten vor Schluss mit 3:2 und dann so was.“ SGEH-Coach Antonio Portale ist wegen des Spielabbruchs vergangenen Sonntag gegen Ebersbach noch immer sauer. Seines Erachtens waren die Bedingungen regulär und nicht anders als zu Spielbeginn. „Der Schiedsrichter hat sich von den protestierenden Spielern und Fans aus Ebersbach beeinflussen lassen. Wir sind ganz klar benachteiligt worden“, so Portale.

Nach einer Spielpause am Totensonntag, der Spielabsage in Notzingen und dem Spielabbruch gegen Ebersbach, hat die SGEH nun seit vier Wochen keinen Schlusspfiff mehr gehört. Und anstatt vorne mitzumischen, steht die Mannschaft von der Alb im Tabellen-Niemandsland auf Platz acht und wartet vergebens auf die Belohnung für die harte Trainingsarbeit. Doch Portale bleibt optimistisch: „Wir arbeiten fleißig weiter und hoffen auf gutes Wetter und ein Erfolgserlebnis in Raidwangen.“

Auf dieses hofft auch Erwin Glausinger im Spiel gegen den VfB Neuffen. Notzingens Neuer an der Seitenlinie weiß allerdings nicht erst seit der bitteren 2:6-Derbyschlappe vergangene Woche in Jesingen, dass im Eichert noch einiges an Arbeit auf ihn wartet: „Mir war durchaus bewusst, was auf mich zukommen wird. Doch diese schwierige Situation gilt es jetzt zu meistern.“ Um aus den Notzingern wieder eine selbstbewusste und erfolgreiche Einheit zu formen, fordert Glaunsinger, dass ab sofort alle an einem Strang ziehen und jegliche Disziplinlosigkeiten der Vergangenheit angehören.

Das Spiel gegen Neuffen hat für den TSV richtungsweisende Funktion: Gelänge ein Sieg, wäre die Rote Laterne abgegeben und der Anschluss an die Nichtabstiegsplätze hergestellt. Geht das Spiel aber verloren, wird‘s richtig dunkel im Tabellenkeller. „Ein ganz entscheidendes Spiel für uns“, so Glausinger, der drei Punkte fordert. Ob die in Jesingen aneinan­der geratenen Streithähne Thomas Uhlig und Ingo Schäfer, der während des Spiels eigenmächtig den Platz verließ, wieder mit von der Partie sein werden, ließ er noch offen.

Eine Serie von drei Siegen mit einem Torverhältnis von 16:5 hat der TSV Jesingen aktuell vorzuweisen. Das Team von Viktor Oster kommt immer besser in Schwung, hat sich inzwischen auf Tabellenplatz fünf gekämpft. Vor allem die Offensive bereitet Oster derzeit große Freude: „Im Sturm herrscht ein gesunder Konkurrenzkampf und jeder gibt immer alles.“ Auf die Treffsicherheit von Michael Panknin, Timo Spielvogel und Michael Thon zählt Oster auch beim Gastspiel in Ebersbach, wo die Jesinger ihre Serie weiter ausbauen wollen. Aus den beiden Spielen in Ebersbach und nächste Woche in Raidwangen fordert Oster mindestens vier Punkte: „Dann sind wir vorne mit dabei. Und genau da wollen wir hin.“

Mit dem Frickenhausener Klaus Fischer hat der FV 09 Nürtingen derweil vor dem Gastspiel in Neuhausen einen neuen Trainer verpflichtet. „Er ist eine regionale Fußball-Größe und war unser absoluter Wunschkandidat“, so Spielleiter Rainer Woernle. Bis Oktober noch für den FC Pforzheim in der Verbandsliga tätig und zwischenzeitlich auch als Nachfolger des geschassten Dietmar Sehrig beim VfL Kirchheim im Gespräch, soll Fischer den Erfolg zurück in den Wörth bringen. „Die Ziele für diese Saison sind nicht mehr allzu hoch“, zeigt sich Woernle in Anbetracht des momentan zwölften Tabellenplatzes vorsichtig, „aber wir planen langfristig und orientieren uns nach oben.“