Lokalsport

Das Ende aller Aufstiegsträume

Ein Debakel erlebten die Weilheimer Landesliga-Handballer am Samstag in der heimischen Wühlehalle. Nach der 20:27-Niederlage gegen den abstiegsgefährdeten SKV Unterensingen sind nun wohl auch die letzten Aufstiegsträume geplatzt.

WEILHEIM Die Partie begann sehr nervös und beide Mannschaften konnten ihre ersten beiden Angriffe nicht in Tore ummünzen. Im dritten Versuch gelang dann endlich das erste Tor für die Heimmannschaft. Timo Klein verwertete einen vom erneut gut haltenden Michael Rehkugler per Traumpass eingeleiteten Konter. Nach dem Ausgleich im direkten Gegenzug trat dann eine fünfminütige Torflaute ein, ehe Heiko Binder und Martin Schorr die Hausherren mit 3:1 in Führung brachten.

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Danach nahmen sich die Schmauk-Schützlinge eine zehnminütige Auszeit, die ganz deutlich aufzeigte, worin an diesem Abend das Hauptproblem der Weilheimer lag. Stand das Wühleteam in der Abwehr noch einigermaßen sicher, ließ man im Angriff Spielwitz und Laufbereitschaft komplett vermissen. Zu statisch und zu leicht zu durchschauen waren die Angriffsbemühungen des TSVW. Ein Glück nur, dass auch die Gäste in dieser Phase oftmals zu verkrampft agierten und ein ums andere Mal am gut postierten Rehkugler scheiterten, so dass es nach 16 Minuten 4:4 stand. Acht Tore in 16 Minuten sagten eigentlich schon alles über die Qualität dieses Spiels aus.

Auch in der restlichen Spielzeit der ersten Hälfte änderte sich das Bild nicht wesentlich. Zu vieles im Weilheimer Angriff blieb Stückwerk und zu viele klare Torchancen blieben ungenutzt. Dass zur Halbzeit trotzdem eine 11:10-Führung zu Buche stand, lag an der mindestens genauso schlechten Torausbeute der Gäste und daran, dass man kurz vor der Pause noch zwei Konter verwerten konnte.

Die Vorgabe von Coach Peter Schmauk für die zweite Halbzeit lautete "hinten weiter so, vorne mehr Bewegung und das Runde endlich ins Eckige." Wie die Mannschaft diese Vorgabe dann allerdings umsetzte lässt sich durchaus mit der Floskel "zum einen Ohr rein und zum anderen wieder heraus" beschreiben. Direkt nach dem Wiederanpfiff mussten die Weilheimer den Ausgleich hinnehmen. In der Vorwärtsbewegung wurde ein ums andere Mal der Ball leichtfertig verloren. Hatten es die Schmauk-Schützlinge doch mal bis an die gegnerische Neun-Meter-Marke geschafft, wurde Standhandball vom Feinsten praktiziert. Nichts war zu sehen von einstudierten Spielzügen oder spontanen Ideen. Fast hilflos wirkten teilweise die Weilheimer Angriffsbemühungen.

Logische Konsequenz: bis zur 40. Minute konnten sich die Gäste aus Unterensingen einen 13:17-Vorsprung erspielen. Zwar konnte sich der TSV bis zur 50. Minute, hauptsächlich durch Einzelaktionen, nochmals auf 18:20 herankämpfen doch fünf Gästetore in Folge zerstörten die letzten Hoffnungen auf ein glückliches Ende für die Wühle-Jungs. In den letzten vier Minuten kamen beide Mannschaften dann noch zu je zwei Toren zum 20:27-Endstand.

Nach der zweiten Heimniederlage in der laufenden Saison muss sich der TSV Weilheim nun wohl mit dem Gedanken anfreunden, dass die letzten fünf Spiele zum bedeutungslosen Schaulaufen werden. Mit dem Abstieg hat der TSVW glücklicherweise zwar nichts zu tun, doch die Konkurrenten um die Aufstiegsplätze werden sich vermutlich nicht mehr so viele Ausrutscher erlauben, dass die Weilheimer hier nochmals eingreifen können.

ab

TSV Weilheim: Müske, Rehkugler Sigel, Klein (1), Binder (3), Gomringer (1), Bleher (1), Bächle (1), Gieß (3), Hägele (5/2), Bachofer (1), Schill, Schorr (1), Weiß (3).SKV Unterensingen: Krebs, Kohn Frech (1), Dettinger (6), Basler (5/2), Klett (4), P. Minsch (4), Schlipf (2), Fabian, Esslinger, Schönfeld (3), Kühnle, J. Minsch, Schöll (2).