Lokalsport

Das Endspiel ist zum Greifen nah

Schafft der TTC Frickenhausen am Sonntag in Düsseldorf die Sensation und zieht ins Finale um die deutsche Tischtennis-Meisterschaft ein? Zwei Punkte trennen das Täles-Quintett noch vom großen Coup.

OLAF NÄGELE

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FRICKENHAUSEN Nach dem überraschenden 6:1-Sieg im ersten Play-off-Spiel gegen Borussia Düsseldorf, ließen die Spieler des TTC erst einmal die Korken knallen. Ein Gläschen in Ehren hatten sie sich nach der Leistung wirklich verdient. Danach war für die Spieler jedoch Schluss mit Feiern, denn ab Montag hieß es wieder: Ran an die Platte.

Am kommenden Sonntag (14 Uhr) muss das Team von Trainer Qiu in Düsseldorf mindestens zwei Punkte holen, um im Finale dabei zu sein. "Das wird sehr, sehr schwer", kommentiert Manager Reuhl die Lage vor dem Entscheidungs-Match beim Rekordmeister. Trotz des engagierten Einsatzes seiner Mannschaft im Hinspiel bleibt der 37-Jährige vorsichtig. "Die Spiele wurden teilweise sehr knapp gewonnen." Bei allem Zweckpessimismus freut er sich jedoch darüber, dass sich sein Team so hervorragend präsentiert hat. "Jeder hat für jeden gespielt."

Augenzeugen können dies bestätigen: In beeindruckenden Matches haben Jens Lundquist und Ma Wenge den WM-Dritten von Shanghai, Michael Maze, niedergekämpft und auch Torben Wosik verwandelte einen 0:2-Rückstand gegen Christian Süß in einen 3:2-Sieg. Grundstein des Erfolges war jedoch das Abschneiden der Doppel. "Wir haben die Videoaufzeichnungen der Vorrundenspiele gegen Düsseldorf genau analysiert und unsere Taktik darauf eingestellt", erklärt Qiu. Das Studium hat sich gelohnt.

Auch beim Gegner wird an der Strategie für Sonntag mittels Videoanalyse gefeilt. Hierzu lud Borussen-Trainer Preuss sein Quintett am Dienstag ein. Ein Spieler musste sich besonders kritische Worte anhören Düsseldorfs Nummer eins, Michael Maze. Preuss warf ihm vor, er habe gegen den TTC nicht sein vollständiges Potenzial abgerufen. Seine Konzentration gelte mehr den internationalen Wettbewerben. Harte Worte, die sich der junge Däne wohl sehr zu Herzen nahm. Seit Montag trainiert er besonders intensiv. Sein Coach freut sich: "Michael zeigt derzeit in fünf Minuten Training mehr Emotion als bei seinen Spielen in Frickenhausen."

Auch wenn die Chancen nicht unbedingt für den Rekordmeister sprechen, aufgegeben hat man die Titelträume in Düsseldorf noch lange nicht. Das weiß auch TTC-Präsident Wohlhaupter-Hermann, der hofft, dass sich sein Team schnell die beiden fehlenden Punkte zum Triumph sichern kann. "Je länger die Partie dauert, desto mehr Druck lastet auf den Spielern." Einen Finaltipp gibt er nur ungern ab: "Rein rechnerisch müsste das Endspiel Frickenhausen gegen Würzburg lauten. Aber im Tischtennis kann man das nie so genau voraussagen."