Lokalsport

Das Feuer brennt

Manuel Fumic zählt beim Heim-Weltcup in Offenburg zu den Favoriten

Alles ist im Plan. Er hat gut trainiert, er ist top in Form und er will am Sonntag zeigen, dass sein zweiter Platz in Belgien kein Zufallsprodukt war. Beim Weltcup in Offenburg zählt Manuel Fumic zum ersten Mal in seiner Karriere zum Kreis der Topfavoriten. Und das vor ­heimischem Publikum.

Kirchheim. Ohne Sturz ging es auch diesmal nicht. „Ich bin im Training auf die Schulter geflogen, aber das ist nur muskulär, kein Problem für Sonntag.“ Manuel Fumic redet atemlos, als wäre der Startschuss schon gefallen. Der Kirchheimer scheint heiß auf den Weltcup in Offenburg. Extrem heiß. Seit drei Wochen, seit seinem zweiten Platz in Houffalize, hat er sich auf sein persönliches Frühjahrs-Highlight fokussiert, hat das Bundesliga-Rennen in Heubach ausgelassen und lieber trainiert. Dass die Erwartungen an ihn, der sich in diesem Jahr vom Start weg in Topform präsentiert, sehr hoch gesteckt sind, ist keine Frage. Das gilt auch für Wolfram Kurschat, 2009 Zweiter in Offenburg und Dritter zuletzt in Houffalize. Die Aussichten auf den ersten deutschen Weltcupsieg bei den Herren nach dem Erfolg Mike Kluges 1993 waren noch nie so gut wie am Sonntag.

Während der Pfälzer Kurschat voll auf Angriff setzt und die Devise „alles oder nichts“ ausgibt, hält Manuel Fumic den Ball vergleichsweise flach. „Ich will mir keinen künstlichen Druck aufbauen“, sagt der Kirchheimer. „Wenn ich nicht durchdrehe, kann ich ein gutes Rennen fahren. Ich bin top motiviert und in sehr guter Form.“ Was daraus wird, ist tagesformabhängig. Fumic rechnet mit harten Positionskämpfen. Das gibt ein richtiges Spektakel.“ Auch ein Platz auf dem Fünfer-Podium wäre für ihn am Sonntag deshalb ein Erfolg. Damit blieb er auch in der Weltcup-Gesamtwertung, wo er im Moment Platz zwei hinter dem Spanier Jose´Hermida belegt, weiter am Ball.

Hermida und Rekordweltcupsieger Julien Absalon (Frankreich) sind auf dem technisch schwierigen 5,1 Kilometer langen Kurs die schärfsten Konkurrenten des Kirchheimer Cannondale-Bikers. Auch Weltmeister Nino Schurter aus der Schweiz ist für einen solchen Kurs prädestiniert. „Da gibt es fünf, sechs weitere Fahrer, die vorne mitmischen können, aber ich freue mich schon auf die Zweikämpfe“, meint Manuel Fumic. Seit vergangenen Sonntag hat er seinen italienischen Teamkollegen Marco Aurelio Fontana bei sich zu Gast. Gemeinsam haben sie in Kirchheim trainiert und sind bereits am Mittwoch nach Offenburg abgereist. Fontana muss man für eine Top-Platzierung ebenfalls auf der Rechnung haben

Gleich drei Sportler des MTB Teck haben am Samstag die Ehre, im Nationaltrikot das Juniorenrennen (Start um 14.30 Uhr) zu bestreiten. Ein Dutzend Fahrer darf Nachwuchs-Bundestrainer Peter Schaupp ins Rennen schicken. Für Lukas Kuch (Radsport Fischer&Wagner) und Christian Pfäffle (Ghost Racing Team) war das keine Überraschung, beide waren bereits in Belgien am Start. Dass nun auch Marco Tippmann den Sprung in den Kader schaffte, kam auch für Trainer Dominik Micolaj überraschend.

„Heubach ist sicher ein Kurs, der Marco entgegenkommt“, meint Schaupp. Er hofft, dass drei seiner Fahrer im Feld der 100 Besten aus 24 Nationen unter die Top 15 fahren können. Einer davon könnte Lukas Kuch sein. „Die Strecke in Offenburg liegt ihm nicht so sehr, aber für die ersten Acht ist er immer gut“, meint Schaupp über den Kirchheimer.

Auch dem Neuffener Christian Pfäffle traut er auf dem Weltcup-Kurs ein ordentliches Ergebnis zu. Eindrücke vom Trainingslager, als man auf der Strecke trainieren konnte, stimmen Schaupp positiv. „Offenburg wird ihm besser liegen als Heubach. Christian hat eine hervorragende Technik“, meint Schaupp. ev

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